Kommentare zu: Robert Shiller zur Finanzkrise: „Letztlich war die Ursache eine Seuche in der ganzen Gesellschaft.“ http://www.blicklog.com/2009/01/06/robert-shiller-zur-finanzkrise/ Notizen über Wirtschaft, Finanzen, Management und mehr Thu, 09 Oct 2025 13:01:47 +0000 hourly 1 https://wordpress.org/?v=5.0.25 Von: ulfhamster http://www.blicklog.com/2009/01/06/robert-shiller-zur-finanzkrise/comment-page-1/#comment-732 Mon, 19 Jan 2009 08:47:14 +0000 http://www.blicklog.com/2009/01/06/robert-shiller-zur-finanzkrise/#comment-732 Je kleiner der Anlagebetrag, desto einfacher ist der… „die unvernüpftige Finanzberatung“… Die meisten Kleinanleger haben i.d.R. garnicht das Hintergrundwissen mal ebenso so ein 100 Seiten Papierhaufen nach Verkaufsprospektgesetz zu lesen und zu verstehen (Das ist extra nur für die Verbraucher gemacht!!!), noch haben Berater in Banken (und auch die windigeren Türklinkenputzer) die Zeit sowas mal ebenso zu erklären.

Der Durchschnittsverbaucher glaubt tatsächlich, dass eine Finanzberatung umsonst ist und glaubt daher auch, dass es nicht so wichtig sei… Klar, das ist nicht wichtig für die Gesundheit usw, aber dafür ermöglicht es einen „guten Schlaf“. Es ist ganz schön naiv zu glauben, dass die ganzen Leute, die in Banken arbeiten das ohne Gegenleistung machen würden, oder?

Ich denke, dass die Banken Angst haben Privatkunden zu verlieren, wenn Sie ihre Vetriebsorganisationen auf Honorarberatung umstellen. Das ist wie das Preisabwärtsspiralenproblem beim Autoverauf: Schön dass du solide eine Preispolitik machst lieber Konkurrent, aber wir werden jetzt die Razor-Blade Strategie auspacken, um dir alle Kunden wegzulocken – Und das funktioniert, weil die Masse keinen Plan hat den Wert (nicht Preis) einer Finanzdienstleistung halbwegs zu bestimmen.

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Von: Blick Log » Shillers neue Formen der Risikoabsicherung http://www.blicklog.com/2009/01/06/robert-shiller-zur-finanzkrise/comment-page-1/#comment-701 Thu, 15 Jan 2009 04:25:23 +0000 http://www.blicklog.com/2009/01/06/robert-shiller-zur-finanzkrise/#comment-701 […] der vergangenen Woche hatte der Blick Log in einem Beitrag einige Zitate von Robert Shiller zur Finanzkrise zusammen gestellt. Nicht tiefer eingegangen bin ich auf die Risikoinstrumente, die Shiller […]

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Von: Frank http://www.blicklog.com/2009/01/06/robert-shiller-zur-finanzkrise/comment-page-1/#comment-638 Wed, 07 Jan 2009 21:29:30 +0000 http://www.blicklog.com/2009/01/06/robert-shiller-zur-finanzkrise/#comment-638 Das Hauptproblem ist einfach, dass Menschen völlig wahnwitzig Unmengen an Geld verpulvern, das sie noch gar nicht verdient haben und wohl auch nie verdienen werden. Genau das gleiche passiert nun schon wieder mit den ganzen Rettungspaketen und bailout-Programmen: Hier wird Geld verpulvert, das es überhaupt nicht gibt. Meines Erachtens steuern wir auf eine irrsinnige Inflation zu.

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Von: Coien http://www.blicklog.com/2009/01/06/robert-shiller-zur-finanzkrise/comment-page-1/#comment-624 Tue, 06 Jan 2009 22:25:00 +0000 http://www.blicklog.com/2009/01/06/robert-shiller-zur-finanzkrise/#comment-624 @Simi
Ich denke, ich werde in den nächsten Tagen das Konzept von Shiller hier in einem eigenen Beitrag darstellen. Das Konzept scheint mir nämlich plausibele zu sein. Es geht letztlich darum, Immobilien gegen unerwartete Marktverluste zu versichern. Eine Voraussetzung dafür ist ein entsprechender Referenzpreis, damit die Hauseigentümer keinen Mißbrauch treiben können. Das war übrigens einer der Gründe für die Entwicklung des Case-Shiller-Homeprice-Indix.
Der Einwand, bei einem Preisverfall, wir er aktuell in den USA und anderen Ländern zu beobachte ist, könnten auch die Versicherungen in Schwierigkeiten geraten, ist richtig. Er spricht aber nicht gegen das Modell, sondern nur für ein neues qualifiziertes Risikomanagement. Hier müssen sich Versicherer und Banken ohnehin schleunigst Gedanken machen, weil die alten Modell komplett versagt haben.

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Von: simi http://www.blicklog.com/2009/01/06/robert-shiller-zur-finanzkrise/comment-page-1/#comment-623 Tue, 06 Jan 2009 21:19:22 +0000 http://www.blicklog.com/2009/01/06/robert-shiller-zur-finanzkrise/#comment-623 Hm, also was wäre denn eine Versicherung gegen sinkende Immobilienpreise? Im Endeffekt doch eine Versicherung der Dummheit der Käufer und der Kreditgeber. Denn bei sehr vielen Immobilienkäufern war soweit ich weiß von vornherein klar, dass sie die Kredite mit dem ihnen zur Verfügung stehenden Einkommen gar nicht hätten tilgen können. Zudem hätte eine solche Versicherung den Kaufpreis noch weiter erhöht, was jedoch offensichtlich „damals“ auch kein Problem gewesen wäre. Die Folge wäre dann doch, dass in der jetzigen Situation an Stelle der Banken zunächst diese Art der „neuartigen“ Versicherer in Schieflage geraten wären und mit ihnen die Rückversicherer. Im nächsten Schritt müsste dann wieder der Staat einspringen, da ansonsten die eigentlichen Kreditgeber an der Reihe wären. Im Endeffekt hätte man doch nur die „neuen“ Versicherer in die Dominokette aufgenommen und letztendlich wäre die Verstaatlichung des Versicherungsrisikos nix anderes als die derzeitige Verstaatlichung der Kreditrisiken…

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Von: Coien http://www.blicklog.com/2009/01/06/robert-shiller-zur-finanzkrise/comment-page-1/#comment-619 Tue, 06 Jan 2009 17:30:03 +0000 http://www.blicklog.com/2009/01/06/robert-shiller-zur-finanzkrise/#comment-619 Ich denke es lohnt, sich mit den Ideen von Shiller etwas intensiver zu zu beschäftigen. So verfolgt er mit seinen Versicherungsideen Ansätze, um bestimmte Lebensrisiken, denen Menschen ausgesetzt sind, abzusichern. Er will dies nicht als Zwangsversicherung, sondern sieht dies als Angebot. Es ist ja auch niemand gezwungen, eine Vollkasko abzuschließen.

Die Vorschläge hat Shiller übrigens schon sehr konkret in seinem Buch Die neue Finanzordnung beschrieben.

Ausgerechnet Shiller ist niemand, der unreflektiert seine Gedanken äußert.

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Von: Hedemann http://www.blicklog.com/2009/01/06/robert-shiller-zur-finanzkrise/comment-page-1/#comment-616 Tue, 06 Jan 2009 15:22:02 +0000 http://www.blicklog.com/2009/01/06/robert-shiller-zur-finanzkrise/#comment-616 Grüsse an „Sven“! Scheint ein kluger Kopf zu sein, und nmmt den Mund nicht so voll wie Mr. Shiller, der nach dem Motto vorzugehen scheint: „Es war schon alles gesagt, nur noch nicht von mir“ und herausgekommen ist beim Sagen einiges Unreflektiertes oder zumindest nicht ganz gut Recherchiertes, wie wir auch dem Kommentar von „Sven“, dem ich zustimme, entnehmehn können.

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Von: Sven http://www.blicklog.com/2009/01/06/robert-shiller-zur-finanzkrise/comment-page-1/#comment-611 Tue, 06 Jan 2009 11:25:10 +0000 http://www.blicklog.com/2009/01/06/robert-shiller-zur-finanzkrise/#comment-611 Zwei Anmerkungen.

Erster Punkt: “Ich glaube, letztlich war die Ursache eine Seuche in der ganzen Gesellschaft. Zehn oder 15 Jahre lang haben die Menschen ziemlich euphorisch investiert, sowohl in Aktien als auch in Immobilien. Das hat sich ausgebreitet wie ein Virus.”

DIE Menschen haben gar nicht euphorisch investiert. Man benötigt keine Studie dafür um zu konstatieren, dass es von den 6+ Mrd. Menschen dieser Welt nur die sprichwörtliche Handvoll ist, welche die Mittel für Investitionen hatte und hat. Und das ganze auf symbolisch als Krankheit zu kategorisieren, geht grob fahrlässig am Thema vorbei. Selbst in der FTD war sinngemäß zu lesen, daß die Ursache dieser Krise nicht an einem Geldmeer lag, sondern daran, daß zu wenig darin schwammen. Soll heißen: die Nachfrageseite hing der Angebotsseite weit hinterher mit zunehmender Tendenz. Somit konnte die Angebotsseite (Industrie) die Umsätze auf Dauer nicht erwirtschaften, denn irgendwann sind auch die Vergabemöglichkeiten für laxe/schlechte/subprime Kredite erschöpft. Und dann ist das Kettenbriefspiel aus.

Zweiter Punkt: „Erst in der nächsten Generation wird es eine neue große Blase geben …“

Selbstverständlich habe ich nicht die Reputation Herrn Schillers, aber dafür habe ich den marktradikalen Nobelpreisträger von Hayek mit seiner „Anmaßung des Wissens“ auf meiner Seite. Es kann als gesicherte Erkenntnis gelten, daß Voraussagen über 1-2 Jahre im voraus hinausgehend den Boden der statistischen Sicherheit verlassen. Zwischen Internet- und Kreditblase lag auch keine Generation. Und was in 5 oder 10 Jahren sein wird, geschweige denn in 25, daß geht ins Nebulöse.

Genau wie sein „Es ist schwierig, etwas zu ändern, solange es keine Krise gibt.“ Das ist eine typische Schwäche der Demokratie. Was wäre die Alternative? Abschaffen? Eher wohl doch der Politik Dampf zu machen und das geht sogar recht enfach. Kleiner aber wirkungsvoller Vorschlag: der Bundesrechnungshof erhält mehr Befugnisse und muß alle Berichte veröffentlichen. Das mag marginal klingen, aber die Bedeutung wird ersichtlich, wenn man sich die Reaktionen der Politik darauf vorstellt. – Oder sein „Deshalb ist die Krise eine Chance.“ Na das wird die Bezieher von Sozialleistungen aber aufrichtig freuen…

Falls ich mir das Fazit zu diesem Interview herausnehmen darf, indem ich mir vorstelle was Herr Schiller gedacht haben könnte, als er an diesem Tag zu Bett ging und noch einmal an das Interview gedacht hat: „Hab zwar nicht gesagt, aber ich war mal wieder in der Zeitung.“

PS: Auch sein „Ich denke zum Beispiel an Versicherungen, die Geld zahlen, wenn der Wert des Eigenheims sinkt.“ ist kein konkreter Vorschlag. Die Prämie kommt auf das Häuschen ja oben drauf, mal abgesehen davon, wie bei der Spannbreite des Wertes einer Immobilie das kalkuliert werden soll. Aber das Problem war, daß dem Häuslebauer das Einkommen fehlt. Wo ist die Lösung, wenn der Kaufpreis erhöht wird? Luxusproblem…

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