Kommentare zu: Europäische Schuldenkrise und Deutschlands schwache Position als starker Gläubiger http://www.blicklog.com/2012/07/02/europische-schuldenkrise-und-deutschlands-schwache-position-als-starker-glubiger/ Notizen über Wirtschaft, Finanzen, Management und mehr Sat, 13 Jun 2026 20:58:02 +0000 hourly 1 https://wordpress.org/?v=5.0.25 Von: FDominicus http://www.blicklog.com/2012/07/02/europische-schuldenkrise-und-deutschlands-schwache-position-als-starker-glubiger/comment-page-1/#comment-64533 Tue, 03 Jul 2012 05:01:40 +0000 http://www.blicklog.com/?p=28300#comment-64533 Wenn Sie damit nichts anfangen können, muß ich Sie halt fragen: Warum nicht?

Auch muß ich Sie fragen was wäre Ihre Argumentation wenn nicht ökonomisch?

Ist es nicht offensichtlich, wir haben hier ein ökonomisches Problem? Das Problem, daß mehr versprochen wurde/wird als da ist? Und das es so niemals gehen kann?

Es gibt nur eine Schule die eine schlüssige Erläuterung und Erklärung hat. Wie man das offensichtliche Scheitern noch in Frage stellen kann leuchtet mir nicht ein.

Die Erläuterung der aktuellen Krisen wurden stringent, logisch nur durch die Österreicher erläutert. Alle anderen „Modelle“ haben das nicht vermocht. Vor der Krise in 2004 schrieb Baader: Geld, Gold, Gottspieler. Schauen Sie in die Bücher vor der Machtergreifung der Nazis von von Mises und dort haben Sie funktionierende Erklärungen die alle Krisen beschreiben.

Ich bin gerne bereit mit andere Bücher anzuschauen, die so genau getroffen haben. Es geht immer auf die gleiche Weise. Staatliche Bürokraten maßen sich Wissen an daß sie nicht haben und fangen an damit Spannungen aufzubauen. Niemand kann wissen was in der Zukunft passiert. Wüsste man es wäre Wirtschaften völlig unwichtig, da man ja „weiß“. Wir wissen es nicht, aber die Unternehmer versuchen es „vorherzusehen“ und diejenigen die es schaffen, fahren die größten Profite ein die Anderen stehen eben auch mit Verlusten da. Es gibt nicht was dies ändern kann.

]]>
Von: Ulrich http://www.blicklog.com/2012/07/02/europische-schuldenkrise-und-deutschlands-schwache-position-als-starker-glubiger/comment-page-1/#comment-64449 Mon, 02 Jul 2012 23:42:05 +0000 http://www.blicklog.com/?p=28300#comment-64449 „Die Gefährdung deutscher Vermögenspositionen ist nicht rational, es sei denn, es kann gezeigt werden, dass die Alternativen die Vermögenspositionen weniger gefährden. Die Konzepte ESM und Fiskalpakt werden bekanntlich unterschiedlich beurteilt. Ich halte sie ebenfalls für ausgesprochen kritisch, weil sie insbesondere marktorientierte Anreize außer Kraft setzen, die Leistungsbilanz- und Schuldenkrise eigenverantwortlich zu lösen. Und auch an der deutlichen Warnung von Rainer Hank, dass eine derartige Verstaatlichung privater Schulden es bislang nur in marxistischen Lehrbüchern gab, habe ich keine Zweifel. “

Also, die Rettung erfolgt ja, wie richtig dargestellt, zum großen Teil zur kurzfristigen Sicherung der Vermögenswerte. Dies wird aber der Bevölkerung überhaupt nicht vermittelt, damit könnte Merkel sicher punkten. Die Aushebelung von Marktmechanismen führt aber leider für die Zukunft zu immer neuen Risiken. Die Politik wird also, schneller als gewohnt, zu Regelungen und verlässlichen Konzepten kommen müssen.

lg Ulrich

]]>
Von: Dirk Elsner http://www.blicklog.com/2012/07/02/europische-schuldenkrise-und-deutschlands-schwache-position-als-starker-glubiger/comment-page-1/#comment-64329 Mon, 02 Jul 2012 15:01:16 +0000 http://www.blicklog.com/?p=28300#comment-64329 Drüben bei Google Plus habe ich einen weiteren interessanten Kommentar erhalten. Er ist Renee Menendez.
https://plus.google.com/u/0/107867733308024650216/posts/L29xcBq547G
„Ich habe mich mal mit einem Anlagenverkäufer unterhalten und ihn im Verlaufe des Gesprächs gefragt, was passieren müßte, damit seine Kunden nicht sauer werden, wenn ein Anlageinvestment nicht die versprochenen Erwartungen erfüllt. Ergebnis dieses Gesprächs war es, daß Anleger zwar knurrig sind, wenn der versprochene Ertrag ausbleibt, aber einigermaßen friedlich bleiben, wenn sie wenigstens das angelegte Geld wiederbekommen.

Dazu folgendes:
„Ein großer Teil der spanischen Auslandsschulden werden von Investmentfonds, Pensionsfonds und Versicherungen gehalten. Auf internationale Banken entfallen etwa 586 Milliarden oder 25 Prozent der Auslandsschulden Spaniens. Deutsche Banken sind mit etwa 146 Milliarden Euro engagiert. Doch vermutlich dürfte der Gläubigeranteil angelsächsischer Investoren den der Gläubiger der Eurozone noch übertreffen. Besonders die privaten Investmentfonds verstehen die Zuspitzung der spanischen Schuldenkrise und versuchen ihr Kapital zu retten und Zeit für ihren Rückzug zu gewinnen.“
Aus:
http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/europas-schuldenkrise/spanien/standpunkt-warum-auch-spanien-auf-einen-euro-austritt-zusteuert-11795862.html?selectedTab=comments#comments

Da liegt nämlich der politische Hase im Pfeffer: wie man eine Bankenkrise ökonomisch löst wäre ja noch vergleichsweise einfach zu bestimmen – wenn man denn könnte. Politik ist aber auf Machterhalt ausgerichtet und Macht verliert man ziemlich schnell, wenn man den Menschen ihre Ersparnisse nimmt (Vermögenssteuern) oder nicht vor einer Entwertung sichert (Bankenrettung – die Versicherer kommen auch noch an die Reihe). Und wenn dann noch dazukommt, daß USA-Gläubiger betroffen sind, kann man sich die Konsequenzen eines tatsächlichen defaults ausmalen. Es wird ja nicht umsonst davon gesprochen, daß es am 29. Juni 12 auch um Erpressung ging.

Das Dumme ist, das ist keine VT, denn die Gläubiger gibt es wirklich. Die Amis hätten kein Problem damit bei einem größeren Ausfall ihrer Forderungen z.B. europäische Vermögen in den USA oder auch woanders als Kompensation zu konfiszieren – und würden das auch tatsächlich tun und mit Sicherheitsinteressen der USA begründen. Ich bin wahrlich niemand, der sofort hysterisch wird, aber man sollte sich tatsächlich realistisch mit dieser Frage auseinandersetzen. Mal abgesehen davon: nimmt man diese Hypothese ernst, erklären sich auf einmal die ganzen völlig abstrusen Versuche eine Situation (sprich Geldforderungen) zu „retten“, die völlig aus dem Ruder gelaufen ist. Da nützt es auch nichts, daß es die Dummheit der Amis war, an die Effizienz der Finanzmärkte zu glauben – ausbaden müssen den Blödsinn immer andere! (Ami = US-Finanzestablishment!)

Gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist – und folgt ihm danach nicht mehr!“

]]>
Von: Dirk Elsner http://www.blicklog.com/2012/07/02/europische-schuldenkrise-und-deutschlands-schwache-position-als-starker-glubiger/comment-page-1/#comment-64314 Mon, 02 Jul 2012 13:48:30 +0000 http://www.blicklog.com/?p=28300#comment-64314 Was ich glaube ist, dass die Politiker eine politökonomische Abwägung machen. Wenn sie wüssten, dass Ihre Alternative besser ist und sich vermitteln lässt, dann würde sie diese vermutlich auch vertreten.

]]>
Von: Wirtschaftsphilosoph http://www.blicklog.com/2012/07/02/europische-schuldenkrise-und-deutschlands-schwache-position-als-starker-glubiger/comment-page-1/#comment-64312 Mon, 02 Jul 2012 13:33:10 +0000 http://www.blicklog.com/?p=28300#comment-64312 „Was man aber sagen kann[,] ist, wer das Scheitern in Kauf nimmt, beraubt sich der weiteren Gestaltungsmöglichkeiten.“ Das ist eindeutig falsch, insbesondere bei einem Chicken Game (aber auch in den meisten anderen Verhandlungssituationen). Wer nur auf das Scheitern setzt, beraubt sich natürlich weiterer Optionen, doch wer die Option des Scheiterns definitiv ausschließt, ist immer Chicken bzw. total erpressbar. Als Gläubiger hat Deutschland bei einem Scheitern vielleicht besonders viel zu verlieren (aber real ist die Situation der Schuldner doch viel schlechter), aber gerade das spricht dafür, die riskanten Positionen ab- statt weiter auszubauen.

Für mich ist die plausibelste Erklärung für das Verhalten der deutschen Regierung und Opposition (neben dem starken Einfluss der Bankenlobby), dass es ihnen gar nicht um Deutschland geht, sondern sie tatsächlich ihre Europapropaganda glauben. Wer das Interesse aller verfolgt und nicht nur das eigene, kommt natürlich zu anderen Schlüssen als ein reiner Interessenpolitiker. Es ist nur dumm, wenn alle anderen das als Schwäche sehen und ausnutzen. Am Ende schaden unsere Politiker nicht nur Deutschland und den Menschen hier, sondern ganz Europa, wenn nicht der Welt.

]]>
Von: Dirk Elsner http://www.blicklog.com/2012/07/02/europische-schuldenkrise-und-deutschlands-schwache-position-als-starker-glubiger/comment-page-1/#comment-64306 Mon, 02 Jul 2012 13:21:00 +0000 http://www.blicklog.com/?p=28300#comment-64306 Wenn ich mich recht erinnere, fordert die LINKE die Verstaatlichung von Banken. Vielleicht hat Hank das gemeint.

]]>
Von: Kleine Presseschau vom 2. Juli 2012 | Die Börsenblogger http://www.blicklog.com/2012/07/02/europische-schuldenkrise-und-deutschlands-schwache-position-als-starker-glubiger/comment-page-1/#comment-64275 Mon, 02 Jul 2012 11:14:44 +0000 http://www.blicklog.com/?p=28300#comment-64275 […] Blick Log: Europäische Schuldenkrise und Deutschlands schwache Position als starker Gläubiger […]

]]>
Von: Joker http://www.blicklog.com/2012/07/02/europische-schuldenkrise-und-deutschlands-schwache-position-als-starker-glubiger/comment-page-1/#comment-64253 Mon, 02 Jul 2012 09:23:31 +0000 http://www.blicklog.com/?p=28300#comment-64253 Viele gute Gedanken. Es gilt die Kosten ALLER Alternativen abzuwaegen. Dazu braucht es eine Einschaetzung – ist der Schuldner solvent, aka hat nur ein Liquiditaetsproblem, aber langfristig liquidierbare Assets oder einen laufenden cash-flow, aus dem die Schulden zu bedienen sind. (ich rate mal Minsky zu lesen, zu dem Thema).

Weiterhelfen und strecken macht nur Sinn, wenn der Schuldner mit hoher Wahrscheinlichkeit einen cash-flow generieren kann, von dem die ZINSEN fuer ALT und NEU Schulden zurueckgezahlt werden koennen, und die Schulden (ALT und NEU). Sonst ist abschreiben der ALT Schulden sinnvoller.

Und dieser Punkt wurde im Blog nicht angerissen. Nun mag man verschiedener Ansicht sein (und da es immer um Prognosen geht…), ob die griechische Gesellschaft EUR 460 Mrd mittelfristig zurueckzahlen kann, oder ob Italien den drittgroessten Schuldenhaufen der Welt (nach US/Japan) dauerhaft aus Steuereinnahmen finanzieren kann, wenn der Euro halbwegs stabil gehalten wird, sollte sich da jeder selber eine Meinung bilden.

* siehe auch Roubini/Mihm, Crisis economics, engl. Version, S. 51.
„Minsky unterteilt Schuldner in drei gruppen:
a) hedge borrowers – koennen Zinsen und Kapital aus dem laufenden cash-flow zurueckzahlen
b) speculative borrowerer – koennen aus lfd cash-flow die Zinsen, aber nicht Kapital zurueckzahlen, muessen Kapital „revolvieren“, koennen nicht zurueckzahlen (Schuldenstand bleibt gleich)
c) Ponzi borrower – koennen noch nichtmal die Zinsen aus lfd. cash-flow begleichen, und muessen immer „MEHR“ Schulden machen, um Zinsen zu bezahlen. “

Und diese Analyse haben weder Merkel/Schaeuble – noch der Blogschreiber – gemacht und die Konsequenzen bedacht.

Mir persoenlich geht diese unterschwellige Drohung, „wie sehr Deutschland durch die Euroimplosion geschaedigt“ wird, langsam ziemlich auf die Nerven. Immer weitere Rettung muss nicht vorteilhaft sein.
Nur – die Verluste sind schon da, es gibt nur keiner zu – und meine Vermutung ist, das die Schulden, die niemand zurueckzahlen kann, weginflationiert werden sollen.

M.E. ist der Euro auf Sand gebaut worden, und kann nicht funktionieren, egal, wieviel wir noch „retten“.

Die Produktivitaetzuwaechse in Deutschland und dem Rest (ich vereinfache) sind zu gross. Wenn der Euro fuer dt. (Bayern, Hessen und BW) stabil gehalten wird, dann bedeutet das Lohndeflation in Bremen, Mecklemburg, Griechenland, Italien etc..
Um konkurrenzfaehig zu bleiben, muessten also die Loehne in den schwaecheren Regionen jedes Jahr um x% gesenkt werden. Kann sich das jemand vorstellen? Ich nicht.
Der ganze Bloedsinn hat die letzten 10 jahre nur „funktioniert“, weil die Banken wie bloed Geld verliehen haben.. Kreditfinanzierung…
Deutschland, als rohstoffarmes Land, muss alle Vorstoffe importieren. Hat mal jemand darueber nachgedacht, dass eine schwache Waehrung da nur schaedlich ist. Auf Querschuesse war vor ca. 6 Wochen mal ein Beitrag, in dem das genau analysiert wurde.
Unser Input ist zu ca. 70% importiert, d.h. wir zahlen in einer schwachen Waehrung relativ viel. Und bekommen wenig fuer den Lohn, da wir wenig beim Verkauf ins Ausland bekommen, also mehr verkaufen muessen.

Sorry, aber das musste mal raus.

]]>
Von: Eric B. http://www.blicklog.com/2012/07/02/europische-schuldenkrise-und-deutschlands-schwache-position-als-starker-glubiger/comment-page-1/#comment-64237 Mon, 02 Jul 2012 08:22:56 +0000 http://www.blicklog.com/?p=28300#comment-64237 Seit wann fordern Marxisten denn die Verstaatlichung von Schulden? Wenn überhaupt, dann wollen sie Kapital und Guthaben verstaatlichen, aber doch keine Verbindlichkeiten. Mit Verlaub, aber was Hank da schreibt, ist purer Unsinn. Im übrigen wird in Deutschland gern übersehen, dass die verschmähte „Bankenrettung“ erstens schon längst stattfindet, vor allem in Griechenland und Irland, und dass sie zweitens auch deutschen Banken zugute kommt, die mit den „geretteten“ Geldinstituten verknüpft sind. Für Spanien gilt dies umso mehr, denn deutsche Institute sind dies besonders engagiert… Es wäre einmal eine lohnende Aufgabe für Ökonomen, die Verknüpfungen und Verflechtungen auf dem Bankenmarkt darzustellen. Im Grunde war dies schon seit Lehman überfällig, doch keiner wagt sich ran. Es muss endlich Schluss sein mit dem Mythos, auf „unseren“ Banken läge „unser“ Geld – allein schon durch die Kapitalflucht aus dem Süden stimmt dies nicht mehr…

]]>
Von: Dirk Elsner http://www.blicklog.com/2012/07/02/europische-schuldenkrise-und-deutschlands-schwache-position-als-starker-glubiger/comment-page-1/#comment-64222 Mon, 02 Jul 2012 07:28:53 +0000 http://www.blicklog.com/?p=28300#comment-64222 Sorry FDominicus,
aber mit der Argumentation, dass es für Aktionen, wie Zustimmung zu ESM nur um den Machtanspruch gibt, kann ich wenig anfangen.

Gut finde ich den Hinweis auf die Konsequenzen der Nichthilfe. Das wird ja gern unterschlagen.

Meine Argumentation ist aber wie schon gesagt, nicht nur ein rein ökonomische, zumal ich gar nicht weiß, auf welches Modell man sich verlassen kann.

]]>
Von: FDominicus http://www.blicklog.com/2012/07/02/europische-schuldenkrise-und-deutschlands-schwache-position-als-starker-glubiger/comment-page-1/#comment-64211 Mon, 02 Jul 2012 05:43:46 +0000 http://www.blicklog.com/?p=28300#comment-64211 1 ist klar durch den Vertrag von Lissabon gegeben nämlich keine Schuldenübernahme.
2) ist nicht notwendig da mit 1 schon abgedeckt. Die „Partner“ haben das unterschrieben.
Und nein die Bringschuld liegt nicht bei denen die diese Rettungsschirme nicht wollen, sondern bei denen die sie wollen.

Die Kosten für „nicht“ Hilfe sind ganz klar. Die Staaten gehen pleite und man verliert seine Forderungen. Die Kosten für helfen sind nach oben offen. Erst einmal müssen wir für unser eigenen Problem „einstehen“ und oben drauf noch für die Problem andere Länder wir haben also immer ein Mehr an Problemen wenn wir für die anderen die Kastanien aus dem Feuer holen sollen/müssen dürfen.

Nein liebes Blicklog, für die derzeitigen Aktionen gibt es nur eine Begründung. Den Machtanspruch der Delebets…

]]>