Kommentare zu: Trotz fehlerhafter Prognosen mangelt es an Bescheidenheit bei ökonomischen Vorhersagen http://www.blicklog.com/2014/12/29/trotz-fehlerhafter-prognosen-mangelt-es-an-bescheidenheit-bei-konomischen-vorhersagen/ Notizen über Wirtschaft, Finanzen, Management und mehr Sat, 13 Jun 2026 20:58:02 +0000 hourly 1 https://wordpress.org/?v=5.0.27 Von: Timo Ollech http://www.blicklog.com/2014/12/29/trotz-fehlerhafter-prognosen-mangelt-es-an-bescheidenheit-bei-konomischen-vorhersagen/comment-page-1/#comment-252732 Fri, 02 Jan 2015 11:00:39 +0000 http://www.blicklog.com/?p=40807#comment-252732 Danke fürs Verlinken, bitte unter dem richtigen Namen Iromeister, der rührt von meiner damaligen Frisur her 😉 (http://www.iromeister.de/-iromeister-is-back)

]]>
Von: sven http://www.blicklog.com/2014/12/29/trotz-fehlerhafter-prognosen-mangelt-es-an-bescheidenheit-bei-konomischen-vorhersagen/comment-page-1/#comment-252603 Tue, 30 Dec 2014 08:54:11 +0000 http://www.blicklog.com/?p=40807#comment-252603 Das in der Ökonomie Prognosen immer wieder daneben gehen, ist meiner Meinung nach ziemlich leicht zu erklären: Neben der Tatsache, dass das Untersuchungsobjekt auf die Prognose selbst wieder reagieren kann, ist das Menschen sich in der vergleichbaren Situationen unterschiedlich verhalten/entscheiden können und das auch noch aus unterschiedlichen Gründen, für mich ein maßgebliches Problem bei der Sache. Die Möglichkeit, wie die Naturwissenschaften sie haben, mit denselben, kontrollierten Umgebungsbedingungen, wo gezielt genau ein Parameter verändert werden kann, etc. ist für die Ökonomie meistens nicht gegeben. Vielleicht mag das auf dem Mikrolevel noch in Laborversuchen klappen, auf dem Makroleveel einer ganzen Volkswirtschaft bzw. mehreren davon sind es einfach zu viele Parameter, die den Ausschlag geben können. Davon, die Versuchsanordnung zu wiederholen, um einen anderen Parameter zu testen, müssen wir erst gar nicht reden.
Als Erklärung für ein Verhalten kommen unterschiedliche Gründe in Frage, bei jedem Individuum möglicherweise andere. Um diese Gründe abzudecken müsste man wahnsinnig viel über jedes einzelne Individuum wissen, über seine Erfahrungen, Ansichten, den kulturellen Hintergrund und die aktuelle Lebenssituation und seine Wünsche. In einer pluralistischen Gesellschaft wird das zunnehmend schwieriger.
Wir wissen immer noch viel zu wenig, warum sich Menschen wann wie entscheiden. Die Annahme eines „homo oecomicus“, der sich rational entscheidet, ist jedenfalls eine grobe Vereinfachung.
Ökonomen arbeiten ja gerne mit vereinfachenden Modellen. Die meisten können einen Sachverhalt ganz gut erklären, scheitern aber dann bei anderen krachend. Im Prinzip kann man sich das wie Landkarten vorstellen: Eine Wanderkarte hat einen bestimmten Maßstab und bestimmte Informationen, die für Wanderer wichtig sind. Eine Karte über die Flächennutzung sieht ganz anders aus und eine Wetterkarte nochmal ganz anders. Jede ist für ihre Zwecke gut, aber mit einer Wetterkarte wandern zu gehen, …
Und ein Zusammenwirken der Modelle klappt aufgrund unterschiedlicher Annahmen und Zwecke meist nicht. Ein paar Karten kann man sinnvoll kombinieren, aber wenn man alle Karten übereinanderlegt und zu einer zusammenbaut, wird es gigantisch und unübersichtlich.

]]>
Von: Dirk Elsner http://www.blicklog.com/2014/12/29/trotz-fehlerhafter-prognosen-mangelt-es-an-bescheidenheit-bei-konomischen-vorhersagen/comment-page-1/#comment-252600 Tue, 30 Dec 2014 07:56:18 +0000 http://www.blicklog.com/?p=40807#comment-252600 @tim
Das ist aber genau der Punkt, die Naturwissenschaften kennen die Grenzen. Bei den täglichen Vulkaninfos aus Hawaii etwa waren sie sehr vorsichtigt, was den genauen Verlauf des Lavastroms betrifft. Und natürlich gibt es viele Gebiete in den Naturwissenschaften, in denen Prognosen gut funktionieren, wie etwa die Vorhersage der Gezeiten.

]]>
Von: Dirk Elsner http://www.blicklog.com/2014/12/29/trotz-fehlerhafter-prognosen-mangelt-es-an-bescheidenheit-bei-konomischen-vorhersagen/comment-page-1/#comment-252599 Tue, 30 Dec 2014 07:51:25 +0000 http://www.blicklog.com/?p=40807#comment-252599 Das stimmt. Die Neoklassik kommt ja ohne Prognose aus, weil alles bekannt ist.

]]>
Von: Christoph http://www.blicklog.com/2014/12/29/trotz-fehlerhafter-prognosen-mangelt-es-an-bescheidenheit-bei-konomischen-vorhersagen/comment-page-1/#comment-252547 Mon, 29 Dec 2014 18:58:01 +0000 http://www.blicklog.com/?p=40807#comment-252547 Widerlegt mangelnde Prognosefähigkeit die Neoklassik?

Nein, das wohl nicht. Viel eher belegt die mangelnde Prognosefähigkeit die Richtigkeit der Effizienzmarkthypothese.

]]>
Von: Karl-Heinz Thielmann http://www.blicklog.com/2014/12/29/trotz-fehlerhafter-prognosen-mangelt-es-an-bescheidenheit-bei-konomischen-vorhersagen/comment-page-1/#comment-252532 Mon, 29 Dec 2014 10:19:47 +0000 http://www.blicklog.com/?p=40807#comment-252532 Moin Dirk,

erstmal schönen Urlaub. Ich habe ja auch schon einiges zum Thema Prognosen zu sagen gehabt und teile daher Deine Anmerkungen weitgehend; möchte aber dennoch etwas zum Zitat von Brodbeck schreiben.

* Wenn er schreibt: „Die Aufgabe der ökonomischen Theorie – in Friedmans Definition – ist es, Preisbewegungen zu prognostizieren“, so kann ich dies nicht teilen. Hier wird einiges durcheinander gebracht.

* Seinen Vorwurf an die Ökonomie halte ich weiterhin für reichlich fragwürdig: „Diese Immunisierungsstrategie, Prognosen von Bedingungen abhängig zu machen, die selbst zum wichtigsten Erklärungsbereich der ökonomischen Theorie gehören, kommt einer Selbstaufgabe der Ökonomie als Wissenschaft gleich.“ Progenosen – zumindest solche, die nicht aus der Glaskugel kommen – sind immer und in jeder Wissenschaft von ihren Annahmen bzw. Bedingungen abhängig, von was denn sonst?

]]>
Von: Tim http://www.blicklog.com/2014/12/29/trotz-fehlerhafter-prognosen-mangelt-es-an-bescheidenheit-bei-konomischen-vorhersagen/comment-page-1/#comment-252528 Mon, 29 Dec 2014 08:58:28 +0000 http://www.blicklog.com/?p=40807#comment-252528 Nein, Naturwissenschaftlich sind keinesfalls zurückhaltend bei ihren Prognosen. Sie sind nur sehr vorsichtig dabei, was sie vorhersagen. Wann ein Vulkan ausbricht, läßt sich z.B. noch immer nicht sehr genau vorhersagen. Welche Konsistenz das ausgeworfene Material hat, wie hoch die Lava-Temperatur ist, teilweise auch welchen Fluß die Lava nimmt usw. läßt sich hingegen recht gut prognostizieren.

Naturwissenschaftler haben recht früh gelernt, auf welcher Ebene sie Vorhersagen treffen können. Genau das fehlt der Wirtschaftswissenschaft, auch wenn sie ungefähr dasselbe Alter wie die moderne Naturwissenschaft hat.

Beispiel Meteorologie: Es ist noch immer sehr schwierig, Wolkenkonstellationen vorherzusagen, aber es gibt seit langem eine sehr präzise Wolkentypologisierung. Vergleichbare Phänomene sollte es doch zuhauf auch in Marktentwicklungen geben. Bevor die Wirtschaftswissenschaft konkrete Kennzahlen vorhersagt, sollte sie erst einmal die nötigen Zwischenschritte unternehmen.

]]>