Kommentare zu: (K)ein Herz für redliche Banker, die toxische Suppe auslöffeln müssen http://www.blicklog.com/2009/02/09/kein-herz-fr-redliche-banker-die-toxische-suppe-auslffeln-mssen/ Notizen über Wirtschaft, Finanzen, Management und mehr Thu, 09 Oct 2025 13:01:47 +0000 hourly 1 https://wordpress.org/?v=5.0.25 Von: Finanzblog » Blog Archive » Neue Gebühren bei der Social Lending Plattform smava http://www.blicklog.com/2009/02/09/kein-herz-fr-redliche-banker-die-toxische-suppe-auslffeln-mssen/comment-page-1/#comment-957 Sat, 14 Feb 2009 15:37:38 +0000 http://www.blicklog.com/2009/02/09/kein-herz-fr-redliche-banker-die-toxische-suppe-auslffeln-mssen/#comment-957 […] in Zeiten, in denen Anleger das Vertrauen in Banken verlieren, weil die als Steuerzahler die toxische Suppe auslöffeln müssen, welche die Banker zusammengerührt […]

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Von: Joss http://www.blicklog.com/2009/02/09/kein-herz-fr-redliche-banker-die-toxische-suppe-auslffeln-mssen/comment-page-1/#comment-924 Mon, 09 Feb 2009 10:23:07 +0000 http://www.blicklog.com/2009/02/09/kein-herz-fr-redliche-banker-die-toxische-suppe-auslffeln-mssen/#comment-924 Bei den Kommentaren kommt m. E. so halb – halb noch allerhand aus den verschiedenen
Ideologien durch. Es gaebe da auch die Moeglichkeit, sich allerhand multi – kritisch
anzusehen, Skepsis der Reihe nach anbringen. Ganz Grundsaetzlich mal ein paar Punkte:
Da gab es die Blut- und Bodenideologie vom lieben Adolf, eine grundsaetzlich spartanische Sache. Hitler hatte praktisch nur Verachtung fuer das zivile Leben, den zivilen Handel uebrig. Das alles war weibisch. Fuer ihn hatte nur das militaristische Wert, wenn die Leute
in Uniformen stecken und Gehorsam leisten. Ergo gab es dazu passend auch die
Kommando – Wirtschaft, praktisch alle Bereiche waren streng reglementiert und
buerokratisiert in einem Ausmass, das sich heute kaum noch jemand vorstellen kann
der sich nicht einliest in dieses Kapitel.
Marxismus, ganz Linke: Marz wollte eigentlich das Geld ueberhaupt abschafften. Der
Rubel war in den komm. Jahren deswegen ein symbolisches Paradox, weil die
Rubelscheine damals mit dem Bild Marxens versehen waren, jenem Mann, der das
„Taschmittel“ bzw. die „Generalware“ (und wie immer auch das Geld sonst
bezeichnet wird) abschaffen wollte. Aus dem heraus entstand dann eine Moral
die eigentlich eine Pseudo – Moral war und ist. Moralisch ist dieser Moral zufolge
was der Ideologie entspricht, alles wird als unmoralisch dargestellt, das stellt ein
schweres Unrecht gegenueber der Ideologie dar. Ergo gab es dazu passend auch
entsprechende Anklagen (im wirklichen Justizalltag jener Laender), die daran
orientiert waren. Das Geld wird bedingt immer noch als das Symbol des Boesen
dargestellt, hinzu kommen die Banken und die Profite.
Die RAF hat m. W. damals Volkstribunale veranstaltet, die den Angelklagten, den
Entfuehrten den Prozess machten und sie verurteilten. Das alles war eine Nach-
ahmung des Rechtsstaates nach eigenen Kriterien. In der Rechtswissenschaft wird
dies m. W. nach als „extra – judicial“ (im Englische bezeichnet). Im Grunde
genommen ein Unfug gegenueber dem allgem. buergerlichen Recht. Rechthaberei
ist nicht unbedingt Recht haben (eher schon mal Nervensaege sein).

Dann gab es in den letzten Jahren die Ideologie, die Slogans der Globalisierung.
Das wurde immer mehr zu einem abstrakten Kriterium, wie sich jetzt rausstellt
groessenwahnsinnig und in der Pleite endend. „The mess that Greenspan made“.
Das wird unabhaengig von linken Anklaegern jetzt auch sowieso deutlich und klar
und auch zugegeben.
Hinzu kamen in den letzten Jahren noch ein paar weitere Aspekte: u. a. die vielen
Milliardien – Geschichten, die Faszination der Millardiaere. Das war den Medien eine
Zeitlang sehr wichtig. Aus dem heraus wurde zeitweise ein regelrechter Zwang
hergestellt, sich mit Milliardaeren zu vergleichen, sich selber mit ganz reichen Leuten
zu vergleichen – und entsprechend zu bewerten. Die Missetaeter waren in dieser
Hinsicht die Medien, damit wurde Eindruck geschunden.
(Wohl auch aus diesem Grund lesen sich diese Leserbriefe so interessant, beinahe
wie aus einer anderen Welt.)
Hinzu kamen die Verruecktheiten der Werbung. Von den Medien / Werbewirtschaft
wurde eine eigene Wissenschaft entwickelt,, quasi – religioese Dogmen samt
Glaubensgehorsam (betr. Erfolg der Werbeausgaben, der Notwendigkeit der
Steigerung der Werbeausgaben, usw.) Im Grunde genommen gaebe es da allerhand
sachliche Ansatzpunkte zu Satire, Respektlosigkeiten und Witz.
Dann kommt noch das Konzept vieler Medien hinzu, mittels der „Unterhaltung“
krasser Gegensaetze die Gemueter zu erhitzen, einen Aufreger zu haben und einen
kleinen Buergerkrieg zwischen den Lesern – siehe manche Leserbriefe bei solchen
Gelegenheiten – zu veranstalten. Das alles ergibt dann sicherlich mit schoener
Regelmaessigkeit einen Brummschaedel, Frust und was sonst noch – und offensichtlich
eher fatale Zeitverschwendung. Es entstehen m. E. Versaeumnisse anderer Art.

Wie oben angedeutet, gibt es grundsaetzlich die Moeglichkeit, sich da allerhand
der Reihe etwas gruendlicher anzusehen – und in die Vergangenheit zu verabschieden.
Wovon ich grundsaetzlich nichts halte sind Gesinnungskaempfe und dergleichen
Kaempfe sondern fernab des „Weltgeschehens“ sich in Ruhe was anzusehen, auch
aeltere Buecher zu besorgen, Bibliotheken zu besuchen. Das koennte es viellieich
auch mal bringen.
Es ist m. E. kein Fehler, etwa Nietzsche’s Genealogie der Moral mal gelesen zu
haben. Darin geht er ein auf die Art wie die Art mit (fuerchterlichen Gott) ganz
grundsaetzlich das Leben in ein existentielles Unrecht und darauf aufbauend eine
Schuld zu konstruieren. (Die Theologen, die Kirchen, haben mittlerweile die Flucht
nach vorne angetreten. U. A. stammte die fuerchterliche Gott, dem es grundsaetzlich
keiner Recht machen konnte, der ganztaetig nur in uebler Laune war, nicht aus
den viel Evangelien, sondern u.a. von den Urvaetern, die allerhand auf den Kopf
gestelt haben, ins Gegenteil verkehrt haben. Und vor allem von August6in und
dessen Konzept des irdischen Jammertals.)
Kennt man also Nietzsche, kann man auch diese Art des Moralisierens in anderen
Lagern leicht nachvollziehen. den erwaehnten RAF – Triibunalen, etwa. Und stoesst
dabei, einmal so weit gekommen, dann gleich auf ohnehin schon laenger dauernde
Krisen der „Intellektuellen“. Deren „Beruf“ ist anscheinend auch nicht immer so
leicht. Weswegen auch keine Witze gemacht werden duerfen in diesen Kreisen.

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