Kommentare zu: Inquisition 2.0 – oder die verlorene Ehre der deutschen Presse http://www.blicklog.com/2013/09/23/inquisition-2-0-oder-die-verlorene-ehre-der-deutschen-presse/ Notizen über Wirtschaft, Finanzen, Management und mehr Thu, 09 Oct 2025 13:01:47 +0000 hourly 1 https://wordpress.org/?v=5.0.25 Von: Klaus http://www.blicklog.com/2013/09/23/inquisition-2-0-oder-die-verlorene-ehre-der-deutschen-presse/comment-page-1/#comment-195895 Mon, 23 Sep 2013 20:32:39 +0000 http://www.blicklog.com/?p=33913#comment-195895 Für mich sind das zum Teil aber auch echte Skandale, vor allem die Protagonisten selbst so moralisch über andere urteilen. Nehmen wir mal Grass und Trittin.

Grass hat sich vehement gegenüber CDU-Politiker geäußert, die eine NSDAP-Vergangenheit hatten, auch wenn diese wie bei ihm selbst eher gering war. Bei Kiesinger hat er bspw. nicht gelten lassen, dass dieser bei Himmler angeschwärzt wurde, weil er Befehle gegen Juden torpedierte. Gleichzeitig aber seine (wenn auch eher geringe) Teilhabe zu verschweigen, hat schon was stark Heuchlerisches an sich.

Trittin fordert den Rücktritt Schavans, weil diese vor 30-40 Jahren plagiiert hat (und dabei im wesentlichen lediglich aus Sekundärliteratur zitierte ohne dies anzugeben). Aber jetzt soll es unfein sein, seinen Rücktritt zu fordern, weil er mit seiner Unterschrift die Forderung einer kompletten Abschaffung einer Altersgrenze (also auch unter 14 oder gar 12 Jahren) bei Geschlechtsverkehr mit Kindern forderte?

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Von: Karl-Heinz Thielmann http://www.blicklog.com/2013/09/23/inquisition-2-0-oder-die-verlorene-ehre-der-deutschen-presse/comment-page-1/#comment-195756 Mon, 23 Sep 2013 12:50:50 +0000 http://www.blicklog.com/?p=33913#comment-195756 Wie soll die „Verteidigungsstrategie“ von jemandem aussehen, der in der Öffentlichkeit mit völlig absurden Unterstellungen konfrontiert wird? Es gibt keine, der Betroffene wird sich immer in irgendeiner Form unglücklich äussern oder ganz abtauchen; und genau darauf spekulieren die Inquisitoren, denn dann kann man gleich weitere Verdachtsmomente konstruieren, usw.

„… hat das Gefühl hinterlassen, da war noch mehr…“ exakt darum geht es. Mit difusen (und vielleicht sogar paranoiden) Unterstellungen kann man jeden Menschen zugrunde richten. Im Rechtsstaat git das Prinzip der Unschuldsvermutung. Im Medienstaat scheint sich das gegenteilige Prinzip durchzusetzten: Wer mit Unterstellungen konfrontiert wird, muss sich selber reinwaschen. Dies ist natürlich um so schwieriger, wenn nichts war, denn dann kann man ja auch nicht die Unschuld beweisen, weil man ja nicht damit gerechnet hat, dass man jemals irgendetwas beweisen müsste.

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Von: ludwig http://www.blicklog.com/2013/09/23/inquisition-2-0-oder-die-verlorene-ehre-der-deutschen-presse/comment-page-1/#comment-195693 Mon, 23 Sep 2013 09:00:23 +0000 http://www.blicklog.com/?p=33913#comment-195693 Traurig aber absolut zutreffend.
Mein FAZ und Spiegel Abo habe ich schon längst gekündigt,ich informiere mich
fast nur noch über Blogs und Presseerzeugnisse aus dem Ausland.Allenfalls
berufsbezogene Fachpresse ist noch lesenswert.

Es ist geradezu symptomatisch für unsere Medien,dass sachgerechte, analytische
Behandlung der Themen und Ereignisse durch Oberflächlichkeit,kontextuale Entstellung und interessenbedingter Einfärbung ersetzt wurde.

Besonders der Niedergang der einstigen Ikone des investigativen Journalismus „Spiegel“ ist zu beklagen.So gesehen ist das wirtschaftliche Ausbluten der Verlage nur folgerichtig,denn eine Zeitung,die keinen informativen Mehrwert erzeugt braucht wirklich kein Mensch.

Schöne Grüsse

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Von: ralf sippel http://www.blicklog.com/2013/09/23/inquisition-2-0-oder-die-verlorene-ehre-der-deutschen-presse/comment-page-1/#comment-195670 Mon, 23 Sep 2013 07:26:19 +0000 http://www.blicklog.com/?p=33913#comment-195670 Das mag ja alles richtig sein. Für mich und viele andere grüne Sympathisanten aus meinem Freundeskreis hat es leider ausgerechnet Frau Familienministerin Schröder (warum leider, sie hatte ja in ihrer Amtszeit kaum etwas sinnvolles zur Politik beigetragen bzw. gesagt) auf den Punkt gebracht:
„Als Jürgen Trittin mit falschen Bolzenschneider- und Schlagstock-Fotos von einer Göttinger Demo konfrontiert wurde, konnte er sich sofort perfekt an jedes entlastende Detail der Szene erinnern“, sagte die Ministerin dem in Berlin erscheinenden „Tagesspiegel“ (Dienstagausgabe). Derselbe Jürgen Trittin brauche nun einen Professor, „um seine persönlichen Erinnerungen an grüne Pädophile wachzurütteln und zu veröffentlichen“.

Die Verteidigungsstrategie war erbärmlich und hat das Gefühl hinterlassen, da war doch mehr….

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