Kommentare zu: Stefan Eichner: Zur Debatte um die Abweichungen vom ökonomischen Mainstream http://www.blicklog.com/2012/02/01/zur-debatte-um-die-abweichungen-vom-konomischen-mainstream/ Notizen über Wirtschaft, Finanzen, Management und mehr Thu, 09 Oct 2025 13:01:47 +0000 hourly 1 https://wordpress.org/?v=5.0.25 Von: sean o'b http://www.blicklog.com/2012/02/01/zur-debatte-um-die-abweichungen-vom-konomischen-mainstream/comment-page-1/#comment-32250 Fri, 03 Feb 2012 20:39:45 +0000 http://www.blicklog.com/?p=25761#comment-32250 @Stefan
Ich glaube schon, daß Freeman und die ältere Garde der Innovationsökonomie Interesse an deinem Ansatz gehabt hätten, auch wenn sie selbst nichts zur Historischen Schule publizierten (und vielleicht auch nichts/wenig wußten). Schumpeter-Exegese ist immer noch angesagt. Egal.
Ich wollte eigentlich nur ausdrücken, daß es durchaus Netzwerke gibt und gab, an denen Interessierte andocken können (zumindest in diesem Bereich). Bei meinen in D tätigen Kollegen mußte ich immer wieder feststellen, daß diese sehr für sich allein vor sich hinwursteln mußten. Netzwerke, summer schools etc. wurden gar nicht gefördert, teils auch abgelehnt – auch im neoklassischen Mainstream. Da hat sich sicher in den letzten 10/15 einiges geändert. Die Handelsblatt-Konferenz war ja auch zweisprachig.

Ich habe nicht erwartet, dass auf der Tagung “Ökonomie neu denken” solche neuen Ansätze präsentiert oder gar diskutiert werden würden. Dafür wären eine viel grundsätzlichere Fragestellung und auch ganz andere Akteure notwendig gewesen.

Die INET-Konferenz in Berlin (leider für den ‚akademischen Pöbel‘ geschlossen) ist da aufgeschlossener und bringt eine Mischung aus Mainstream und Heterodoxen zusammen. Tony Lawson moderiert ein Panel, David Graeber sitzt in einem. Münchau moderiert ein Panel mit Sven Giegold, Yanis Varoufakis, Brunnermeier und Soros.

Grüße,
Sean

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Von: Stefan L. Eichner http://www.blicklog.com/2012/02/01/zur-debatte-um-die-abweichungen-vom-konomischen-mainstream/comment-page-1/#comment-31966 Wed, 01 Feb 2012 19:03:57 +0000 http://www.blicklog.com/?p=25761#comment-31966 Hallo Sean o´b,

vielen Dank für die vielen ermutigenden Hinweise.

Ich habe mich damals mit Freeman, Dosi et al. natürlich beschäftigt. Letztlich habe ich den Eindruck gewonnen, dass ich mich mit meinen Ansatz nicht wirklich auf deren Linie bewegte, sondern damit viel näher bei der deutschen Historischen Schule, Schumpeter und der ordoliberalen Diskussion war. Das alles, wie vor allem auch die wettbewerbstheoretische Debatte, spielte sich (in der Vergangenheit) sehr stark im deutschsprachigen Raum ab. Eine echte wettbewerbstheoretische Debatte gab es im Grund seit Dekaden nicht mehr.

Es spielten allerdings auch die Umstände, unter denen die Arbeit damals entstand, eine Rolle. Unter anderem benötigte ich die Publikation – die vom Verlag Duncker & Humblot ja auch als Lehrbuch verlegt wurde – für meine eigenen Lehrveranstaltungen im Hauptstudium. Und so habe ich gar nicht nicht in Erwägung gezogen, die Schrift in Englisch zu erstellen. Das würde ich heute vermutlich anders machen – es ist ist immerhin 12 Jahre her.

Grüße
SLE

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Von: sean o'b http://www.blicklog.com/2012/02/01/zur-debatte-um-die-abweichungen-vom-konomischen-mainstream/comment-page-1/#comment-31958 Wed, 01 Feb 2012 17:09:29 +0000 http://www.blicklog.com/?p=25761#comment-31958 @Stefan
(1) Ein gutes Beispiel für das langfristige, teils mühselige, aber letzlich erfolgreiche Bohren der dicken Bretter des Paradigmenwandels ist das Science and Technology Policy Research Centre (SPRU), Brighton, des auch von dir zitierten Chris Freeman. Einen Überblick bietet das Paper einiger seiner Doktoranden (deshalb auch leider etwas ‚whiggish‘): http://ideas.repec.org/p/tik/inowpp/20110926.html
Seit den 1980er wurde es zu einem Inkubator zahlreicher kleinerer und größerer Innovationsforschungzentren in Europa (v.a. Skandinavien und NL, aber auch tatsächlich in D), die sich interdisziplinär und abseits vom Mainstream aufgestellt haben, in der Politikberatung auf beschränkten Teilgebieten einflußreich sind. Früher eher im post-autistischen Umfeld zu finden, findet man Giovanni Dosi mittlerweile auch beim Institute for New Economic Thinking; soll heißen, die Ideen diffundieren in den Mainstream. Ob dies die Neoklassik tötet (‚Missionstatement‘ von Dosi), oder ob sie sich durch partielle Aufgabe von einigen wenigen Positionen und etwas Pluralisierung letztlich retten kann, wird die Zeit zeigen.

(2) Mußtest du eigentlich beim Guttenberg-Verlag auf Deutsch veröffentlichen? Oder wollte das die Uni? Eine englische Veröffentlichung hätte die Anschlußfähigkeit an den europäischen Diskurs hergestellt. Mit dem Thema hättest du bei SPRU offene Türen vorgefunden, aber auch Copenhagen Business School, oder Paul Geroski, London Business School…

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