Kommentare zu: Die “Freunde von Prokon” im Gefangenendilemma? http://www.blicklog.com/2014/01/22/die-freunde-von-prokon-im-gefangenendilemma/ Notizen über Wirtschaft, Finanzen, Management und mehr Thu, 09 Oct 2025 13:01:47 +0000 hourly 1 https://wordpress.org/?v=5.0.25 Von: ulf http://www.blicklog.com/2014/01/22/die-freunde-von-prokon-im-gefangenendilemma/comment-page-1/#comment-247875 Sat, 25 Jan 2014 00:20:55 +0000 http://www.blicklog.com/?p=35333#comment-247875 @FDominicus

Jein.
anstatt
„Während Bankenruns … verhindert werden können“
wäre es korrekter zu sagen
„Durch … die Wahrscheinlichkeit eines Bankenruns zu senken…“

Die erwähnte Mechanismen haben einen mildernden Effekt, aber sollten nicht zu einer On/Off Aussage verleiten. Zum Beispiel bei staatlichen Garantien muss der Staat die Zusage so hoch ansetzen, dass diese für einen größtmöglichen Anteil in der Bevölkerung relevant ist, aber auch von einer Regierung finanziell zu wuppen ist.

Beispiel Einlagensicherung:
(a) Ein Politiker stellt sich vor die Presse und sagt: „10,000 Euro pro Nase sind sicher“. Wenn aber die Hälfte der Bevölkerung z.B. 30,000 Euro auf der Bank haben, dann ist Effekt nicht so doll als wenn der Politiker von 100,000 Euro gesprochen hätte.
(b) Ein Politiker stellt sich vor die Presse und sagt: „1 Mio Euro pro Nase sind sicher“. Natürlich wissen die Leute nicht genau wieviel Geld alle ihre Nachbarn so genau haben. Hmm 1Mio mal 80Mio ergibt 80,000 Mrd, in der Morgenzeitung stand, dass der Bundeshalt irgendetwas mit 500Mrd sind…??!?!? Das geht doch garnicht…

Merkels 100 Mille:
– die Leute haben es abgekauft
– für die meisten Leute war die Zusage groß genug, aber nicht übertrieben
– und die meisten Leute haben es abgekauft dass die BRD das wuppen kann

Die Griechen (u.a.):
– Die Zusage war viel zu klein, und
– es hat auch niemand geglaubt die Regierung könnte es bezahlen.

Es ist schon so dass ein gut designtes staatliches Einlagensicherungssystem gegen Bankenruns gut abwehren kann.

Die Einlagensicherung hat glaube ich ihren Ursprung in den USA mit der Great Depression (1929). Als Reaktion darauf wurde die FDIC gegründet. Hat seitdem auch gut funktioniert.

Beispiel Zentralbank:
Ich will garnicht wissen wie oft die Bundesbank in ihrer Geschichte schon strauchelnde Banken am Verhandlungstisch saniert (oder in eine andere Bank verkauft) hat, ohne dass dies groß in der Öffentlichkeit aufgeblasen wurde.

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Von: ulf http://www.blicklog.com/2014/01/22/die-freunde-von-prokon-im-gefangenendilemma/comment-page-1/#comment-247874 Fri, 24 Jan 2014 23:55:17 +0000 http://www.blicklog.com/?p=35333#comment-247874 Ich würde sagen es handelt sich um das
– kooperative Accumulation Game, plus
– nicht-kooperativen Get-Me-Out Game

Die Spieler:
Angenommen, der Spieler A bemerkt: „Hoppla das Ding X kann ja nie genug operativen Cash erzeugen, um meinen Kupon zu zahlen“ (oder irgendein anderes relevante Problem). Der Spieler B hat davon keine Ahnung und will nur happy sein.

Akkumulation Game:
– Der Spieler A ist in der Minderheit
– Der Spieler B hat das Problem noch nicht erkannt
– Der Spieler A und B wollen trotzdem Ding X haben
(z.B. ein toller Kupon, es ist gerade „hip“, etc.))
– Das Ding X kann nur existieren wenn Spieler A und B es kaufen
– Spieler A und B kaufen Ding X (akkumulieren)
– Alle sind happy, beide gewinnen (Spieler A hält die Klappe)

Nun hat Spieler A folgendes Problem: Er ist wegen dem Akkumulation-Game bereits investiert (z.B. GS von Prokon, Einlage bei einer Bank, irgendeine heiße Aktie, oder Tulpenzwiebeln aus Amsterdam,…)

Get-Me-Out-Game:
– Spieler A disinvestiert ohne große Wirbel zu verursachen (z.B. kündigt nach und seine GS-Scheine, keine Wiederanlage bei Fälligkeit, kleine harmlose Verkauforder, etc.)
– Spieler A hält immer noch seine Klappe
– Spieler A gewinnt (z.B. bekommt Par zurück, verkauft zu guten Preis, kein Risk Exposure mehr)
– Spieler B verliert, weil mit dem o.g. Problem alleine dasteht (Das „Problem“ kann auch darin bestehen nicht zu erkennen ob es vorher ein No-Information Akkumulation Game war).

Im Grunde funktioniert jede Blase/Crash mit der Kombination beider Spiele. Egal ob ein Schneeballsystem, eine simple Unternehmensinsolvenz (Platzierung und Kreditrisiko), Banken Run (toller Kupon aber nicht liquide), „Preistrends“ in liquiden Kapitalmärkten (Problem = Nicht zu wissen dass es vorher ein Akkumulation Game war), etc.

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Von: Dividenden-Sammler http://www.blicklog.com/2014/01/22/die-freunde-von-prokon-im-gefangenendilemma/comment-page-1/#comment-247856 Thu, 23 Jan 2014 13:34:22 +0000 http://www.blicklog.com/?p=35333#comment-247856 In diesem Fall würde ich mal wieder den Spruch „Gier frisst Hirn“ anführen wollen.
Auch wenn 6 oder 8 Prozent an Zinsen geboten werden, legt man nie sein ganzes Geld in ein Investment!
1,4 Milliarden Euro haben 75.300 Anleger bei Prokon investiert. Das sind im Schnitt 18.590 EUR pro Anleger. Bei diesem Betrag kann mir keiner sagen, das dort jemand sein Geld gestreut hat.

Bei meinem Dividendendepot streue ich am Ende auf 50 unterschiedliche Firmen – das ist der Plan! Da müsste ich fast 1 Mio Euro besitzen, um 18.500 EUR pro Geldanlage zu investieren!

Nein, Mitleid habe ich keines mit den Anlegern von Prokon.
Schade nur, das sie daraus auch nicht lernen werden.
Denn jetzt wird es heißen: Nur noch Sparbuch – das ist sicher!

Und das ist aber wieder 5 Schritte zurück – statt nur 1 Schritt zurück und sich mal Dividendenaktien an zu schauen…

Beste Grüße
D-S

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Von: Kleine Presseschau vom 22. Januar 2014 | Die Börsenblogger http://www.blicklog.com/2014/01/22/die-freunde-von-prokon-im-gefangenendilemma/comment-page-1/#comment-247854 Wed, 22 Jan 2014 12:22:36 +0000 http://www.blicklog.com/?p=35333#comment-247854 […] Blick Log: Die “Freunde von Prokon” im Gefangenendilemma? […]

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Von: Dirk Elsner http://www.blicklog.com/2014/01/22/die-freunde-von-prokon-im-gefangenendilemma/comment-page-1/#comment-247852 Wed, 22 Jan 2014 08:53:21 +0000 http://www.blicklog.com/?p=35333#comment-247852 Sehe ich andersw. 2008 hat dies ja offensichtlich in Deutschland geklappt, als Merkel und Steinbrück ihre berühmte Garantie für Einlagen aussprachen. Letztlich lässt sich das nicht abschließend beurteilen. Jedenfalls sollen diese Institutionen eine hohe Sicherheit für die Einleger gewährleisten. Eine 100% Garantie gibt es ohnehin nicht bzw. nie.

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Von: FDominicus http://www.blicklog.com/2014/01/22/die-freunde-von-prokon-im-gefangenendilemma/comment-page-1/#comment-247851 Wed, 22 Jan 2014 08:45:49 +0000 http://www.blicklog.com/?p=35333#comment-247851 „Während aber Bankruns z.B. durch staatliche Garantien oder durch eine Zentralbank als „Lender of last resort“ (siehe dazu Stefan Prigge, Zentralbank, Aktienkurssturz und Systemkrise, Hamburg 1997) verhindert werden können, “

Kaum ernsthaft. Keine staatliche Garantie und keine Zentralbank kann es verhindern. Wenn die Leute ihr Geld haben wollen, sperrt jede Bank zu.

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