Kommentare zu: Basel III ist im Prinzip geplatzt und das ist gut so http://www.blicklog.com/2012/12/12/basel-iii-ist-im-prinzip-geplatzt-und-das-ist-gut-so/ Notizen über Wirtschaft, Finanzen, Management und mehr Thu, 09 Oct 2025 13:01:47 +0000 hourly 1 https://wordpress.org/?v=5.0.25 Von: Auch diese Finanzmarktregulierung trifft Unternehmen: EMIR für OTC-Derivate http://www.blicklog.com/2012/12/12/basel-iii-ist-im-prinzip-geplatzt-und-das-ist-gut-so/comment-page-1/#comment-101737 Tue, 18 Dec 2012 00:11:29 +0000 http://www.blicklog.com/?p=30311#comment-101737 […] kurz vor Inkrafttreten von Basel III (geplant war der 1.1.2013) eine muntere Diskussion über den Sinn und Unsinn dieser Regulierung ausgebrochen. Auf die negativen Wirkungen dieser Regeln hatte ich vielfach hingewiesen. Im Schatten […]

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Von: Stefan Wehmeier http://www.blicklog.com/2012/12/12/basel-iii-ist-im-prinzip-geplatzt-und-das-ist-gut-so/comment-page-1/#comment-100806 Wed, 12 Dec 2012 16:49:32 +0000 http://www.blicklog.com/?p=30311#comment-100806 Staatliche Planwirtschaft und Sozialgesetzgebung … versuchen dem Kapitalismus ein freundliches Lächeln aufzuschminken, ohne indes an der monopolbedingten Ausbeutung etwas zu ändern. So entwickelt sich allmählich eine Art „Sozialkapitalismus“, ein Mittelding zwischen Privat- und Staatskapitalismus, eine Übergangserscheinung von der einen zur anderen Ausbeutungsform. Im „Sozialkapitalismus“ haben die Vertreter des Privatkapitalismus und des Pseudo-Sozialismus ihren Frieden geschlossen. Der Zins wird sozusagen staatlich garantiert und im Übrigen einer wirtschaftlichen Depression, die das ganze Kartenhaus zweifelhafter Kompromisse zusammenstürzen lassen würde, durch das Mittel der dosierten Inflation vorgebeugt.

Die im Zuge dieser Fehlentwicklung fortschreitende Monopolisierung wandelt den „Sozialkapitalismus“ allmählich zum Staatskapitalismus. An die Stelle der lediglich von einigen Monopolen verfälschten Marktwirtschaft tritt immer mehr die auf eine vollständige Monopolisierung hinzielende staatliche Befehlswirtschaft.

Privat- und Staatskapitalismus bilden also, entgegen einer weit verbreiteten Ansicht, keine Gegensätze, sondern sind trotz aller äußerlichen Unterschiede völlig gleichartig, da beide ihrem Wesen nach auf Monopolen beruhen, das heißt auf einer Einschränkung, wenn nicht gar auf dem Ausschluss der Konkurrenz. Das Ausbeutungsprinzip ist bei beiden das gleiche. Privatkapitalismus ist eine halbmonopolistische Wirtschaftsform, Staatskapitalismus eine ganzmonopolistische. An die Stelle des individuellen Kapitalisten im Privatmonopolismus tritt im Staatsmonopolismus das „solidarische Korps der Führer der herrschenden Partei“, die ein allgemeines Wirtschaftsmonopol des Staates aufgerichtet haben und mit seiner Hilfe die unterjochte Masse grenzenlos ausbeuten. Der Staat ist zugleich Machtapparat und Ausbeutungsinstrument in den Händen der Führer der herrschenden Einheitspartei.

Im Hinblick auf das Ausbeutungsprinzip besteht also zwischen Privat- und Staatskapitalismus kein Wesens-, sondern nur ein gradueller Unterschied. Hingegen besteht in der Form des wirtschaftlichen Regulierungsprinzips ein sehr wesentlicher Unterschied: Im Privatkapitalismus ist es der – durch Monopole allerdings bis zu einem gewissen Grad verfälschte – Markt, im Staatskapitalismus ist es der „Befehl von oben“. Beide Wirtschaftsformen sind Anfang und Ende ein und derselben Fehlentwicklung, deren letztes Ergebnis der Totalitarismus, die schrankenlose Staatsdespotie bildet.

Den tatsächlichen Gegenpol sowohl zum Privat- als auch zum Staatskapitalismus bildet einzig und allein die – bisher noch niemals und nirgends verwirklichte – freie Marktwirtschaft. Unter einer freien Marktwirtschaft ist eine von Monopolen freie Wirtschaft zu verstehen. Eine solche entmonopolisierte Wirtschaft ist zugleich der Idealtypus einer echten Sozialen Marktwirtschaft.

http://opium-des-volkes.blogspot.de/2012/12/die-losung-der-sozialen-frage.html

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Von: Nixda http://www.blicklog.com/2012/12/12/basel-iii-ist-im-prinzip-geplatzt-und-das-ist-gut-so/comment-page-1/#comment-100767 Wed, 12 Dec 2012 12:01:40 +0000 http://www.blicklog.com/?p=30311#comment-100767 Basel III ist fraglos zu komplex, und bietet genau deshalb nur eine Sammlung von Regularien, die man interpretieren und mit Hilfe von willfährigen Wirtschaftsprüfern auch umgehen kann.

Natürlich gäbe auch einfachere Regelungen: Mindestreservesätze bei x% der Bilanzsumme, ohne Betrachtung der Risiken nach zweifelhaften Modellen, Abschaffung oder zumindest starke Einschränkung der Mark-to-Market Bilanzierung, Einführung einfach zu interpretierender Bestimmungen in das Strafrecht (z.B. Vorstände von Insolventen Banken sind grundsätzlich strafrechtlich zu belangen), Verbot von Conduits, Abschaffung von Kern- und Ergänzungskapital, Verbot des Handles in Dark Pools, Positivliste von erlaubten Derivaten, progressive Bilanzsummensteuer, Trennbankensystem usw. usf. Die beiden letzten Punkte wären besonders wichtig, weil sie das to-big-to-fail Risiko minimieren, und die Pleite einer Investmentbank ein eben auf den Investmentbanksektor beschränktes Risiko ist. Damit wird die Schutzgelderpressung der Banken beim Staat vielleicht nicht komplett unterbunden, aber zumindest erschwert.

In diesem Blog wurde häufig die Untätigkeit des Finanzsektors beklagt, selber Vorschläge für eine Reform der Finanzmärkte zu machen. Stattdessen wird das offensichtlich viel zu komplizierte Basel III Regelwerk bekämpft ohne Alternativen anzubieten.

Das eigentliche Problem entsteht aber, wenn Basel III jetzt ersatzlos gestrichen wird. Dann befinden wir uns wieder in den Regularien der Vorkrisenzeit, die nichts genützt haben.

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