Kommentare zu: Blick Log Retro: Irrelevanz der Geldpolitik wegen der abnehmenden Bedeutung der Bankkredite? http://www.blicklog.com/2013/05/17/blick-log-retro-irrelevanz-der-geldpolitik-wegen-der-abnehmenden-bedeutung-der-bankkredite/ Notizen über Wirtschaft, Finanzen, Management und mehr Thu, 09 Oct 2025 13:01:47 +0000 hourly 1 https://wordpress.org/?v=5.0.25 Von: Dirk Elsner http://www.blicklog.com/2013/05/17/blick-log-retro-irrelevanz-der-geldpolitik-wegen-der-abnehmenden-bedeutung-der-bankkredite/comment-page-1/#comment-207873 Mon, 28 Oct 2013 09:59:28 +0000 http://www.blicklog.com/?p=31760#comment-207873 Auch wenn dieser Artikel ein anderes Thema hatte, in unser Diskussion auf Twitter ging es ja um die Relevanz der Banken für die Unternehmensfinanzierung. Und ich erinnerte mich an diesen Satz:
„Der Anteil der Kreditfinanzierung über Banken betrug 1991 noch 32% (bei Gesamtverbindlichkeiten von 2.042 Mrd. €) und ging auf 18% (gesamt 4.718 Mrd. €) zurück. Deutlich gewachsen sind dagegen im gleichen Zeitraum die Kredite anderer Gläubiger, darunter Versicherungen, sonstige Finanzinstitute und andere Unternehmen. Ihr Anteil hat sich von circa 6% 1991 auf 13,8% 2010.“
Viele Grüße
Dirk

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Von: Benjamin http://www.blicklog.com/2013/05/17/blick-log-retro-irrelevanz-der-geldpolitik-wegen-der-abnehmenden-bedeutung-der-bankkredite/comment-page-1/#comment-207838 Mon, 28 Oct 2013 07:28:00 +0000 http://www.blicklog.com/?p=31760#comment-207838 Hallo Dirk,

die Untersuchung der BuBa legt doch nur den Schluss nahe, dass die Geldpolitik für Dehtschland immer mehr ein Einfluss verliert. Aber für die Eurozone als ganzes sieht es wohl anders aus (EZB MB 2010-10, hab noch nicht nach einer aktuellen Quelle geschaut).

Aber das ist auch nur richtig für den Transmissionskanal über die Bankenkredite. Der Leitzins zieht auch einen Boden unter Anleihenzinsen ein. Das klassische Arbitrageargument.

Insofern nimmt die Bedeutung der Banken in der Geldpolitik ab, nicht aber die Bedeutung der Geldpolitik. Irgendwoher muss die Fremdfinanzierung der Realwirtschaft ja kommen. Wenn sie nicht mit Bankkrediten kommt, dann eben als Anleihen.

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Von: Martin Hark http://www.blicklog.com/2013/05/17/blick-log-retro-irrelevanz-der-geldpolitik-wegen-der-abnehmenden-bedeutung-der-bankkredite/comment-page-1/#comment-199523 Fri, 04 Oct 2013 16:12:51 +0000 http://www.blicklog.com/?p=31760#comment-199523 Der Artikel ist wirklich sehr interessant. Ich habe mit in jüngster Vergangenheit ebenfalls mit dieser Thematik, hierbei vor allem mit den Börsen beschäftigt. Die Börsen stellen im Hintergrund einen wichtigen Bestandteil für das Funktionieren einer Marktwirtschaft dar. Der Großteil der Geschäfte, hierbei vor allem in der Finanzwelt, welche Privatinvestoren betreffen, wird über eine Börse gehandelt. Hierbei werden Börsen in der Regel als Selbstverständlichkeit betrachtet und nur sehr wenige machen sich hierbei darüber Gedanken welche Funktionen die Börsen überhaupt erbringen. Eine Unterscheidung, hier vor allem nach den Geschäftsarten z.B. Devisen, Wertpapiere, Derivate … erhöht die Spezialisierungsmöglichkeit und gleichzeitig die Funktionserbringung. Zusammenfassend muss man festhalten, dass das Vorhandensein von Börsen den Grundbaustein einer funktionierenden Finanzwelt / Wirtschaft darstellt.

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Von: Berndt http://www.blicklog.com/2013/05/17/blick-log-retro-irrelevanz-der-geldpolitik-wegen-der-abnehmenden-bedeutung-der-bankkredite/comment-page-1/#comment-177276 Wed, 07 Aug 2013 12:09:46 +0000 http://www.blicklog.com/?p=31760#comment-177276 Sie vergessen hier jedoch die Konsumentenkredite! Allein auf Bankkredite für Unternehmen zu schauen, wirkt zu kurz. Ich wüsste nicht, wie sich jemand ein neues Auto finanzieren will, ohne zur Bank zu gehen. Financial Angels wird es wohl kaum wie Sand am Meer geben, auf die man zurück greifen könnte. Und damit hat das Zinsniveau der Zentralbanken schon einen Einfluss auf die Kreditvergabe, auch wenn die bei Unternehmenskrediten sicherlich ein geringerer Anteil ist. Meines Erachtens spielen sowieso die Kredite an private Haushalte eine viel größere Rolle bei der Bildung von Blasen.

Und kann es nicht auch sein, dass Unternehmen weniger auf Kredite angewiesen sind, da sie vorher ja schon das per Kredit geschöpfte Geld der Privaten erhalten haben und somit eine bessere Kapitalausstattung? Früher hat das Unternehmen einen Kredit aufgenommen um Produkte herzustellen und sie dann an die Privaten – welche mit dem laufenden Einkommen bezahlt haben – zu verkaufen. Heutzutage (zum. bis vor 2008) nehmen die Privaten Kredite auf, kaufen davon Produkte, die die Unternehmen durch zuvor mit privatem „Kreditgeld“ herstellen konnten. Zugegeben ist das hier nur anekdotische Evidenz, aber die private Verschuldung hat nicht umsonst im Umfang zugenommen, wie die Unternehmensbankkredite abgenommen haben.

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Von: Gibt es einen 3. Weg zwischen Austerität und keynesianischer Ausgabenpolitik? http://www.blicklog.com/2013/05/17/blick-log-retro-irrelevanz-der-geldpolitik-wegen-der-abnehmenden-bedeutung-der-bankkredite/comment-page-1/#comment-176127 Mon, 05 Aug 2013 02:41:34 +0000 http://www.blicklog.com/?p=31760#comment-176127 […] nachgedacht. Und noch schlimmer, es wird an den falschen Parametern geschraubt. So halte ich die Geldpolitik für irrelevant, weil Unternehmen ihre Investitionsentscheidungen nicht von einem Leitzins abhängig machen. Viel […]

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Von: FDominicus http://www.blicklog.com/2013/05/17/blick-log-retro-irrelevanz-der-geldpolitik-wegen-der-abnehmenden-bedeutung-der-bankkredite/comment-page-1/#comment-146876 Sat, 18 May 2013 05:32:25 +0000 http://www.blicklog.com/?p=31760#comment-146876 Da bearbeiten ja nicht geht. Inflation heißt Geld drucken und das tun die Zentralbanken mit „Begeisterung“ und im letzten Jahr sind alleine in der EU 512 Mrd ungedeckte neue Finanzlöcher aufgerissen worden, die auf folgende Art „bezahlt“ werden. Banken die Pleite sind kaufen Anleihen von Staaten die Pleite sind und die neue Anleihen auch auflegen um wiederum die Pleitebanken zu retten. Im Augenblick zirkuliert das Geld wunderbar zwischen Banken und Staaten hin/her. Der Rest fällt wohl unter Kollateralschäden..

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Von: FDominicus http://www.blicklog.com/2013/05/17/blick-log-retro-irrelevanz-der-geldpolitik-wegen-der-abnehmenden-bedeutung-der-bankkredite/comment-page-1/#comment-146869 Sat, 18 May 2013 05:28:59 +0000 http://www.blicklog.com/?p=31760#comment-146869 @Andread. Inflation die nicht da ist. Nun ich brauche mir „nur“ die zusammenbrechenden Preise bei Immobilien in den Krisenstaaten und/aber auch den USA anzusehen und ich brauche „nur“ den DAX anzusehen und weiß wo das Geld bleibt. Diese Übertreibungen werden derzeit abgebaut und dagegen drucken die Zentralbanken an. Es ist anscheinen zu offensichtlich um von Ihnen erkannt zu werden.

Und woran machen Sie Ihre Inflation fest? Haben Sie einfach nur mal geschaut was Sie dieses Jahr für Ihre Ausgaben leisten und wieviel in den Vorjahren? Sie können die Inflation nicht sehen?

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Von: Andreas http://www.blicklog.com/2013/05/17/blick-log-retro-irrelevanz-der-geldpolitik-wegen-der-abnehmenden-bedeutung-der-bankkredite/comment-page-1/#comment-146331 Fri, 17 May 2013 09:29:26 +0000 http://www.blicklog.com/?p=31760#comment-146331 Die Diskussion über Wirkungen der sog. Geldschwemme zeigt m.E. zwei Dinge auf, die seit Ausbruch der Krise zu einer seltsam verzerrten Problemwahrnehmung geführt haben:

1. Seit vielen Jahren wird nun vor einer Inflation gewarnt, die nicht kommt. Im Gegenteil sinken die Inflationsraten weltweit. Diese Tatsache hat aber nicht dazu geführt, dass Warnungen vor Inflation verstummt sind. Zum Teil haben sie sich nun aber auf den Asset-Markt verlagert, dem Blasenbildung unterstellt wird – ohne dies weiter zu belegen. Die Ursachen der Finanzkrise reichen vielfach als Begründung aus, was aber zum zweiten – wie ich finde – viel problematischeren Punkt führt:

2. Wenn man tatsächlich annimmt, die Finanzmärkte befänden sich wieder im Vorkrisenmodus und die Geschichte wiederhole sich, impliziert man damit drei Dinge: Erstens, die Akteure auf den Finanzmärkten verhalten sich weiterhin irrational und haben wenig gelernt – was vermutlich stimmt. Zweitens, dieses Verhalten findet weiterhin in einem völlig unzureichend regulierten Markt statt – was mit ziemlicher Sicherheit stimmt. Und drittens, die Folgen dieses Handelns haben immer noch die Qualität, massive Kosten in der Realwirtschaft und für den Steuerzahler zu produzieren – denn wäre dem nicht so, bräuchte Blasenbildung auf irgendwelchen Märkten niemanden sonderlich zu interessieren. Wenn aber alle drei Punkte stimmen, was sollte man dann fordern? Restriktive Geldpolitik mit in rezessivem Umfeld vermutlich hohen ökonomischen Kosten? Oder nicht etwa einen endlich besser regulierten Finanzmarkt, krisenfeste Banken und ein funktionierendes – und daher europaweites – Resolutionsregime für Finanzinstitute? Die Geldpolitik jedenfalls ist nicht Ursache des Marktversagens im Finanzsystem und die Diskussion um eine Geldschwemme lenkt letztlich nur die Aufmerksamkeit von letzterem ab.

Eine weitere Beobachtung finde ich interessant: Viele der Warner vor den Folgen einer Geldschwemme, die implizit von Finanzmarktversagen ausgehen, halten das „Vertrauen“ der Akteure auf eben diesem dysfuktionalen Markt weiterhin für entscheidend dafür, welche Politik in Europa produziert werden sollte. Was ist das: Kognitive Dissionanz?

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