Kommentare zu: Blicke in die Wirtschaft am 2009-10-04 http://www.blicklog.com/2009/10/04/blicke-in-die-wirtschaft-am-2009-10-04/ Notizen über Wirtschaft, Finanzen, Management und mehr Thu, 09 Oct 2025 13:01:47 +0000 hourly 1 https://wordpress.org/?v=5.0.25 Von: Robert Lackner http://www.blicklog.com/2009/10/04/blicke-in-die-wirtschaft-am-2009-10-04/comment-page-1/#comment-2519 Sat, 24 Oct 2009 09:56:57 +0000 http://www.blicklog.com/2009/10/04/blicke-in-die-wirtschaft-am-2009-10-04/#comment-2519 Diagnose Übermaßunmäßigkeit: Unvernunft und Ungerechtigkeit als Verbündete der Gier.

Geld verliert immer mehr den eigentlichen Zweck – ein Zwischentauschmittel für den praktischen Gebrauch zu sein – es ist Selbstzweck und Spekulationsobjekt.
Die Zahl und der Umfang internationaler Finanztransaktionen sind so unglaublich stark angestiegen, dass weniger als zwei Prozent der Geldbewegungen durch Handelsaktivitäten begründet sind. Die weltweiten Finanztransaktionen betragen ein Vielfaches der weltweiten Wirtschaftsleistung. Der kurzfristige Handel mit Finanzprodukten verzeichnet Rekorde über Rekorde und die Jagd nach hohen Renditen geht immer mehr auf Kosten der Allgemeinheit. Denn im Spiel Gewinner gegen Verlierer im Finanzmarkt-Casino wird mit fremden Spielkapital gespielt.

Wer kann bezweifeln, dass die maßlose Gier, der kurzfristige Handel am Finanzmarkt mit Derivaten, Leerverkäufen und Spekulationen auf fallende Kurse die Weltwirtschaft destabilisiert und die Armut auf dieser Welt vergrößert ?

Was ist das für ein Wirtschaftssystem, wenn der Ölpreis – ohne erklärbare Veränderung in der Kostenstruktur der Förderung – innerhalb weniger Monate um ein Vielfaches steigt und dann wieder fällt oder wenn Banken innerhalb weniger Monate vom begehrten Investitionsobjekt zum Milliardengrab mutieren ?

Wenn das das Ergebnis des Spiels der freien Kräfte ist, dann gute Nacht Freiheit. Maximale Freiheit – JA, wenn sie mehr Leistungsansporn und Lebensfreude bringt und – NEIN, wenn viele Unbeteiligte, ohne es beeinflussen zu können, massiv bedroht werden.

Beim guten Wirtschaften sind es längerfristige Einflussfaktoren welche den Erfolg bestimmen: Das Weiterentwickeln einer Unternehmenskultur und die Verbesserung der Qualifikation der Mitarbeiter, die Entwicklung neuer Technologien und Produkte, der Aufbau einer Marke, eines Kundenstocks – alles braucht Zeit und ist nicht kurzfristig zu erreichen.
Daneben wirkt ein um Größenordnungen umfangreicheres Finanzsystem, dass mit affenartiger Geschwindigkeit den realen Wirtschaftskreislauf beeinflusst.

Es könnte so einfach sein und viele Probleme mit einem Schlag lösen: Es muss Schluss sein, mit den kurzfristigen Transaktionen in unvorstellbaren Größenordnungen.

Aber warum geschieht es nicht und was spricht gegen die Beseitigung dieser Ursache einer Bedrohung für die gesamte Menschheit ?
Was wird hier verteidigt und welche Argumente rechtfertigten diese Zeitbomben ?
Was rechtfertigt ein System, das es möglich macht, innerhalb weniger Sekunden mehr zu verdienen als tüchtige und ehrliche Menschen in mehreren Menschenleben nicht verdienen können ? Warum regiert Raffsucht und Habgier und nicht Fairness und Ehrlichkeit ?

Robert Lackner
http://www.h-eureka.com – Die Website über Ethik, Moral und Qualität in der Wirtschaft.

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