Kommentare zu: Die Finanzkrise 2.0 wird zur ihrer eigenen Realsatire oder wie sich alles im Kreis dreht http://www.blicklog.com/2011/10/21/die-finanzkrise-2-0-wird-zur-ihrer-eigenen-realsatire-oder-warum-sich-alles-im-kreis-dreht/ Notizen über Wirtschaft, Finanzen, Management und mehr Thu, 09 Oct 2025 13:01:47 +0000 hourly 1 https://wordpress.org/?v=5.0.25 Von: Rainer http://www.blicklog.com/2011/10/21/die-finanzkrise-2-0-wird-zur-ihrer-eigenen-realsatire-oder-warum-sich-alles-im-kreis-dreht/comment-page-1/#comment-18281 Fri, 21 Oct 2011 15:18:50 +0000 http://www.blicklog.com/2011/10/14/die-finanzkrise-2-0-wird-zur-ihrer-eigenen-realsatire-oder-warum-sich-alles-im-kreis-dreht/#comment-18281 Es wäre fair, anzunehmen, dass neben Andreas Schmitz auch andere Banker erkennen, welchen Vertrauensverlust die Finanzinstitute erlitten haben. Ich bezweifele nicht, dass hier viel Arbeit noch vor ihnen liegt. Dass die Diskussion über die Krise sich im Kreise dreht, liegt m.E. jedoch eher daran, dass kaum ein Politiker oder auch Ökonom die „real existierende“ Finanzwelt überhaupt versteht. Ebenso schaffen sie es nicht, die Finanzwelt losgelöst von den eigenen politischen Interessen zu beurteilen, wie die Diskussionen in der Regierungskoalition zeigen. Es wäre ja verwunderlich, wenn die Diskussion sich nicht im Kreise drehen würde. Denn das hieße, dass Politik, Wirtschaft und Gesellschaft gemeinsam die Notwendigkeit schmerzhafter Einschnitte erkannt hätten.

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Von: Kritiker http://www.blicklog.com/2011/10/21/die-finanzkrise-2-0-wird-zur-ihrer-eigenen-realsatire-oder-warum-sich-alles-im-kreis-dreht/comment-page-1/#comment-18270 Fri, 21 Oct 2011 12:41:31 +0000 http://www.blicklog.com/2011/10/14/die-finanzkrise-2-0-wird-zur-ihrer-eigenen-realsatire-oder-warum-sich-alles-im-kreis-dreht/#comment-18270 Es gibt sicher mehrere Gründe, warum sich die Diskussion im Kreis dreht. Zum einen ist es natürlich die Autopoesis der beteiligten Organisationen Banken, Politik, Wissenschaft und abstrakt die Gruppe der privaten Anleger, verbunden mit der faktischen Macht des Geldes, die eine wirkliche Reform verhindert.

Die Kaste der Volkswirte auch eine ganz unrühmliche Rolle. Die orthodoxe (namentlich die neoklassische) VWL hat darin versagt, das moderne Bankwesen überhaupt in ihre Modelle zu integrieren. Es gibt heute keine, vor allem keine normative Theorie über die Finanzmärkte. Die VWL hat sich immer hinter ihren Dogmen der EMH verschanzt, egal wie offensichtlich auch die Diskrepanzen zur Wirklichkeit waren. Auch 20 Jahre nach dem Zusammenbruch der japanischen Volkswirtschaft wird zum Beispiel dieses „Phänomen“ als weitgehend „unerklärbar“ ignoriert. Paul Krugman hat in seinem Blog geschrieben, die VWL wüsste heute weniger als vor 20 Jahren. Dem ist beizupflichten, da sich die VWL zu stark einem Mainstream angepasst hat, und offensichtlich einen starken Konsensdruck ausgeübt hat.

Wie der australische Professor Steve Keen es neulich einmal in einem Interview bildhaft beschrieb, braucht die VWL einen Paradigmenwechsel kopernikanischer Dimension: Wenn die Erde nicht mehr Mittelpunkt der Welt ist, dann kann man plötzlich auch nicht mehr erklären, warum ein Apfel zu Boden fällt. Bis dahin war es immer einfach: Alles bewegt sich zum Zentrum. Wenn die Sonne das Zentrum ist, dann hat man plötzlich ein Problem mit dem Apfel. Dieses Problem hat heute die VWL, aber wie die Kirche damals verteidigt sie ihr Dogmen, und ist damit ein Lösungsverhinderer.

Der von mir sehr geschätzte Blog Weissgarnix von Thomas Strobl hat die Soziologie in Thematik eingeführt, und sich aus einer anderen Perspektive mit dem Thema beschäftigt, aber er hat sich letztlich auch nur innerhalb des gängigen Paradigmas bewegt, und er hat daher ebenfalls keine Lösung der inneren Widersprüche der orthodoxen Ökonomie gefunden. Subjektiv hat er sich damit natürlich im Kreis bewegt.

Das ist schade, eine Auseinandersetzung mit den Ideen von Keen oder Richard A.Werner und anderen heterodoxen Ökonomen wäre bei Weissgarnix sicher interessant geworden.

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Von: Kleine Presseschau vom 21. Oktober 2011 | Die Börsenblogger http://www.blicklog.com/2011/10/21/die-finanzkrise-2-0-wird-zur-ihrer-eigenen-realsatire-oder-warum-sich-alles-im-kreis-dreht/comment-page-1/#comment-18261 Fri, 21 Oct 2011 10:43:41 +0000 http://www.blicklog.com/2011/10/14/die-finanzkrise-2-0-wird-zur-ihrer-eigenen-realsatire-oder-warum-sich-alles-im-kreis-dreht/#comment-18261 […] Blick Log: Die Finanzkrise 2.0 wird zur ihrer eigenen Realsatire oder wie sich alles im Kreis dreht […]

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Von: Marsman http://www.blicklog.com/2011/10/21/die-finanzkrise-2-0-wird-zur-ihrer-eigenen-realsatire-oder-warum-sich-alles-im-kreis-dreht/comment-page-1/#comment-18240 Fri, 21 Oct 2011 07:24:02 +0000 http://www.blicklog.com/2011/10/14/die-finanzkrise-2-0-wird-zur-ihrer-eigenen-realsatire-oder-warum-sich-alles-im-kreis-dreht/#comment-18240 Meines Erachtens lassen sich immerhin ein paar Trends erkennen:
Erstens, die Wirtschafts- und Finanzberichterstattung wird anscheinend
für viele wahrnehmbar zusehends dysfunktionaler, für die Medienkonsumenten
schlicht sinnlos. Es gibt ja auch jede Menge Nachrichtenschrott der nur dazu dient
Betriebsamkeit vorzutäuschen. Und es kann abermals zu einer neuen Runde
der Medienkrise, zumindest von den USA ausgehend, kommen.

Zweitens. Die Meinungsmacherei, die immer wieder mal ganz unversehens
Konformität erzwingt zugunsten der diversen Rettungsaktionen wird vielleicht
auch noch mal für viele ein Ärgernis, ein Albtraum.
Es ist schon interessant wie manche ebendieser jetzt zunehmend versuchen
die Anleger zu bevormunden, von denen Gehorsam verlangen. Die Webseite
vom ARD etwa, der Wirtschafts- und Börsenteil davon, ist ein Musterfall von
unendlich weisen Gouvernanten und Oberlehrern und entsetzlich dummen
Kindern. Dumme Kinder, die sich zudem zusehends ungehörig verhalten. Es
wird nicht mehr lange dauern und die Vormünder werden sich über den
Ungehorsam ihrer Zöglinge noch Luft machen (wenn man an den Finanzmärkten
anders reagiert als gewollt und gesollt).
Ich würde fünf bis zehn Euro darauf wetten dass sich innerhalb von zwei Wochen
die Anleger u. Medienkonsumenten Strafpredigten, psychische Diagnosen
und andere Unmutsäusserungen anhören dürfen.

Viertens, die Politiker entwicklen sich zunehmend zu Aussenseitern im Hinblick auf die Finanzmärkte, die kleinen und grossen Anleger, wie auch die real
existierenden Firmen. sich gegen die Finanzmärkte zu stellen war erstens
populär. Bis es dann auf einmal nicht mehr die Finanzmärkte abstrakt sind
sondern sich gewissermassen die Politiker und die Anleger direkt gegenüber
stehen, als Fremde.

Etwas, das offensichtlich nicht vorgesehen wird, weder von den Banken noch
von Politikern, ist der Fall dass sich im Hinblick auf den Rettungsschirm, usw.,
keine Euphorie, keine eigentlich falsche Kursentwicklung an den Börsen
gibt, sondern dies insgesamt Unbehagen auslöst, die Aktienkurse eher
unten bleiben, vielleicht sogar noch sinken. In diesem Fall hängen sowohl
Banken wie Politik in der Luft, weil dann sich mit Versprechungen und
Erwartungen nichts mehr machen lässt. Dann ergeben sich wegen den
Reaktionen an den Finanzmärkten ziemlich bald ganz andere Umstände.
Umstände faktischer Art, die als Bande so manch hübscher Theorie ein
grausiges Ende machen, zumindest aber ordentlich Sand im Getriebe
darstellen.

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