Kommentare zu: Wikileaks Angriff auf Funktionselite und Spiel mit Realität, Wahrnehmung und Kommunikation http://www.blicklog.com/2010/12/06/wikileaks-angriff-auf-die-funktionselite-und-spiel-realitt-wahrnehmung-und-kommunikation/ Notizen über Wirtschaft, Finanzen, Management und mehr Thu, 09 Oct 2025 13:01:47 +0000 hourly 1 https://wordpress.org/?v=5.0.25 Von: AGB vs. Informationsfreiheit für WikiLeaks: Der Cyber-Krieg im Netz blamiert die Wirtschaft « Blick Log http://www.blicklog.com/2010/12/06/wikileaks-angriff-auf-die-funktionselite-und-spiel-realitt-wahrnehmung-und-kommunikation/comment-page-1/#comment-7640 Mon, 13 Dec 2010 00:53:31 +0000 http://www.blicklog.com/2010/12/03/wikileaks-angriff-auf-die-funktionselite-und-spiel-realitt-wahrnehmung-und-kommunikation/#comment-7640 […] anderen Seite (Schlagzeilensammlung dazu unten). Nicht zum ersten Mal beweisen Unternehmen ihren digitalen Analphabetismus und sind überrascht über die ungewohnt scharfen Reaktionen eines Teils der Netzgemeinde und ihrer […]

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Von: Tweets that mention Wikileaks Angriff auf Funktionselite und Spiel mit Realität, Wahrnehmung und Kommunikation « Blick Log -- Topsy.com http://www.blicklog.com/2010/12/06/wikileaks-angriff-auf-die-funktionselite-und-spiel-realitt-wahrnehmung-und-kommunikation/comment-page-1/#comment-7471 Tue, 07 Dec 2010 20:29:03 +0000 http://www.blicklog.com/2010/12/03/wikileaks-angriff-auf-die-funktionselite-und-spiel-realitt-wahrnehmung-und-kommunikation/#comment-7471 […] This post was mentioned on Twitter by Boris Janek, Blick Log. Blick Log said: Wikileaks Angriff auf Funktionselite und Spiel mit Realität, Wahrnehmung und Kommunikation « Blick Log http://tinyurl.com/3xbg57y […]

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Von: Joss http://www.blicklog.com/2010/12/06/wikileaks-angriff-auf-die-funktionselite-und-spiel-realitt-wahrnehmung-und-kommunikation/comment-page-1/#comment-7446 Mon, 06 Dec 2010 11:29:14 +0000 http://www.blicklog.com/2010/12/03/wikileaks-angriff-auf-die-funktionselite-und-spiel-realitt-wahrnehmung-und-kommunikation/#comment-7446 Ein Buch, dass m. E. nichts von seiner Aktualität seit der ersten Auflage 1970 verloren hat, ist
Hannah AHrendt’s ‚Macht und Gewalt‘.
Eine der Kernthesen des Buches lautet:
„Wo Gewalt der Gewalt gegenübersteht, hat sich noch immer die Staatsgewalt als Sieger erwiesen. Aber diese an sich absolute Überlegenheit währt nur solange, als die Machtstruktur des Staates intakt ist, das heißt solange Befehle befolgt werden und Polizei und Armee bereit sind, von ihren Waffen Gebrauch zu machen.“ (S. 49)
Unter Macht versteht sie …

„Was den Institutionen und Gesetzen eines Landes Macht verleiht, ist die Unterstützung des Volkes, die wiederum nur die Fortsetzung jenes ursprünglichen Konsenses ist, welcher Institutionen und Gesetze ins Leben gerufen hat.“
Und weiter:
„Macht gehört in der Tat zum Wesen aller staatlichen Gemeinwesen, […] Gewalt jedoch nicht.“ Gewalt sei instrumental und diene immer einem Zweck. Macht (wie auch Friede) bezeichnet sie hingegen als etwas „Absolutes,“ als „Selbstzweck.“ Die Machtstrukturen gehen danach Zielen voraus und überdauern sie. Wenn der Staat – wie Arendt ihn definiert – organisierte und institutionalisierte Macht ist, hat die Frage nach seinem „Endzweck“ keinen Sinn. Macht bedarf nach Arendt der Legitimität, Gewalt indessen kann nie legitim sein. Gewalt kann zwar Macht „vernichten,“ jedoch keine Macht „erzeugen.“

Ahrendt’s Buch liest sich vierzig Jahre danach, im Hinblick auf u.a. die schlichte Auflösung des kommunisitischen Machtblocks
recht interessant. Ein Machtblock, der durchweg auf staatlicher Gewalt basierte, von vielen deswegen damals als ewig bestehend
angesehen wurde (ein Besuch in einem Zeitungsarchiv wird danach recht interessant, was gab es da doch an Meinungen, unwahrscheinlich
gescheiten Leuten, die aus ihren Redaktionen – Feldherrnhügeln aus eigenen Gnaden – findet, wie diese damalige Wirklichkeit
interpretiert, gedeutet und sonst was wurde.
Nur um dann erleben zu müssen wie sich alles ohne einen Schuss ganz einfach in Nichts auflöst.

Interssant sind Ahrendt’s Aussagen wie etwa:
Gewalt kann zwar Macht „vernichten,“ jedoch keine Macht „erzeugen.“ … u.a., als Beispiel von vielen, im Hinblick auf
islamistische Terrorgruppen (vor Ort), die etwa mittels Autobombem indiskriminiert jede Menschen umbringe, damit eher legitimere
Politik stören, vernichten wollen. Eine Machtbasis, d.h. Akzeptanz, wird damit freilich nicht geschaffen.

Punkto ‚Macht‘ ist Ahrendt m. E. nicht sehr differenziert, das kann man ihr in dem Fall nachsehen.
Weil um ‚Macht@ geht es nun in diesem Fall. Das heisst, um freiwillige Akzeptanz, beruhend auf rationalen Gründen. Und da
wiederum melden sich die „Gefährdeten“ gleich selber sehr lautstark. – Vielleicht mit dem Erfolg dass sie damit die eigene
Machtbasis selber ad absurdum führen helfen. Dass Werbung beispielsweise kontraproduktiv sein kann, insbesondere auch
politische Propaganda, ist allgemein bekannt. Das gab es im Verlauf der Geschichte immer wieder, hier der Willen von
Machthabern einerseits und der Verlauf der Ereignisse andererseits. Da gibt es etwa ein paar französische Minister, die recht
laufstark reagierten. Wer französische Verhältnisse auch nur ein wenig kennt, weiss, dass solche Aktionen zu ordentlichen
Eigentoren werden können, gleich auch noch die Medienkrise in Frankreich weiter beschleunigen. U.a. haben die Franzosen ein
ziemlich langes Gedächtnis haben auf das was die politique mysterieuze nennen kann, einschliesslich des eher langen Sündenregisters
der Aussenpolitik in Afrika.

In der gegenwärtigen WikiLeaks Sache sind die Machtverhältnisse sehr viel sensibler als sie etwa im Fall von Totalstaaten waren.
Da geht es letztendlich vielfach nur um die allgemeine Akzeptanz, die Reputation. Was sich über Nacht in Luft auflösen dürfte
sind u.a. die Erfolge amerikanischer Scheinheiligkeit, eine Krise der Pharisäer. Irgendwie zeichneten sich die Amerikaner ja durch
eine mehr oder mehr minder drastische Scheinheiligkeit aus. Und sie haben das auch durch das martialische Gehaben schon teilweise
selber ad absurdum geführt (der blosse Ruf nach Gewalt reichte aus) und schon ist das alles perdu. Blosses Desinteresse ganz
allgemein reicht aus im Hinblick auf Propaganda, Werbung, und dergleichen, sowohl bei Banken wie in der Politik, um als
Werbefaktor am Ende wie nackte Kaiser dazustehen, allein auf weiter Flur.

Hannah Ahrendts Buch ist, das sei angemerkt, bei manchen „Intellektuellen“ gar nicht gerne gesehen. Man stösst dabei auf
Intellektuelle für die Besitz des Intellekts als solches ein Problem darstellt, ein Zustand mit dem weitere Probleme intellektuell
geschaffen werden und logischerweise in Problemen endet. Das kann man auf die leichte Schulter nehmen, einfach übergehen.

Hier der Wikepedia – Eintrag zu Macht und Gewalt:
http://de.wikipedia.org/wiki/Macht_und_Gewalt

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