Kommentare zu: Horrorvorhersagen: »Es kommt noch schlimmer“ erschreckt, aber erhellt nicht http://www.blicklog.com/2009/01/06/horrorvorhersagen-%c2%bbes-kommt-noch-schlimmer-erschreckt-aber-erhellt-nicht/ Notizen über Wirtschaft, Finanzen, Management und mehr Thu, 09 Oct 2025 13:01:47 +0000 hourly 1 https://wordpress.org/?v=5.0.25 Von: Sven http://www.blicklog.com/2009/01/06/horrorvorhersagen-%c2%bbes-kommt-noch-schlimmer-erschreckt-aber-erhellt-nicht/comment-page-1/#comment-612 Tue, 06 Jan 2009 11:46:33 +0000 http://www.blicklog.com/?p=5506#comment-612 Nobert Walter ist ein eigenes Kapitel, denn immerhin äußerte er sich als Chefvolkswirt der Deutschen Bank. Leider kann ich nur spekulieren, aber auch in der Weltwirtschaftskrise sind viele kleine Danken über die Wupper gegangen, fand eine Marktbereinigung im Zeitraffertempo statt. Warum sollte sich die DeuBa nicht stark genug wähnen, eine vergleichbare Strategie zu wählen und das Marktumfeld künstlich zu lähmen? Aber das ist nur Spekulation.

Nicht einverstanden bin ich mit der Medienschelte und der Abqualifizierung als Kassandren. Punkt 1: ob es so kommt, oder noch viel schlimmer, kann heute keiner beurteilen. Das müssen wir uns für nächstes Jahr um die Zeit aufheben. Punkt 2: Die Auswirkungen auf die Wirtschaft kann ja wohl kaum ein Kriterium für die Journalisterei sein, das wäre eine Form der Zensur der leider nur schwach wahrgenommenen Vierten Gewalt im Staat. Punkt 3: Man könnte die -4% auf einordnen, dann wäre die Katastrophenmeldung keine solche mehr, denn das wäre immer noch über Vorjahresniveau. Punkt 4: Eine Bitte: wichtig sind die Ursachen und Verantwortlichkeit für die Krise. Solange Herr Walter und Herr Ackermann nicht dazu mal umfassend und glaubwürdig Stellung nehmen und die daraus abzuleitenden Änderungen in ihrer Arbeitsweise nicht benennen, sollten die Medien auch nicht für den anderen Kleckerkram ein Forum bieten.

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Von: Coien http://www.blicklog.com/2009/01/06/horrorvorhersagen-%c2%bbes-kommt-noch-schlimmer-erschreckt-aber-erhellt-nicht/comment-page-1/#comment-610 Tue, 06 Jan 2009 09:50:13 +0000 http://www.blicklog.com/?p=5506#comment-610 Dank für den ausführlichen Kommentar. Da läss sich ja schon ein eigener Beitrag draus machen.

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Von: Joss http://www.blicklog.com/2009/01/06/horrorvorhersagen-%c2%bbes-kommt-noch-schlimmer-erschreckt-aber-erhellt-nicht/comment-page-1/#comment-608 Tue, 06 Jan 2009 08:41:22 +0000 http://www.blicklog.com/?p=5506#comment-608 Die Rolle der Medien koennte man vielleicht auch so beschreiben: erst waren
sie bei der Herbeifuehrung der ganzen Finanzkrise positiv in der Weise
beteiligt, dass sie den Boom dieser Jahre hochgejubelt haben. Sich oft genug
darin uebertrafen, mit Boersentipps zu uebertreffen. Und ausserdem waren
sie, genauer besehen, offensichtlich recht erfolgreich als Tester von
Finanzprodukten aller Art. Dazu kamen dann noch die „Tagesvorteile“,
zB. welche Bank gerade die hoechsten Tageszinsen und dgl. anbot.
– Die brauchbarste Medienkritik in dieser Hinsicht besteht deswegen m. E.
nicht in Kritik ueber die Medien, sondern in einem Blick darauf, was sie
gestern. vorgestern so geschrieben haben. Bei einem Gang ins Zeitungs-
archiv wuerden so manchem, dem das alles Geld gekostet hat, wohl die
Traenen kommen, hat er / sie doch auf einen Blick dann vor sich, was
ihn zu diversen Fehlentscheidungen bewog.
Die zweite Dynamik besteht darin, jetzt auf Krise in der Art der
„Leichenfledderei“ in der Kriminalberichterstattung zu machen. Da
besteht ja immer das groesste Problem dann, wenn niemand umgebracht
wird. (Kennt eigentlich, der mal in der Naehe davon war. Wie da regel-
recht gebetet wird darum, dass endlich wieder ein fuerchterlicher Mord
begangen wird.)
Bezeichnend ist dabei auch, wie die Medien eigentlich ueberhaupt kein
Problem haben, allen nur erdenklich Schund und Muell, vor allem
Probleme, beim Konsumenten abzuladen. Im Grund braucht es denn
auch ziemlich Masochisten, die sich das alles einziehen, konsumieren.
(Und obendrein ist eine Medienkrise im Gange, das sieht man an
den Marktdaten. Wobei jene, die eine Zeitung, Zeitschrift kuendigen,
sich das, was die Medien dazu zu sagen haetten, natuerlich auch nicht
mehr anhoeren, Gefaehrdung der Demokratie, usw.. Dafuer haben sie
dann einfach „keine Zeit“ mehr. Das ist eine irgendwie witzige
Kompenente, dieser Entzug der Aufmerksamkeit. Da ergibt sich der
gleiche Frust wie bei Pfarrern, deren Schafe zu Hause bleiben.
Allerhand was jetzt gewissermassen hochmoegend geschrieben wird
geht schlicht und einfach ins Leere.

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