Kommentare zu: Die Finanztheorie erklärt, warum hohe Boni den Unternehmenswert senken http://www.blicklog.com/2009/12/15/die-finanztheorie-erklrt-warum-hohe-boni-den-unternehmenswert-senken/ Notizen über Wirtschaft, Finanzen, Management und mehr Thu, 09 Oct 2025 13:01:47 +0000 hourly 1 https://wordpress.org/?v=5.0.25 Von: DJN http://www.blicklog.com/2009/12/15/die-finanztheorie-erklrt-warum-hohe-boni-den-unternehmenswert-senken/comment-page-1/#comment-3037 Tue, 15 Dec 2009 12:18:57 +0000 http://www.blicklog.com/2009/12/16/die-finanztheorie-erklrt-warum-hohe-boni-den-unternehmenswert-senken/#comment-3037 Ob dieses Modell so richtig ist, kann ich natürlich nicht beurteilen. Es klingt aber plausibel. In jedem Fall lässt es sich empirisch gut überprüfen, sofern man an die entsprechenden Daten kommt. Tatsächlich zeigen aber jüngste medienwirksame Beispiele, wie Banken oder Porsches Wiedeking, welche Risiken Mann für entsprechende Boni eingeht.

In jedem Fall macht es auch deutlich, dass die Verantwortung für zu riskante Geschäfte nicht allein bei den ausführenden Managern liegen, sondern auch die Eigentümer und Aufsichtsräte ihren Teil dazu beitragen.
Lesenswerte Darstellung
DJN

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Von: dietmar http://www.blicklog.com/2009/12/15/die-finanztheorie-erklrt-warum-hohe-boni-den-unternehmenswert-senken/comment-page-1/#comment-3036 Tue, 15 Dec 2009 12:13:39 +0000 http://www.blicklog.com/2009/12/16/die-finanztheorie-erklrt-warum-hohe-boni-den-unternehmenswert-senken/#comment-3036 Bemerkenswerte dies Ausarbeitung. An diesen verblüffenden Zusammenhang habe ich noch gar nicht gedacht, obwohl ich als Personalberater auch Bonusvereinbarungen mitstricke. In der Bankpraxis werden die Vereinbarungen aber zunehmend komplexer. Boni sind häufig von einer Vielzahl von Faktoren abhängig. Zudem ist neuerdings in der Diskussion, die Boni geschichtet zu zahlen, also erst dann, wenn der Erfolg sich als nachhaltig erweist.
Besten Dank und viele Grüße
dietmar

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Von: knurt O http://www.blicklog.com/2009/12/15/die-finanztheorie-erklrt-warum-hohe-boni-den-unternehmenswert-senken/comment-page-1/#comment-3034 Tue, 15 Dec 2009 10:51:06 +0000 http://www.blicklog.com/2009/12/16/die-finanztheorie-erklrt-warum-hohe-boni-den-unternehmenswert-senken/#comment-3034 Das ist ja ein hochinteressante Darstellung, die schon fast den Charakter einer Abhandlung hat.
Für mich klingt die Darstellung sehr plausibel und auch nachvollziehbar. Die hier verwendeten Modelle sind tatsächlich in der Praxis hochrelevant. Und ich wüsste tatsächlich nicht, was gegen die Verwendung eines solchen Denkmodells sprechen sollte. Es ist ja ein Modell.
Besten Dank für die Ausführung
Knurt

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Von: Joss http://www.blicklog.com/2009/12/15/die-finanztheorie-erklrt-warum-hohe-boni-den-unternehmenswert-senken/comment-page-1/#comment-3033 Tue, 15 Dec 2009 09:07:35 +0000 http://www.blicklog.com/2009/12/16/die-finanztheorie-erklrt-warum-hohe-boni-den-unternehmenswert-senken/#comment-3033 Zur Bestaetigung des Artikels:
zu dem ganz normalen Wahnsinn, der in den letzten Jahren
so lief, gehoerten u. a. jede Menge Milliardengeschichten,
eine Zeit lang erschienen – als Medienrummel – jene von
Forbes uebernommenen Artikel ueber die reichsten Leute
der Welt, wer gerade auf dem ersten, zweiten, dritten, usw.
Platz dabei rangierte. Das alles in einem Stil gehalten
demzufolge Leute mit bloss ein paar hundert Millionen
schon gar nichts mehr waren. Regelrecht zwanghaft wurde
praktisch jeder an dieser Liste der reichsten Leute
gemessen, wer das meiste hatte, war der Groesste ist. Dadurch wurde eine Wertehierarchie bzw. Unwert – Hierarchie
geschaffen.
Das einzige Motiv, das Geltung hatte, war wieviel Geld
jemand verdiente. Und das konnte einfach nie genug sein.
Das musste immer mehr sein.
Hinzu kamen jene vielen Artikel ueber die teuersten
Hotels, die teuersten Villen, die teuersten Autos, usw.
hinzu.
Aus all dem resultierte die „Kultur“ des lifestyle der
vergangenen Jahre, des „conspicious consumption“, des
demonstrativen Konsums, so wie Thorsten Veblen dies in
seinem Klassiker der Soziologie des Prestiges „Theorie der feinen Leute“, erstmals 1899 erschienen, beschrieb,
wobei das, was Veblen beschrieb, diesmal bei weitem
uebertroffen wurde. Man lernte die Modemarken auswendig
und betrieb durchweg ein Rollenspiel, das auf all diesem
grotesken Aufwand basierte, hatte selber keine Praeferenzen
sondern liess sich diese von den diversen Medien oder
sonst wem einreden.

Und so hatte den auch Wall Street und davon ausgehend
auch in anderen Laendern diese Wertehierarchie, die
blosse Frage, wer den am meisten verdiente, den einzigen
Stellenwert. Von Gordon Brown, brit. Premier, ist
bekannt, dass er vor der Londoner City Angst hatte, jetzt
offensichtlich weniger, aber davor auf jeden Fall.
Genauer wurde diese Angst von Gordon Brown nie dargelegt,
aber sie hat ihre logische und verstaendlichen Gruende.
Bis wenigsten vor einem Jahr gehoerte es zu Usus dieser
Wall Street und City Typen, die Politiker mit ihrem
vielfach hoeheren Einkommen einzuschuechtern. Aus dieser
Hoehe eines Multimillionen – Dollar Jahreseinkommens
herab ganz einfach in den Abgrund der Verachtung zu
schleudern. Diese Typen waren da im persoenlichen und
sonstigen Umgang mit Politikern ueberhaupt nicht
schuechtern.
Logisch, dass gegenueber etwa hundert Millionen, die so
ein Typ verdiente, ein Politiker mit vielleicht seinen
paar hundert Tausend Dollar arm aussah. (Obama, US
Praesident, verdient m. W. so um die $ 400 000 Tausend.)
Damit sollen die Politiker, die wegen ihres vergleichs-
weise geringen Einkommens in Bedraengnis geratenen
Politiker keineswegs zu armen Opfern erklaert werden,
hoechstens auf eine Besonderheit der letzten Jahre in
diesem Bereich hingewiesen werden.

So allerhand aus der Praxis zu erzaehlen haette etwa
das Personal, Kellner, etc., von Golfklubs in denen solche
Grossverdiener regelmaessig verkehrten, Mitglieder
waren. Da kam es schon mal vor dass jemand in betrunkenem
Zustand gewissermassen die Hosen runterliess, die Sau
rausliess, und sich ueber die Nichtigkeit des Rests der
Menschheit, der praktisch gar nichts verdiente,
ausliess. Ein britischer Premier war da gerade mal
ein „stupid fucker“, mit dem man sich erst gar nicht
unterhielt, hoechstens ueber die Sekretaerin Anweisungen
zukommen liess.
In der Praxis duerfte es denn auch wenige Politiker
geben die soviel eigenstaendige Persoenlichkeit haben
dass sie gegenueber solchen Leuten nicht gleich von
vornherein in die Knie gehen, jegliche Art von Staatsverrat
gleich als vorauseilenden Gehorsam begehen, sondern genug Selbstbewusstsein haben ihren legitime Standpunkt zu vertreten.

Was die Boni – Bezieher in den letzten Jahren schafften
war, das hatte hoechste Prioritaet, die sozio-politische
Kultur zu versauen. Manchen Zeitgenossen graust es
ganz einfach aus allem moeglichen Gruenden. Gruende
fuer ein Grausen, disgust, gibt es m. E. tatsaechlich
eine Menge.

Wie schon erwaehnt spielten in all dem Kontext natuerlich
die Medien eine gewaltige Rolle. Ohne die haette es diese
Kultur der letzten Jahre gar nicht gegeben.
Bekanntlich sind allen voran die US Medien wegen der
Medienkrise Sache von short selling. Aus dieser
Perspektive des short selling ergibt sich da schon mal
ein recht interessantes Bild.
Aus den bankruptcy filings sind die Glaeubiger zu
entnehmen. U.a. gehoeren dazu die Papierlieferanten
wie auch die Lieferanten von Druckerschwaerze. Das
heisst, im Nachhinein so betrachtet, findet der ganze
Rummel den sie immer wieder veranstalten, teils auf
nicht mehr, oder letztendlich nur prozentuell bezahlten
Papiers (Konkursmasse) statt.
Das selbe natuerlich auch fuer Zeitschriften. Mittler-
weile gaben schon eine ganze Menge gerade auch solcher
„Luxus“ – bzw. Millionaersmagazine den Geist auf und
demnaechst werden es aller Voraussicht nach um etliche
mehr. Salopp gesehen: wer von denen im Voraus oder
direkt in bar bei Lieferung bezahlt wird, hat das
Nachsehen.
Mit anderen Worten: man muss nicht weit gehen will man
sich die Folgen dieser Kultur genauer ansehen. Was
beeindruckt ist vor allem die Schaebigkeit insgesamt
die sich da findet. Das gilt sowohl fuer Schaebigkeit
der Gesinnung, es gibt nichts Nobles in diesem Umfeld,
keinen Selbstrespekt im altmodischen Sinne, wie auch
die logische finanzielle Schaebigkeit anhand der
Umstaende.

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