Kommentare zu: Verschläft Deutschland das digitale Zeitalter? http://www.blicklog.com/2014/09/25/verschlft-deutschland-das-digitale-zeitalter/ Notizen über Wirtschaft, Finanzen, Management und mehr Sat, 13 Jun 2026 20:58:02 +0000 hourly 1 https://wordpress.org/?v=5.0.25 Von: Beate http://www.blicklog.com/2014/09/25/verschlft-deutschland-das-digitale-zeitalter/comment-page-1/#comment-249439 Thu, 25 Sep 2014 19:08:47 +0000 http://www.blicklog.com/?p=40022#comment-249439 Eine Volkswirtschaft die mit 0,9% jährlich Produktivitätswachstum zufrieden ist – zur Not werden die Löhne gekürzt geht noch 10 – 20 Jahre – braucht keine neuen Technologien.

Alle Innovationen die im IPhone drin stecken sind irgendwann staatlich mitfinanziert worden, selbst der Google-Suchalgorithmus.

Frau Merkel spart unsere Volkswirtschaft zu Tode.

Die deutschen Ökonomen tragen eine grosse Mitschuld an dem Niedergang.

Es wird zum Crash kommen.

Innovation hat nichts mit der Zahl der Universitätsabschlüsse zu tun.

Pisa ist dumm!

Sondern mit der Chance scheitern zu dürfen und dann etwas neues zu probieren. Oder 20 Jahre an einer Lösung zu arbeiten.

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Von: Ralf Keuper (Bankstil) http://www.blicklog.com/2014/09/25/verschlft-deutschland-das-digitale-zeitalter/comment-page-1/#comment-249433 Thu, 25 Sep 2014 17:24:06 +0000 http://www.blicklog.com/?p=40022#comment-249433 Stimme weitgehend zu. Ohne hier jetzt oberlehrerhaft sein zu wollen: Jeff Bezos war u.a. Investmentbanker und Steve Jobs sagte, so weit ich weiss, dass sein Kurs in Kalligraphie für ihn die größte Inspiration als Unternehmer gewesen sei. Aldi, Metro und der Otto-Versand wurden von Kaufleuten gegründet. Auch Kaufleute bzw. Nicht-Techniker können ein ausgesprochen intensives Verhältnis zu Produkten entwickeln. Oscar Troplowitz, Erfinder von Niveau und Tesa, hat neben Pharmazie auch Philosophie studiert. Walther Rathenau ,u.a. Chef der AEG, war noch vielseitiger.

Richtig ist, dass in Deutschland die Controller oder das Controller-Denken inzwischen einen zu großen Einfluss haben. Ein Gründer wie Heinz Nixdorf konnte seine Entscheidungen weitgehend alleine treffen, einfach aufgrund seines Instinkts, Gespürs. Controller, wie auch viele Unternehmensberater, argumentieren im Sinne der Verbesserung des Bestehenden, und raten selten bis gar nicht zu Investitionen mit ungewissem Ausgang. Am besten hat dieses Dilemma m.E. Andy Grove in „Nur die Paranoiden überleben“ beschrieben. Als er und sein Kompagnon George Moore einsehen mussten, dass sie mit Intel im Halbleitergeschäft auf Dauer nicht mit den Japanern konkurrieren konnten, haben sie die Entscheidung getroffen, die Sparte auslaufen zu lassen und stattdessen massiv in die Mikroelektronik investiert. Ein Berater oder Controller hätte wohl zu Kosteneinsparungen und einer Vertriebsoffensive geraten. Kaum auszudenken, was die Aktien-Analysten und die Börse zu den Plänen gesagt hätten, wenn man sie vorher dazu befragt hätte.

Volle Zustimmung auch, dass Verbände in Deutschland sich gerne im Jammern hervortun und die Mängel beklagen, die es in Deutschland Gründern so schwer machen. Ein Steve Jobs wäre hierzulande wohl kaum finanziert und auch von Verbänden ignoriert worden. Bei uns ist das Zunftwesen an einigen Stellen noch immer sehr präsent. Schnell ertönt bei größeren Investitionsvorhaben der Ruf nach dem Staat.

Dass das Sozialprestige technischer Berufe in Deutschland einen schlechten Stand hat, würde ich so nicht unterschreiben. Der Ingenieur, quasi eine deutsche Erfindung, genießt in der Gesellschaft ein hohes Ansehen. Womit wir größere Probleme haben, sind Berufe oder Tätigkeiten, die kaum etwas mit „richtiger“ Arbeit zu tun haben, deren Ergebnis unstofflicher Natur ist. Unter der Arbeit eines Informatikers und IT-Beraters können sich nur sehr wenige etwas vorstellen. Das ist irgendwie suspekt. In einer Nation, die Exportweltmeister ist, und Automobile und Maschinen in großer Stückzahl absetzt, hat die digitale Ökonomie daher fast schon zwangsläufig ein Rechtfertigungsproblem. Einzig der Arbeit von Ärzten und, früher wenigstens noch Theologen und Priestern gegenüber, ist bzw. war man großzügiger. Vielleicht auch deshalb, weil die Behandlungserfolge hier für den Patienten wenigstens spürbar, erfahrbar sind. Man kann sich etwas darunter vorstellen.

Wahrscheinlich sind unsere Wirtschaft und Gesellschaft noch zu sehr in den Denkmustern des Industriezeitalters verankert. Vielleicht entspricht diese Denkmuster unserer – insgesamt eher konservativen/risikoscheuen Mentalität. Lass die anderen mal machen. Wenn es sich bewährt, dann schauen wir uns das gerne näher an und übernehmen einiges davon. Die Frage ist nur, ob diese Strategie im digitalen Zeitalter noch aufgeht. Die Industrie scheint mir hier jedenfalls schon weiter zu sein. Embedded Systems bzw. Assistenzsysteme passen anscheinend besser zu unserem Wirtschafts- und Denkstil.

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Von: Nixda http://www.blicklog.com/2014/09/25/verschlft-deutschland-das-digitale-zeitalter/comment-page-1/#comment-249428 Thu, 25 Sep 2014 11:18:37 +0000 http://www.blicklog.com/?p=40022#comment-249428 Die Ursachen sind natürlich gesellschaftlicher Natur. Eine nicht ganz unwesentlicher Faktor ist, dass der Standort Deutschland von den Industrieverbänden systematisch totgeredet wurde und wird. Häufig genug hört man, „das können Sie in Deutschland gar nicht machen“. Natürlich könnte man, wenn nur alle mitziehen würden. Ein Amerikaner würde nie so ein Argument verwendet.

Und wenn das Deutsche Produkt dann da ist, dann wird es nicht aufgenommen. Wenn das selbe Produkt 2 Jahre später aus den USA kommt, wird es wie wild gekauft (z.B. StudiVZ vs. Facebook)

Etwas verkürzt liegt eine weitere Ursache in der „BWL-isierung“ des Management. Eigentlich sind alle großen erfolgreichen Industrie- uns Softwareunternehmen wie Porsche, Siemens, Mercedes, SAP wurden von Technikern gegründet, Bill Gates, Larry Page, Mark Zuckerberg, Steve Jobs, Larry Ellison (Oracle), Pierre Omidyar (EBay), Jeff Bezos (Amazon) kommen alle aus einer technischen Ausbildung, nicht aus einer wirtschaftlichen. Um einem Produkt eine Seele zu geben, braucht es Menschen, die es wie eigene Kinder großziehen. Das funktioniert nicht mit Menschen, die nur die Marktchancen einer Produktkategorie sehen. Ein solches Retortenprodukt ist selten erfolgreich.

Das Sozialprestige einer technischen Ausbildung in Deutschland ist schlecht, die berufliche Wirklichkeit in den meisten Firmen unbefriedigend, die Bezahlung durchschnittlich, Karriereaussichten in aller Regel nicht existent. In den Unternehmen sitzen die IT-Abteilungen häufig in den unattraktiven Gebäudeteilen wie im Keller. Man muss jedem begabten Jugendlichen von einer Berufswahl in diesem Bereich abraten.

Deutschland hat zu viele Manager (Leute mit BWL Ausbildung) und zu wenige mit kreativen Köpfen und dem Wissen, wie man es umsetzt (Ingenieure und Informatiker). Und die wenigen, die es hat, hält es systematisch klein.

(Die Samwers fallen nicht in diese Kategorie, aber bisher haben die ja auch keine Innvationen erzeugt, sondern bestehende amerikanische Produkte kopiert).

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Von: rafa64 http://www.blicklog.com/2014/09/25/verschlft-deutschland-das-digitale-zeitalter/comment-page-1/#comment-249426 Thu, 25 Sep 2014 07:41:28 +0000 http://www.blicklog.com/?p=40022#comment-249426 off topic aber sehr hörenswert:

http://www.stadtradio-goettingen.de/beitraege/kultur/buch_der_crash_ist_die_loesung__interview_mit_autor_marc_friedrich/index_ger.html

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