Kommentare zu: Eine zu selten gestellte Frage: Kann man Wirtschaftskrisen eigentlich verhindern? http://www.blicklog.com/2012/02/22/ein-zu-selten-gestellte-frage-kann-man-wirtschaftskrisen-eigentlich-verhindern/ Notizen über Wirtschaft, Finanzen, Management und mehr Thu, 09 Oct 2025 13:01:47 +0000 hourly 1 https://wordpress.org/?v=5.0.25 Von: Social Forecasting (Teil 2): Wenn der Lagerarbeiter den Absatz besser prognostiziert als der Verkaufsprofi http://www.blicklog.com/2012/02/22/ein-zu-selten-gestellte-frage-kann-man-wirtschaftskrisen-eigentlich-verhindern/comment-page-1/#comment-37811 Fri, 09 Mar 2012 00:50:18 +0000 http://www.blicklog.com/?p=26102#comment-37811 […] die Vorhersagefähigkeiten von Experten habe ich hier schon häufiger geschrieben (zuletzt in einem Beitrag über Wirtschaftskrisen). Fachleute können gut Fakten analysieren und strukturieren, […]

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Von: lh http://www.blicklog.com/2012/02/22/ein-zu-selten-gestellte-frage-kann-man-wirtschaftskrisen-eigentlich-verhindern/comment-page-1/#comment-37338 Tue, 06 Mar 2012 18:21:24 +0000 http://www.blicklog.com/?p=26102#comment-37338 Ein interessanter Gedanke. Grundsätzlich lassen sich Krisen wohl nicht verhindern. Die Keynesianische Schule führt das darauf zurück, dass ein Kredit die Zukunft betrifft und damit zwingend unsicher ist. Stellt sich heraus, dass die Erwartungen der Gläubiger oder Anleger nicht zur tatsächlich eintretenden Zukunft passen, gibt es eine Krise. Insofern ist es in der Tat völlig verfehlt, Krisenfreiheit zu suchen oder zu versprechen. Es bleibt dennoch die Frage, ob man die Häufigkeit und Heftigkeit der Krisen vermindern kann. Was das angeht bin ich theoretisch optimistisch, befürchte aber, dass die dominierenden Wirtschaftstheorien und ihre Empfehlungen (insbesondere die Ideologie vom schlanken Staat und den Vorzügen der Geldpolitik) diesbezüglich kontraproduktiv sind, weil diese letztlich den Kredithebel (Leverage) des Privatsektors fördern.

Aber der Gedanke von der Unvermeidbarkeit der Krisen müsste auf die VWL erheblichen Einfluss haben. Sehr viele neoklassisch angehauchte Ideen, wie z.B. die Lehre vom guten Gleichgewicht der Wirtschaft, rationale Erwartungen, letztlich auch die Vermeidung von Moral Hazards, haben dann kein solides Fundament mehr. Anstatt nur passiv hinzunehmen, sollte man daraus die Konsequenzen ziehen.

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Von: Sollten wir Krisen gleichmütig hinnehmen? | Wirtschaftsphilosoph http://www.blicklog.com/2012/02/22/ein-zu-selten-gestellte-frage-kann-man-wirtschaftskrisen-eigentlich-verhindern/comment-page-1/#comment-37183 Tue, 06 Mar 2012 02:03:15 +0000 http://www.blicklog.com/?p=26102#comment-37183 […] Elsner alias Blick Log stellt “Ein[e] zu selten gestellte Frage: Kann man Wirtschaftskrisen eigentlich verhindern?” Er zitiert Werner Plumpe: “Wieso nehmen wir im Bewusstsein ihrer regelmäßigen Wiederkehr […]

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Von: Stefan L. Eichner http://www.blicklog.com/2012/02/22/ein-zu-selten-gestellte-frage-kann-man-wirtschaftskrisen-eigentlich-verhindern/comment-page-1/#comment-35242 Sun, 26 Feb 2012 10:12:40 +0000 http://www.blicklog.com/?p=26102#comment-35242 Es ist wohl eher so, dass es die Wachstumsfokussierung ist, die heute die Ursache einer Entwicklung ist, an deren Ende eine schwere Wirtschaftskrise steht. Genauer gesagt ist es die Fokussierung auf die Gewinner von Markt- und Wettbewerbsprozessen seitens der Politik – darin gleicht die aktuelle Krisenlage der in den späten 20er und in den 30er Jahren. Es kommt dadurch bedingt zu einer auf allen Märkten stattfindenden, sukzessive verlaufenden Unternehmens-, Einkommens- und Vermögenskonzentration und somit zur immer festeren Etablierung einer immer kleiner werdenden Gruppe ewiger Gewinner. Das aber ist nichts anderes als der Stille Tot des dynamisch-innovativen Wettbewerbs, in dem jeder die Chance hat, mit überlegenen Leistungen erfolgreich zu sein. Der Zustand, der dann eintritt, ist der einer Verkrustung von immer mehr Mäkten. Mit der beständig betriebenen Effiziensteigerung – u.a. auchüber M&A realisiert – geht aber für die verbliebenen Gewinner sukzessive auch immer mehr das verloren, was die Vorausetzung für weiteres Wachstum ist: kaufkräftige Nachfrage.

Dieser Prozess wird durch die Finanzmärkte beschleunigt. Die Börsen bejubeln Kostensenkungsprogramme ebenso wie Fusionen und Übernahmen. Weil jedoch realwirtschaftlich kein ausreichendes Wachstum mehr realisiert wird, haben sich die Finanzmärkte auf Luftnummern verlegt – man denke nur an das Volumen des globalen Derivatemarktes (über 700 Billionen USD)- , um dennoch hohe Renditen erzielen zu können.

An diesem Punkt kommen die Notenbanken ins Spiel, die nicht verstanden haben oder ignorieren, dass sie mit der Flut billigen Geldes nicht die Realwirtschaft und Wachstum stimulieren, sondern nur die Luftnummern der Finanzmärkte.

Und natürlich sind diese Entwicklungen, die sich systematisch bis zu einem Big Bang zuspitzen, nicht unabänderlich und deswegen unvermeidlich. Wer das behauptet, versteht nicht, wie Märkte wirklich funktionieren. Und genau das ist ja gegenwärtig auch das Problem. Die Krise wird nicht an ihren Ursachen bekämpft, weil man diese nicht wirklich sieht und mithin auch nicht sehen will.

Viele Grüße
SLE

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Von: Thorsten Biegner http://www.blicklog.com/2012/02/22/ein-zu-selten-gestellte-frage-kann-man-wirtschaftskrisen-eigentlich-verhindern/comment-page-1/#comment-34635 Wed, 22 Feb 2012 22:09:40 +0000 http://www.blicklog.com/?p=26102#comment-34635 Hm vielen Dank werde ich mir bei Gelegenheit mal anschauen.

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Von: Nixda http://www.blicklog.com/2012/02/22/ein-zu-selten-gestellte-frage-kann-man-wirtschaftskrisen-eigentlich-verhindern/comment-page-1/#comment-34620 Wed, 22 Feb 2012 20:14:51 +0000 http://www.blicklog.com/?p=26102#comment-34620 Man gewinnt den Eindruck, dass die neoklassische Ökonomie depressive Nabelschau betreibt, und die Krisen als quasi unvorhersagbar betrachtet. Sie schafft es nicht über ihren Tellerand zu schauen.

Die Kommentatoren kritisieren zwar, dass ihre alten Experten bei ihren Prognosen und Rezepten versagt haben; Die Ökonomie auf Basis von Modellen der komperativen Statik ist wahrscheinlich tatsächlich nicht mehr zu reparieren. Aber die Beschäftigung mit alternativen Theorieansätzen bleibt aus. Stattdessen flüchtet man sich wieder in intuitive, vorwissenschaftliche aber ebenso falsche Sichtweisen (Staatsschulden sind schuld, Fehlender Goldstandard, Österreichische Ökonomie).
Nur in der FAZ sind gelegentliche Versuche zu lesen, auch heterodoxe oder quantitative Theorieansätze zu Wort kommen zu lassen.

Die Modelle, die die Finanzkrise vorhergesehen haben, sind zum Beispiel diejenigen, die sich auf Basis der Saldenmechanik bewegen und den privaten Kreditsektor mit abbilden. Zudem wird das ganze als (chaotisches) dynamisches System betrachtet, und nicht mehr als ein System von statischen Märkten im Gleichgewicht.

Linkliste:
http://bit.ly/55Vm3
http://bit.ly/p345KU

Neomonetaristische Ansätze:
http://bit.ly/wRvIaY
http://bit.ly/xY5uTD
http://bit.ly/zuUZ5O

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Von: Thorsten Biegner http://www.blicklog.com/2012/02/22/ein-zu-selten-gestellte-frage-kann-man-wirtschaftskrisen-eigentlich-verhindern/comment-page-1/#comment-34563 Wed, 22 Feb 2012 15:11:45 +0000 http://www.blicklog.com/?p=26102#comment-34563 @Dirk Elsner
Ich dachte der Artikel bezog sich auf Wirtschaftskrisen und nicht Schuldenkrisen? Mein Fehler die Mindmap ist zur Europäischen Schuldenkrise und nicht der Krise kommend aus den USA.
Für die Immobilienkrise in der USA ist die zu Hohe Kreditvergabe der Auslöser der Krise. Ohne diese große Erweiterung der Geldmenge wäre (laut Hayek) die Krise nicht entstanden da sich diese Immobilien-Blase gar nicht erst hätte bilden können.

Zur Schuldenkrise, diese lässt sich nach meiner Meinung nicht verhindern. Es ist immer ein „Spiel“ der Gläubiger wie lange sie einem Staat vertrauen. Japan wird mit einer Schuldenquote von ich glaube aktuell ca. 250%? Noch immer vertraut.

Entscheidend ist wenn ein Schuldner insolvent wird, dass die Gläubiger dieses Schuldners die Verantwortung tragen und nicht wie aktuell die Gemeinschaft (alle europäischen Steuerzahler).
Denn nur so kann sicher gestellt sein, dass ein Gläubiger auch in seinem und im Interesse des Schuldners handelt wenn er eine Entscheidung trifft ob es vernünftig ist die Kredite zu erhöhen oder nicht.

Wenn diese Regel nicht mehr eingehalten wird, dass Gläubiger auch für ihr Tun Verantwortung übernehmen (wie aktuell) ist das aktuelle Finanzsystem nicht mehr haltbar solang wir (die Menschen) der Meinung sind, dass jeder für sein Eigenes Tun und Handeln die Verantwortung trägt.
Wenn wir natürlich Morgen alle Entscheiden, dass wir es alle für gut befinden, dass Alles jedem gehört und jeder Veranwortung trägt für das Tun und Handeln jedes Anderen. Nun dann können wir das so machen. Aber ich glaube in dieser Welt möchten die wenigsten Menschen leben da sie nur im Chaos enden kann (soweit wie ich das erkennen kann). Denn welche Regeln und Gesetze gelten dann überhaut noch?

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Von: Kleine Presseschau vom 22. Februar 2012 | Die Börsenblogger http://www.blicklog.com/2012/02/22/ein-zu-selten-gestellte-frage-kann-man-wirtschaftskrisen-eigentlich-verhindern/comment-page-1/#comment-34559 Wed, 22 Feb 2012 14:42:29 +0000 http://www.blicklog.com/?p=26102#comment-34559 […] Blick Log: Ein zu selten gestellte Frage: Kann man Wirtschaftskrisen eigentlich verhindern? […]

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Von: Dirk Elsner http://www.blicklog.com/2012/02/22/ein-zu-selten-gestellte-frage-kann-man-wirtschaftskrisen-eigentlich-verhindern/comment-page-1/#comment-34514 Wed, 22 Feb 2012 09:14:33 +0000 http://www.blicklog.com/?p=26102#comment-34514 Ich weiß nicht, warum der Ansatz der Offensichtlichste ist zur Lösung der europäischen Schuldenkrise? Hat irgend jemand den Vorschlag gemacht zur Lösung der aktuellen Probleme? Ich habe ihn nirgends gelesen, allerdings auch längst nicht alles gefunden. Und sorry, ich verstehe den Ansatz auch nicht nach diesen drei Zeilen.

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Von: Thorsten Biegner http://www.blicklog.com/2012/02/22/ein-zu-selten-gestellte-frage-kann-man-wirtschaftskrisen-eigentlich-verhindern/comment-page-1/#comment-34513 Wed, 22 Feb 2012 09:08:02 +0000 http://www.blicklog.com/?p=26102#comment-34513 Also vielleicht hab ich es überlesen aber ein Lösungsansatz welcher in diesem Blogeintrag noch der MindMap genannt wurde und scheint mir doch der offensichtlichste:

Ein Geldsystem dessen Geldmenge nicht stärker wächst als die Wirtschaft (Hayek) also entweder einen Goldstandard, Zentralbanken die keine Kapitalblasen entstehen lassen (nicht zuviel Geld drucken) wobei da die Frage ist ob so eine Zentralbank jemals existieren kann oder ein Free Banking System.

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Von: RalfKeuper http://www.blicklog.com/2012/02/22/ein-zu-selten-gestellte-frage-kann-man-wirtschaftskrisen-eigentlich-verhindern/comment-page-1/#comment-34508 Wed, 22 Feb 2012 08:24:23 +0000 http://www.blicklog.com/?p=26102#comment-34508 Die Aussagen von Werner Plumpe zeigen, dass die Wirtschaftsgeschichte in den letzten Jahren zu kurz gekommen ist. Ohne die Finanzkrise würde dieser Zustand noch andauern. Nicht umsonst hat Werner Plumpe auf einem Vortrag http://bit.ly/xraX69 vor kurzem erwähnt, dass die Finanzkrise quasi die „Sternstunde“ der Wirtschaftsgeschichte gewesen sei. Seitdem findet sie zunehmend Gehör. Nur wie lange? Für mich jedenfalls zeigt es, dass die Ökonomie ein interdisziplinäres Denken benötigt, wie es von Thomas Straubhaar http://bit.ly/xLESOt , Olaf Storbeck http://bit.ly/x6g0LO u.a. zu Recht gefordert wird.
In dem bereist erwähnten Vortrag sprach Plumpe am Beispiel des Stabilitätsgesetzes, dem sog. „Magischen Viereck“, von der „Illusion des immerwährenden Wachstums“. Die Erfolge blieben bisher aus. Krisen sind für ihn, wie es ja auch in dem Essay im Kursbuch heisst, so etwas wie der Normalfall. Sie unterscheiden sich in ihrem Ausschlag und der Dauer. Strukturkrisen wie auch Krisen infolge eines Krieges benötigen zu ihrer Bewältigung weit mehr Zeit als „gewöhnliche“ konjunkturelle Krisen.
Interessant an dem Vortrag fand ich vor alle die Aussagen Plumpes zur Zukunft der Eurozone. http://bit.ly/xraX69

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