Kommentare zu: Moderne Evolutionstheorie schlägt Ökonomie (04): Fehlinterpretation der Formel “Survival of the fittest” http://www.blicklog.com/2015/11/23/moderne-evolutionstheorie-schlgt-konomie-04-fehlinterpretation-der-formel-survival-of-the-fittest/ Notizen über Wirtschaft, Finanzen, Management und mehr Thu, 09 Oct 2025 13:01:47 +0000 hourly 1 https://wordpress.org/?v=5.0.25 Von: Moderne Evolutionstheorie schlägt Ökonomie (10): Grundlagen einer neurobiologische Fundierung http://www.blicklog.com/2015/11/23/moderne-evolutionstheorie-schlgt-konomie-04-fehlinterpretation-der-formel-survival-of-the-fittest/comment-page-1/#comment-368981 Tue, 17 May 2016 00:08:17 +0000 http://www.blicklog.com/?p=42528#comment-368981 […] Fehlinterpretation der Formel “Survival of the fittest” […]

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Von: Moderne Evolutionstheorie schlägt Ökonomie (08): Mensch und Multilevel-Selektion http://www.blicklog.com/2015/11/23/moderne-evolutionstheorie-schlgt-konomie-04-fehlinterpretation-der-formel-survival-of-the-fittest/comment-page-1/#comment-347746 Sat, 26 Mar 2016 21:36:43 +0000 http://www.blicklog.com/?p=42528#comment-347746 […] Fehlinterpretation der Formel “Survival of the fittest” […]

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Von: Radikalisierung Jugendlicher: Wenn Gruppenbindung verlorengeht http://www.blicklog.com/2015/11/23/moderne-evolutionstheorie-schlgt-konomie-04-fehlinterpretation-der-formel-survival-of-the-fittest/comment-page-1/#comment-333441 Thu, 18 Feb 2016 01:23:26 +0000 http://www.blicklog.com/?p=42528#comment-333441 […] 4. Fehlinterpretation der Formel “Survival of the fittest” […]

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Von: Moderne Evolutionstheorie schlägt Ökonomie (06): Annäherung an die Multilevel-Selektion http://www.blicklog.com/2015/11/23/moderne-evolutionstheorie-schlgt-konomie-04-fehlinterpretation-der-formel-survival-of-the-fittest/comment-page-1/#comment-313071 Mon, 04 Jan 2016 06:40:48 +0000 http://www.blicklog.com/?p=42528#comment-313071 […] Fehlinterpretation der Formel “Survival of the fittest” […]

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Von: Peter Mersch http://www.blicklog.com/2015/11/23/moderne-evolutionstheorie-schlgt-konomie-04-fehlinterpretation-der-formel-survival-of-the-fittest/comment-page-1/#comment-295315 Thu, 26 Nov 2015 13:16:19 +0000 http://www.blicklog.com/?p=42528#comment-295315 Für mich beschreibt auch dieser Artikel nicht klar genug, was Sozialdarwinismus ist und was sein eigentliches Problem ist. Ich befürchte sogar, dass allgemein bis heute darüber keinerlei Klarheit besteht. Meist wird das Wort lediglich als politischer Kampfbegriff verwendet. Ich halte es deshalb für sinnvoller, zunächst einmal die Unterschiede zwischen menschlichen sozialen Gemeinschaften und der wilden Natur (auf die sich Darwins Theorie bezieht) herauszuarbeiten.

So werden in der Natur (in den allermeisten Fällen) keine Verfügungsrechte an Ressourcen akzeptiert. Darunter fallen auch die Verfügungsrechte an den eigenen körperlichen Ressourcen. Das führt dazu, dass in der Natur der aktuelle Ressourcenbesitzer über keine ausgewählten Rechte an der Ressource verfügt. Sie kann ihm jederzeit streitig gemacht werden. Oft sagt man dazu vereinfachend, dass in der Natur das sog. „Recht des Stärkeren“ gilt. Leider ist das Wort „stärker“ irreführend. Der finale Gewinner könnte genauso der Schlauere sein. Wichtig ist allein, dass es keine akzeptierten Verfügungsrechte an Ressource gibt. Kurz: Der Löwe fragt das Zebra vorher nicht, ob er es fressen darf.

Ein Fehler des Sozialdarwinismus war, dass er das Recht des Stärkeren auf menschliche Gesellschaften übertrug. So sahen es beispielsweise einige seiner Vertreter als durchaus legitim an, mit einem Schiff auf einer bewohnten (Ressourcen-reichen) Insel zu landen und alle Bewohner zu berauben und zu versklaven. Dies sei Evolution auf der Grundlage des Rechts des Stärkeren, wie es in der Natur gelte.

Tatsächlich ist es auch in unserem heutigen Rechtsverständnis erlaubt, auf der Insel zu landen und mit der Urbevölkerung in einen Handel einzutreten. Handel beruht jedoch auf der Akzeptanz von Verfügungsrechten an Ressourcen, etwas, das es in der wilden Natur praktisch überhaupt nicht gibt. Selbst bei den Enten nicht. Wirft man einer Population Enten ein paar Brotkrumen zu, wird man feststellen, dass sich die Individuen um die Krumen streiten. Ein Tier, das ein besonders großes Stück erwischt, wird es im Allgemeinen möglichst schnell herunterwürgen müssen, sonst ist es es los. Das läuft in menschlichen Gesellschaften ganz anders.

Dies ist einer der Gründe, warum weder das Leben in menschlichen Gesellschaften noch das Treiben auf den Märkten in modernen Marktwirtschaften mit der klassischen Darwinschen Evolutionstheorie erfassbar sind. Damit zielt aber auch die erwähnte Kritik von Sedlacék an der freien Marktwirtschaft zunächst einmal daneben.

Ein anderer Grund für die Nichtübertragbarkeit der Darwinschen Evolutionstheorie bzw. der Natürlichen Selektion auf menschliche Sozialstaaten ist ihre individualistische Struktur. Der Grundgedanke ist in etwa der: Alle Individuen benötigen Ressourcen aus ihrer Umgebung, um (leben und) sich fortpflanzen zu können. Wer darin besser ist (d.h. besser an die Umwelt angepasst ist), hinterlässt im Durchschnitt mehr Nachkommen (bzw. eigene Gene). So stärken sich die Gene in der Population, die für eine gute Anpassung sprechen. Im Vordergrund steht also zunächst ein individueller „Kampf ums Dasein“ mit der Umwelt, d.h. ein Wettbewerb um Ressourcen. Dabei bleibt offen, wie dieser Kampf gefochten wird. Er muss nicht zwingend per brutaler Konkurrenz, Ellenbogen etc. geführt werden. Kooperation könnte in vielen Fällen Erfolg versprechender sein.

Ein Problem ist nun aber, dass sich dieses Darwinsche Ausgangsszenario nicht auf Sozialstaaten übertragen lässt, und zwar bereits aus systemischen Gründen. Es ist dabei egal, ob es sich um menschliche Sozialstaaten oder Honigbienenkolonien handelt, es funktioniert in beiden Fällen nicht. Präziser: In Sozialstaaten kommt es nicht länger zur Natürlichen Selektion, sondern zu einer sozialen Selektion. Wie viele Nachkommen die einzelnen Individuen hinterlassen, wird maßgeblich von der Organisation und den Regeln des Sozialstaates selbst, nicht aber vom Wettbewerb der Individuen um Fortpflanzung bestimmt. Man kann deshalb Darwins Theorie der Natürlichen Auslese nicht auf Sozialstaaten übertragen bzw. anwenden. Dies war einer der entscheidenden Denkfehler der Sozialdarwinisten.

Richard Dawkins formuliert dies in „Das egoistische Gen“ (Ausgabe 2007, S. 209f.) in recht klaren Worten wie folgt:

„Nun ist, was den modernen, zivilisierten Menschen betrifft, folgendes geschehen: Die Größe der Familie ist nicht mehr durch die begrenzten Mittel beschränkt, die die einzelnen Eltern aufbringen können. Wenn ein Mann und seine Frau mehr Kinder haben, als sie ernähren können, so greift einfach der Staat ein, das heißt der Rest der Bevölkerung, und hält die überzähligen Kinder am Leben und bei Gesundheit. Es gibt in der Tat nichts, was ein Ehepaar, welches keinerlei materielle Mittel besitzt, daran hindern könnte, so viele Kinder zu haben und aufzuziehen, wie die Frau physisch verkraften kann. Aber der Wohlfahrtsstaat ist eine sehr unnatürliche Sache. In der Natur haben Eltern, die mehr Kinder bekommen, als sie versorgen können, nicht viele Enkel, und ihre Gene werden nicht an zukünftige Generationen vererbt.“

Was Dawkins hier beschreibt ist einer der Gründe, warum es in praktisch allen modernen menschlichen Sozialstaaten zum sogenannten demografisch-ökonomischen Paradox kommt: In der wilden Natur haben diejenigen Individuen, die die meisten Ressourcen erwirtschaften im Durchschnitt die meisten Nachkommen (dies ist die sogenannte Natürliche Selektion), in menschlichen Sozialstaaten ist es dagegen umgekehrt. Ein ähnlicher negativer Zusammenhang besteht bei der Bildung (Westdeutschland: Frauen mit hoher Bildung = 1,31 Kinder, Frauen mit geringer Bildung = 2,06 Kinder).

Die Ursache des Paradoxons ist nicht natürlicher Art, sondern es ist eine Folge der Organisation und der Regeln des Sozialstaates. Kritiker des Sozialdarwinismus tun aber heutzutage gerne so, als seien solche Verhältnisse naturgegeben und jede Kritik daran im Grunde „Sozialdarwinismus“. Leider ist es genau umgekehrt: Solche Kritiker des Sozialdarwinismus argumentieren fundamental sozialdarwinistisch. Sie tun so, als sei das beobachtete Fortpflanzungsverhalten natürlich bzw. naturgegeben. Damit übertragen sie gewissermaßen das Prinzip der natürlichen Selektion auf menschliche Sozialstaaten, was jedoch unzulässig ist.

In Honigbienenkolonien sieht es übrigens nicht viel anders aus: Gäbe es dort keine Königinnen, sodass sich alle Arbeiterinnen individuell reproduzieren müssten, dann würden diejenigen Arbeiterinnen die meisten Nachkommen hinterlassen, die sich am wenigsten an den sozialen Aufgaben beteiligen (die Nahrung wird in den Kolonien gemeinsam beschafft, sie steht allen zur Verfügung, auch in diesem Sinne handelt es sich um einen Sozialstaat). Kurz: Auch hier würde sich sehr bald ein demografisch-ökonomisches Paradoxon etablieren. Honigbienensozialstaaten sind deshalb u. a. so organisiert, wie sie es aktuell sind, damit genau das nicht passiert.

Unabhängig davon hat die (auch von Ihnen vorgetragene) Kritik am Begriff „Survival of the Fittest“ allerdings eine grundsätzliche Berechtigung. Es sind ja letztendlich Informationen (Gene und ihre Beziehungen zueinander im Sinne der Evolutionsbiologie, Kompetenzen im Sinne der Systemischen Evolutionstheorie), die im Laufe der Evolution langfristig „überleben“ und sich entwickeln. Der Begriff „Survival of the Fittest“ (egal ob es sich um den Stärksten oder Schlauesten handelt) suggeriert jedoch, als ginge es in der Evolution vor allem um das Individuum und seinen Kampf ums Dasein bzw. um sein Überleben. So mag Evolution ganz zu Beginn einmal ausgesehen haben, spätestens mit dem Aufkommen des Sozialen wird man damit dem Wesen der Evolution jedoch nicht mehr gerecht.

P.S. An einigen Stellen heißt es im Text: „Survial of the fittest“.

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Von: Michael Berger http://www.blicklog.com/2015/11/23/moderne-evolutionstheorie-schlgt-konomie-04-fehlinterpretation-der-formel-survival-of-the-fittest/comment-page-1/#comment-294476 Mon, 23 Nov 2015 17:07:55 +0000 http://www.blicklog.com/?p=42528#comment-294476 Please read Edward O. Wilson: „The Mental as Physical“ where he already states the basis of later so called „behavioral biology“. I learned during my study of psychology, philosophy and physiology in the 80ties of last century the fundamental coherency of those three disciplines. E. O. Wilson was one of the founders of the understanding of complex interactions and interdepencies of human thinking and behavior.

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Von: [Blick Log] Moderne Evolutionstheorie schlägt Ökonomie (04): Fehlinterpretation der Formel “Survival of the fittest” http://www.blicklog.com/2015/11/23/moderne-evolutionstheorie-schlgt-konomie-04-fehlinterpretation-der-formel-survival-of-the-fittest/comment-page-1/#comment-294145 Mon, 23 Nov 2015 01:22:08 +0000 http://www.blicklog.com/?p=42528#comment-294145 […] http://www.blicklog.com/2015/11/23/moderne-evolutionstheorie-schlgt-konomie-04-fehlinterpretation-de… […]

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