Kommentare zu: Kakophonie der Wirtschaftselite mit Vorschlagsflut zur Lösung der griechischen Schuldenkrise http://www.blicklog.com/2011/07/21/kakophonie-der-wirtschaftselite-mit-unbersehbarer-anzahl-an-vorschlgen-zur-lsung-der-griechischen-schuldenkrise/ Notizen über Wirtschaft, Finanzen, Management und mehr Thu, 09 Oct 2025 13:01:47 +0000 hourly 1 https://wordpress.org/?v=5.0.25 Von: nigecus http://www.blicklog.com/2011/07/21/kakophonie-der-wirtschaftselite-mit-unbersehbarer-anzahl-an-vorschlgen-zur-lsung-der-griechischen-schuldenkrise/comment-page-1/#comment-16028 Thu, 21 Jul 2011 18:42:34 +0000 http://www.blicklog.com/2011/07/21/kakophonie-der-wirtschaftselite-mit-unbersehbarer-anzahl-an-vorschlgen-zur-lsung-der-griechischen-schuldenkrise/#comment-16028 Nichts Tun wäre hinsichtlich der Anreizproblematik das einfachste und sinnvollste. Nur schreien dann sofort Stimmen der Euro breche auseinander, Weltwirtschaft, usw. Ohne Konsequenzen lernt der Mensch nicht. Ohne Lernen, keine Anreize es bei nächsten mal besser zu machen.

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Von: dels http://www.blicklog.com/2011/07/21/kakophonie-der-wirtschaftselite-mit-unbersehbarer-anzahl-an-vorschlgen-zur-lsung-der-griechischen-schuldenkrise/comment-page-1/#comment-16024 Thu, 21 Jul 2011 07:04:29 +0000 http://www.blicklog.com/2011/07/21/kakophonie-der-wirtschaftselite-mit-unbersehbarer-anzahl-an-vorschlgen-zur-lsung-der-griechischen-schuldenkrise/#comment-16024 Der Ansatz, nichts zu tun, ist kein Vorschlag von mir. Aber er wäre eigentlich die Benchmark, um die anderen Vorschläge zu messen. Mein Erstaunen bezieht sich vor allem darauf, dass es so viele unterschiedliche Empfehlungen gibt. Und ökonomisch ist es ein Riesenunterschied, wie man eine Umschuldung durchführt: Wir sprechen ja aktuell von einer Umschuldung mit staatlicher Intervention. Würde man gar nichts tun, gäbe es ebenfalls eine Umschuldung, die Schuldner und Gläubiger miteinander vereinbaren müssten.
Die Kakophonie bezieht sich vor allem auf die Äußerungen in der Öffentlichkeit, die ja oft aus der Politik kommen.

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Von: Wirtschaftsphilosoph http://www.blicklog.com/2011/07/21/kakophonie-der-wirtschaftselite-mit-unbersehbarer-anzahl-an-vorschlgen-zur-lsung-der-griechischen-schuldenkrise/comment-page-1/#comment-16023 Thu, 21 Jul 2011 06:47:57 +0000 http://www.blicklog.com/2011/07/21/kakophonie-der-wirtschaftselite-mit-unbersehbarer-anzahl-an-vorschlgen-zur-lsung-der-griechischen-schuldenkrise/#comment-16023 Was ist schlecht daran, wenn zu wichtigen Themen viele Vorschläge gemacht werden? Für eine Entscheidung sollte die Diskussion dann natürlich möglichst zu einem besonders guten Vorschlag oder auch Kompromiss führen. Meiner Ansicht nach sind sich die meisten Ökonomen in den Grundzügen durchaus einig, z. B. dass Griechenland einer Umschuldung bedarf, „nur“ die Details sind noch unklar und die Politik ist noch nicht überzeugt.

„Kakophonie“ und eine „unübersehbare Anzahl an Vorschlägen“ bekämpft man wohl kaum damit, dass man noch einen weiteren Vorschlag unterbreitet. Inhaltlich finde ich Ihren Vorschlag auch nicht so richtig überzeugend. Wenn die Politik gar nichts mehr tut, befindet sich Griechenland sofort in einer ungeordneten Pleite. Eine Umschuldung sollte dagegen einigermaßen geordnet ablaufen. Dafür gibt es mehrere sinnvolle Alternativen. In meinem heutigen Blog-Eintrag werde ich ein Insolvenzverfahren für Staaten empfehlen.

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Von: enigma http://www.blicklog.com/2011/07/21/kakophonie-der-wirtschaftselite-mit-unbersehbarer-anzahl-an-vorschlgen-zur-lsung-der-griechischen-schuldenkrise/comment-page-1/#comment-16022 Thu, 21 Jul 2011 01:29:00 +0000 http://www.blicklog.com/2011/07/21/kakophonie-der-wirtschaftselite-mit-unbersehbarer-anzahl-an-vorschlgen-zur-lsung-der-griechischen-schuldenkrise/#comment-16022 „Den Ansatz rein gar nichts zu tun und die Regelung einfach den “Märkten” zu überlassen.“

Das kann man tun. Und zwar mit einer „kleinen“ Vorbedingung, daß die Ausgangspositionen dafür – so etwa wie sie in den EURO-Bedingungen mal festgelegt waren – einerseits wiederhergestellt und andererseits von ihrem Fundamentalfehler gesäubert werden.

Ganz salopp kann man es so sehen: es gab einen großen Irrtum, der darin bestand, daß für alle Teilnehmer der EURO-Zone die gleichen Bedingungen, sprich der gleiche Zinssatz gelten müsse. Zumindest war das – wie es gelegentlich geäußert wird – das politische Ziel des EURO. Das hat dazu geführt, daß alle EURO-Zentralbanken die gleichen Refinanzierungsbedingungen haben, obwohl sie, was die Gewährung von Kredit angeht, unterschiedliche Bonitätsvorstellungen pflegen. Und das auch noch – wie die TARGET-Debatte gezeigt hat – unter der Prämisse, daß die EURO-Zentralbanken untereinander offenbar einen unlimitierten Kredit zu identischen Konditionen in Anspruch nehmen können. Ich gehe mal davon aus, daß die Bundesbank in Kenntnis der schlechten Bonitätsstandards der PIGS-Länder diese Refinanzierungsfazilitäten wenn überhaupt niemals zu 1% gewährt hätte. Denn im Grunde genommen besteht auch zwischen den EURO-Zentralbanken ein Interbankenmarkt, der normalerweise davon gesteuert wird, wie die jeweilige Bonität der betreffenden nationalen Zentralbank eingeschätzt wird. Genau dies ist durch die EURO-Regeln amputiert worden, mithin der Markt aus politischen Gründen ausgeschaltet worden! Wenn es einen Fehler im EURO-System gibt, dann die zwangsweise Nivellierung der Refinanzierungsbedingungen aller EURO-Zentralbanken. Denn hier wird schlichtweg der Fehler gemacht ungleiche Sachverhalte gleich zu behandeln. Und das geht nie gut!

Wenn man aus den Fehlern der EURO-Startphase etwas lernen wollte, dann müßte man
a) den EURO-Inter-Zentralbankenmarkt wiederherstellen, damit sich der Preis der Liquidität wieder nach bankmäßigen Kriterien orientiert
b) die Ausgangsbedingungen für ein gesundes Operieren des EURO-Interbankenmarktes wiederherstellen
und
c) von der Vorstellung Abschied nehmen, daß eine einheitliche Währung auch gleichbedeutend mit einem einheitlichen Lebensstandard ist.

Was b) angeht, wäre es praktikabel einen „EURO-Illusions-Gedächtnisfonds“ auf EU-Ebene aufzulegen, der ALLE EURO-Länder zinsgünstig von ihren Altlasten aus Finanzkrisen- und EURO-Illusionszeiten befreit. Zielpunkt wäre eine Wiederherstellung der Maastricht-Kriterien, so daß dann – mit dem entstandenen Wissen um die Fehler unkonditionaler Liquiditätsversorgung – eine Ausrichtung der Finanzpolitik auf eine stabilitätskonforme Budgetgestaltung wieder möglich wird. Dies stünde selbst einem Deutschland gut zu Gesicht, denn die Bürgschaftsfalle wird, wenn die Probleme noch weitergewälzt werden, in ein paar Jahren zuschnappen! Und es ist dabei keine Beruhigung, daß es erst die anderen trifft, denn je mehr „Andere“ in die Staatsschuldenfalle laufen, desto schneller ist es auch mit der AAA-Bonität Deutschlands vorbei! In diesem Fall gibt es tatsächlich den (oft zu Unrecht gefürchteten) Schneeballeffekt.

Wie gesagt: den Markt wirken lassen ist wohl die beste Idee zur Sache. Aber die Rahmenbedingungen müßten dann wiederhergestellt werden! Die Einschätzung, ob die Politik die Einsicht in die Notwendigkeiten aufbringt, kann jeder für sich entscheiden. Meiner Meinung nach stehen die Chancen dafür nicht gut!

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