Kommentare zu: Fraktaler Konstruktivismus http://www.blicklog.com/2014/01/07/fraktaler-konstruktivismus/ Notizen über Wirtschaft, Finanzen, Management und mehr Thu, 09 Oct 2025 13:01:47 +0000 hourly 1 https://wordpress.org/?v=5.0.25 Von: Jan-Hendrik Meier http://www.blicklog.com/2014/01/07/fraktaler-konstruktivismus/comment-page-1/#comment-242044 Tue, 07 Jan 2014 19:32:11 +0000 http://www.blicklog.com/?p=34998#comment-242044 Dem Verfasser gelingt es leider nicht, seine heeren Ansichten und Absichten in ein geeigetes, sachlogisch nachvollziehbares Gewand zu kleiden. So wirkt der Artikel, als wäre er von Buzzwords durchdrungen. Eine Erklärung einer ¨fraktalen VWL¨ bleibt gänzlich aus.

Was ich jedoch herauslese ist vielmehr ein systemtheoretischer Ansatz der Volkswirtschaftslehre. Nach diesem ist das System ¨Volkswirtschaft¨ durch viele kleine, sich selbst regulierende Subsysteme geprägt. Diese Sichtweise beschreibt die Systemdynamik mit ihren teilweise nonlinearen und iterativen Modellen sehr gut. Danach neigen derartige Subsysteme in selbstregulierenden ¨kleinen Kreisläufen¨ entweder dazu, zu konvergieren, oder zu divergieren. Genau dies geschieht bei der Iteration jedes einzelnen Punktes der Mandelbrotmenge ebenfalls. Schwarze Punkte sind divergente Iterationen, farbige Punkte sind konvergente Iterationen, deren Farbwert sich nach dem Konvergenzwert bestimmt.

Die mathematischen Parallelen zum Fraktal kann ich also nachvollziehen. Ob sie hier zur Erhellung wirklich beitragen sei einmal dahingestellt.

Jan-Hendrik Meier

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Von: Tim http://www.blicklog.com/2014/01/07/fraktaler-konstruktivismus/comment-page-1/#comment-242016 Tue, 07 Jan 2014 18:30:34 +0000 http://www.blicklog.com/?p=34998#comment-242016 Äh, was hat das vorgeschlagene Modell mit Fraktalen zu tun, abgesehen davon, daß der Autor offenbar gern das Wort „Fraktal“ verwendet? An keiner Stelle erschließt sich ein konkreter Nutzwert oder auch nur die Aussicht auf ein ergebnisträchtiges Forschungsprogramm. Ich vermute beinahe, daß der Autor glaubt, komplexe (Mikro-)Modellierung sei zugleich auch immer irgendwie fraktal. Das ist aber natürlich nicht der Fall.

Vor 20-25 Jahren war es in den Sozialwissenschaften mal eine Weile lang Mode, alle zwei Seiten das Wort „Quantentheorie“ einzufügen – oft ohne Sinn und Verstand, aber immer ohne Nutzwert. So ähnlich scheint mir der Fall auch hier zu liegen.

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Von: Nixda http://www.blicklog.com/2014/01/07/fraktaler-konstruktivismus/comment-page-1/#comment-241930 Tue, 07 Jan 2014 15:50:57 +0000 http://www.blicklog.com/?p=34998#comment-241930 Die Ökonomie wird in den Lehrbuchdarstellungen im Vorwort gerne durch einen Kreislauf beschrieben, um in den folgenden Seiten dann in die Mikroökonomie und mikrofundierten DSGE Modelle abzutauchen, die genau diesen ganz wesentlichen Aspekt des Kreislaufscharakters ignorieren. Dabei ist es genau die Abgrenzung der VWL zur BWL, dass in der BWL man den maximalen Output mit minimalen Input erzeugen will, während in der Volkswirtschaft der Output des einen der Input des anderen ist. Aus meiner Sicht ist das auch der Kern der Probleme der modernen Volkswirtschaftslehre, das die Kreislaufcharakteristik nicht berücksichtigt wird.

Der fraktale Ansatz dieses Kreislaufproblem zu lösen klingt interessant. Ergänzend will ich noch einfügen, dass andere Wissenschaften bereits vor ähnlichen Problemen standen. So kennt man um Beispiel in Chemie und Physik den Begriff des Fließgleichgewichts.

Andere bereits in der Volkswirtschaft angekommene Modelle modellieren auf Basis der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung die Bilanzen der Sektoren, die den Geld- und Kreditfluss abbilden. Diese Modelle sind Chaotisch, im Sinne der Chaosphysik, ihre nichtlinearen Differnzialgleichungssystem sind nicht mehr analytisch berechenbar. Sie und werden daher simuliert, wie es zum Beispiel der Australische Professor Steve Keen mit seinem Minsky-Simulator macht. Einen ähnlichen Ansatz verfolgt der deutsche Physiker Heribert Genreith, der aus Sicht des Physikers von eine „Makroökonmische Feldtheorie“ entwickelt.

Es fehlt nicht an klugen Ansätzen einen neuen Zugang zur Volkswirtschaftslehre zu finden. Diese Paradigmenwechsel werden aber bisher nur in Nischen untersucht und weiterentwickelt. Vielleicht reihen sich fraktale Modelle in die Reihe der Ansätze ein, die versuchen eine VWL zu entwickeln, die die Wirklichkeit besser abbildet wie die bisherigen.

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