Kommentare zu: Moderne Evolutionstheorie schlägt Ökonomie (09): Wird sich Multilevel-Selektion gegen ökonomische Neoklassik etablieren? http://www.blicklog.com/2016/03/30/moderne-evolutionstheorie-schlgt-konomie-09-wird-sich-multilevel-selektion-gegen-konomische-neoklassik-etablieren/ Notizen über Wirtschaft, Finanzen, Management und mehr Thu, 09 Oct 2025 13:01:47 +0000 hourly 1 https://wordpress.org/?v=5.0.25 Von: Was hat der IWF mit unseren Sparanlagen zu tun? - KrausFinanz http://www.blicklog.com/2016/03/30/moderne-evolutionstheorie-schlgt-konomie-09-wird-sich-multilevel-selektion-gegen-konomische-neoklassik-etablieren/comment-page-1/#comment-378683 Mon, 13 Jun 2016 15:43:45 +0000 http://www.blicklog.com/?p=42842#comment-378683 […] Ich habe hier in bisher 8 Beiträgen meine bisherigen Gedanken zu der modernen Weiterentwicklung von Darwins Evolutionstheorie verarbeitet, weil ich derzeit lerne, dass dieses Modell bessere Erklärungen für das menschliche Verhalten liefert und für Ökonomen sogar in seiner Spezialform den “homo oeconomicus” enthält. Bisher erschienen in dieser Reihe “Moderne Evolutionstheorie schlägt Ökonomie” Prolog Wilsons Buch […]Original Artikel anzeigen […]

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Von: Moderne Evolutionstheorie schlägt Ökonomie (10): Grundlagen einer neurobiologische Fundierung http://www.blicklog.com/2016/03/30/moderne-evolutionstheorie-schlgt-konomie-09-wird-sich-multilevel-selektion-gegen-konomische-neoklassik-etablieren/comment-page-1/#comment-368982 Tue, 17 May 2016 00:08:33 +0000 http://www.blicklog.com/?p=42842#comment-368982 […] Wird sich Multilevel-Selektion gegen ökonomische Neoklassik etablieren? […]

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Von: Evolution und Innovation: Wir mögen den Zufall als Erklärung nicht http://www.blicklog.com/2016/03/30/moderne-evolutionstheorie-schlgt-konomie-09-wird-sich-multilevel-selektion-gegen-konomische-neoklassik-etablieren/comment-page-1/#comment-363613 Mon, 25 Apr 2016 00:32:17 +0000 http://www.blicklog.com/?p=42842#comment-363613 […] mit der Verwendung der modernen Evolutionstheorie als Grundlage für ökonomische Fragestellungen (letzter Beitrag hier). Diese Reihe hat nichts mit der Evolutionsökonomik zu tun, einem Forschungsgebiet der […]

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Von: Quarks & Co: Hormone http://www.blicklog.com/2016/03/30/moderne-evolutionstheorie-schlgt-konomie-09-wird-sich-multilevel-selektion-gegen-konomische-neoklassik-etablieren/comment-page-1/#comment-363496 Sun, 24 Apr 2016 06:06:30 +0000 http://www.blicklog.com/?p=42842#comment-363496 […] Beitragsreihe Moderne Evolutionstheorie schlägt Ökonomie hat mich zur Evolutionsbiologie geführt und von dort aus zur Neuropsychologie. Hier lernt man u.a., […]

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Von: Peter Mersch http://www.blicklog.com/2016/03/30/moderne-evolutionstheorie-schlgt-konomie-09-wird-sich-multilevel-selektion-gegen-konomische-neoklassik-etablieren/comment-page-1/#comment-353656 Sun, 03 Apr 2016 22:43:13 +0000 http://www.blicklog.com/?p=42842#comment-353656 Dass wir neue, realistischere ökonomische Modelle benötigen, sehe ich auch so. Inwieweit ausgerechnet die Evolutionsbiologie (und hier insbesondere die Multilevel-Selektion, MLS) helfen kann, leuchtet mir noch immer nicht ein. Es fängt schon damit an, dass die beteiligten Theoretiker (z. B. Nowak in den Zitaten [11]-[13] und alle verlinkten Kritikbeiträge zur MLS und die „darauf reagierend“en Beiträge) im Grunde allesamt dem methodologischen Individualismus zugerechnet werden können (demnach sind stets nur Lebewesen Akteure, niemals aber Gruppen aus Lebewesen). Die MLS kann deshalb nichts mit Superorganismen anfangen (Pinker aber offenkundig ebenfalls nicht). Die Begründung für die Verbreitung von Altruismusgenen läuft im Rahmen der MLS so: Gruppen mit Altruisten sind fitter als Gruppen ohne Altruisten. Hierdurch kann der Anteil der genetischen Altruisten in der Gesamtpopulation zunehmen, obwohl er in den Gruppen mit Altruisten sinkt. Dies kann jedoch über mehrere Generationen (d.h. evolutionär) hinweg nur funktionieren, wenn eine regelmäßige Gruppenneubildung stattfindet (eine regelmäßige Vermischung von Gruppen). Die Gruppen können folglich keine Superorganismen sein, die eigene Kompetenzen und Identitäten besitzen. Man dürfte sich deshalb schwer damit tun, Insektensozialstaaten und Unternehmen als Superorganismen mit eigenständigen Kompetenzen zu verstehen. An dieser Schwierigkeit ist bislang auch die Population Ecology of Organizations Theory gescheitert. Aufgrund der Darwinschen Limitationen wurde stets angenommen, dass auch Organisationen nur durch fortwährende Elimination und Neugründung evolvieren können.
Ich hatte bei einem wissenschaftlichen Kongress mal die Frage gestellt, ob sich die Teilnehmer vorstellen können, dass Unternehmen eigenständige Akteure sind. Mehr als 90% antworteten: Nein. Ihrer Meinung nach würden nur die Menschen in den Unternehmen agieren. Schon die deutsche Gesetzgebung sieht das aber anders. Aktiengesellschaften z. B. sind juristische Personen. Sie können Menschen verklagen. Ich habe die gleiche Frage später unter Abteilungsleitern der Finanzindustrie (Deutsche Bank, Deutsche Börse, Dresdner Bank etc.) gestellt. Hier waren mehr als 90% der Befragten der Meinung, dass Unternehmen eigenständige Akteure sind. Einige antworteten sogar: „Wie kann man nur so blöd fragen? Das sei doch selbstverständlich!“ Offenbar bestimmt das Sein also das Bewusstsein.
Die zweite Meinung (Unternehmen sind Akteure) fällt wissenschaftstheoretisch unter den Begriff „methodologischer Kollektivismus“. Die Systemische Evolutionstheorie folgt diesem Paradigma. Für sie sind Bienensozialstaaten und Unternehmen Akteure, die eigenständige Kompetenzen besitzen (in den obigen Texten wird oft etwas unklar von kulturellen Gruppenmerkmalen statt von Kompetenzen gesprochen).
Das Besondere an den Superorganismen als Akteure ist: Sie sind potenziell unsterblich. Sie reproduzieren ihre Kompetenzen nicht per Selbstvervielfältigung (Replikation). Ganz entsprechend ist bereits der Begriff der Selektion auf sie kaum mehr anwendbar. Nehmen wir einmal ein praktisches Beispiel aus der Finanzindustrie. A und B seien zwei Banken, die beide ihre eigenen Internetauftritte besitzen. Irgendwann integriert die Bank A eine neue Kundenfunktion von potenziell großem Kundennutzen in ihren Webauftritt. Man könnte sagen: Bank A besitzt damit ein neues kulturelles Merkmal. Dann wird aber Bank B schon bald versuchen, eine ähnliche (und vielleicht noch bessere) Funktion in ihren eigenen Internetauftritt zu integrieren. Was wird hier selektiert? Die Banken? A und B bestehen aber beide im gesamten Zeitraum. Ein Kundenwechsel hat noch nicht stattgefunden. Allerdings befürchtet B, dass es dazu kommen könnte, wenn A die neue Funktion hat, B aber nicht. Hat eine Selektion bei der Funktion stattgefunden? Darwinistisch kann man das so nicht sagen. Auch wurde sie nicht einfach kopiert, sondern auf der Internettechnologie der Bank B in deren Internetauftritt integriert.

Für die Systemische Evolutionstheorie sind die beiden Banken Superorganismen und damit „Kompetenzverlust vermeidende Systeme“. Sie verhalten sich informationsegoistisch bzw.: Sie sind bestrebt, eine absolute/komparative Schwächung ihrer Kompetenzen zu vermeiden. Es ist dieses Verhalten, was die obigen Ergebnisse hervorbringt, und zwar ggf. schon bevor sich auf dem Markt überhaupt irgendetwas tut. Die Akteure agieren ggf. präventiv. Bei der Technologieentwicklung ist das der Standard: Man entwickelt neue Produkte ggf. Jahre im Voraus, bevor man also die Produkte der Konkurrenz überhaupt kennt.

Die Systemische Evolutionstheorie besitzt demnach ein integriertes Verhaltensmodell, das u. a. in direkter Konkurrenz zum Verhaltensmodell des Homo oeconomicus steht. Demgegenüber kann ich bei der MLS nicht erkennen, wie ihr Verhaltensmodell aussieht (hat sie überhaupt ein klar definiertes Verhaltensmodell?). Das Verhaltensmodell der Systemischen Evolutionstheorie hat in vielen Punkten Übereinstimmungen mit den Modellen der Verhaltensökonomie. Z. B. wurde dort nachgewiesen, dass Menschen eine Verlustaversion besitzen. Sie geben potenziellen Verlusten eine höhere Bedeutung als potenziellen Gewinnen. Das von der Systemischen Evolutionstheorie angenommene Grundverhalten (aller Lebewesen und sonstigen Evolutionsakteure) der absoluten und komparativen Kompetenzverlustvermeidung prognostiziert exakt ein solches Verhalten.

Sehr weit akzeptiert wird in der Evolutionsbiologie die Theorie der egoistischen Gene (worauf die Verwandtenselektion beruht). Sie besitzt ebenfalls ein Verhaltensmodell, nämlich dass sich Lebewesen gen-egoistisch verhalten. Für Dawkins ist das Besondere an Genen, dass sie Replikatoren sind. Ergo verallgemeinerte er die Theorie der egoistischen Gene zu einer Theorie der egoistischen Replikatoren. Ein Ausdruck davon ist die sogenannte Memetik mit den egoistischen Kulturreplikatoren „Meme“. Man hätte aber auch sagen können, dass Gene Informationsträger sind und die Theorie der egoistischen Gen-Informationen zu einer generellen Theorie der egoistischen Informationen verallgemeinern können. Genau darauf weist der Physiker/Chemiker Peter Atkins hin.

In der 5. Auflage von „Die egoistische Information“ ( http://www.mersch.com/molmain/main.php?docid=350 ) führe ich einen entsprechenden Egoismus auf den Zweiten Hauptsatz der Thermodynamik in einer informationstheoretischen Formulierung (gemäß Arieh Ben Naim) zurück. Der Beweis ist ebenfalls im Buch enthalten. Anders als es Erwin Schrödinger in „Was ist Leben?“ noch behauptet hatte, wären Lebewesen also nicht primär darum bemüht, ihren unwahrscheinlichen Zustand von niedriger Entropie aufrechtzuerhalten, sondern die niedrige Entropie ihres hypothetischen Modells der Umwelt. Im Darwinschen Sinne könnte man die niedrige Entropie des hypothetischen Modells der Umwelt auch als „Anpassung“ definieren. Damit ist die Beziehung zur Evolutionstheorie hergestellt, die bei Schrödinger noch vollständig fehlte. Lebewesen sind demnach allesamt hypothetische Realisten.

Ich würde meinen, dass solche Vorstellungen auch Auswirkungen auf die Ökonomie haben können. In meinem Buch führe ich das direkt vor: Da werden ganz konkrete ökonomische Probleme behandelt. Es werden Resultate geliefert, beispielsweise zur Demografie, zur Neuen Institutionenökonomik, zur Population Ecology of Organizations-Theorie. Bei den Problemen des demografischen Wandels und des demografisch-ökonomischen Paradoxons wird u. a. gezeigt, dass sie mit familienpolitischen Maßnahmen in unserer Gesellschaft nicht lösbar sind (was aus den klassischen ökonomischen Modellen der Demografie nicht folgt). Die bisherigen Modelle haben u. a. nicht berücksichtigt, dass Unternehmen Akteure sind, die in der Frage andere Interessen verfolgen, als die Menschen, die sie beschäftigen. Wer die Probleme lösen möchte, muss aber die Interessen der Unternehmen mit berücksichtigen, sonst scheitert er.

Für gravierend halte ich auch einen anderen Punkt: Mehrere Nobelpreisträger unter den Ökonomen haben die Bedeutung und Schwierigkeit des Theorems von Ricardo hervorgehoben (u. a. Samuelson und Krugman). Krugman hat das Theorem mit Darwins natürlicher Selektion verglichen. In meinem Buch zeige ich u.a., dass das Theorem für die kulturelle Evolution von einer ähnlichen Bedeutung ist wie Darwins natürliche Selektion für die Evolution einfacher Lebewesen.

Erwähnt irgendeine dieser der Biologie nahestehenden Personen, die Sie zitieren, das Theorem von Ricardo? Taucht es in deren Büchern auf? Hat man versucht, es mithilfe der MLS herzuleiten? Immerhin stellt es die beste Erklärung dafür dar, warum es in menschlichen Gesellschaften fast zwangsläufig zur Kompetenzteilung und damit zur Spezialisierung und damit zur Entwicklung ausgefuchster kultureller Merkmale kommt.

Schließlich: Wo erfolgt in den von Ihnen zitierten Artikeln und Werken ein Hinweis auf die Respektierung von Verfügungsrechten, was für menschliche Gesellschaften geradezu entscheidend ist?

Im Pinker-Artikel heißt es z. B. an einer Stelle: „People are ’nice‘, both in the everyday sense and the technical sense from game theory, in that they willingly confer a large benefit to a stranger at a small cost to themselves, because that has some probability of initiating a mutually beneficial long-term relationship.“

Ich halte diese Begründung für völlig absurd. In meinem Buch zeige ich u. a., dass bereits die Tatsache, dass Menschen kompetenzverlustvermeidende Systeme sind, die vorhandene Verfügungsrechte von anderen Menschen respektieren (und damit die Tatsache, dass diese ebenfalls kompetenzverlustvermeidende Systeme sind) dazu führt, dass wir uns im Normalfall entschuldigen, wenn wir andere nach dem Weg zum Bahnhof fragen (dass wir also „nett“ zueinander sind).

Leider besteht in Deutschland (und in deutsch) keine Diskussionskultur zu den Themen. Man geht im Allgemeinen davon aus, dass die Themen im angelsächsischen Sprachraum zu unserer vollen Zufriedenheit ausdiskutiert werden, sodass wir die Resultate später nur übernehmen müssen (um sie vielleicht hier und da um ein paar Nuancen zu erweitern).

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Von: Marc http://www.blicklog.com/2016/03/30/moderne-evolutionstheorie-schlgt-konomie-09-wird-sich-multilevel-selektion-gegen-konomische-neoklassik-etablieren/comment-page-1/#comment-350341 Wed, 30 Mar 2016 11:37:14 +0000 http://www.blicklog.com/?p=42842#comment-350341 Die Absurdidät der Neoklassik ist nicht „hinter einer dicken Mauer mathematischen Formalismus versteckt, die die meisten Menschen nicht durchdringen können.“ Der Fehler befindet sich in der Grenznutzentheorie. Aus einem merkwürdigen Zufall beschreibt sie das Konsumverhalten bei einer Mangelwirtschaft korrekt und funktionierte daher in der vergangenheit auch, aber sie ist schlicht falsch. Bei einer modernen Wirtschaft mit Massenproduktion und gesättigten Märkten produziert die Grenznutzentheorie nur unsinnige Aussagen.

http://www.wiesaussieht.de/2015/03/22/grenzwertiger-nutzen-ein-gastbeitrag-von-marc-schanz/

Daher modelliert die Neoklassik die Nachfrage völlig falsch. Es ist mehr als überfällig, dass bessere ökonomische Paradigmen diesen gravierenden Fehler endlich beheben.

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Von: [Blick Log] Moderne Evolutionstheorie schlägt Ökonomie (09): Wird sich Multilevel-Selektion gegen ökonomische Neoklassik etablieren? http://www.blicklog.com/2016/03/30/moderne-evolutionstheorie-schlgt-konomie-09-wird-sich-multilevel-selektion-gegen-konomische-neoklassik-etablieren/comment-page-1/#comment-349993 Wed, 30 Mar 2016 00:07:57 +0000 http://www.blicklog.com/?p=42842#comment-349993 […] http://www.blicklog.com/2016/03/30/moderne-evolutionstheorie-schlgt-konomie-09-wird-sich-multilevel-… […]

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