Kommentare zu: Verknappen hohe Eigenkapitalanforderungen an Banken die Kreditvergabe? http://www.blicklog.com/2014/12/12/verknappen-hohe-eigenkapitalanforderungen-an-banken-die-kreditvergabe/ Notizen über Wirtschaft, Finanzen, Management und mehr Thu, 09 Oct 2025 13:01:47 +0000 hourly 1 https://wordpress.org/?v=5.0.25 Von: Gordon Gekko http://www.blicklog.com/2014/12/12/verknappen-hohe-eigenkapitalanforderungen-an-banken-die-kreditvergabe/comment-page-1/#comment-252834 Mon, 05 Jan 2015 12:00:17 +0000 http://www.blicklog.com/?p=40692#comment-252834 Ich stimme Herrn Thielmann voll und ganz zu. Mir ist auch nicht klar, wie durch die höhere Eigenkapitalquote die „Fehlanreize“ reduziert werden sollten. Gesellschaft und Politik scheinen der Meinung zu sein, dass Banken mit „eigenem Geld“ (=Eigenkapital?) vorsichtiger umgehen und damit Pleiten vermieden werden…

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Von: Dirk Elsner http://www.blicklog.com/2014/12/12/verknappen-hohe-eigenkapitalanforderungen-an-banken-die-kreditvergabe/comment-page-1/#comment-251637 Fri, 12 Dec 2014 08:09:31 +0000 http://www.blicklog.com/?p=40692#comment-251637 Moin Karl-Heinz,

bei c) bin ich vollkommen bei Dir. Das ist Chaos und führt übrigens ja auch dazu, dass die risikogewichteten Eigenkapitalquoten nicht mehr vergleichbar sind.

zu b) Admati und Hellwig ist sehr bewusst, dass dies nicht über Nacht geht. Sie schlagen daher einen Stufenplan vor zum Auffüllen des EK. Sie bewegen sich aber hier übrigens, wenn ich mich richtig erinnere, auf der Ebene des Modigliani-Miller-Theorems, also der Irrelevanz der Kapitalstruktur für den Unternehmenswert, wobei ich persönlich Probleme mit dem Theorem habe.

zu a) Ich sehe das ähnlich mit den Fehlanreizen. Aus meiner Sicht ist die Gefahr der Fehlanreize aber umso höher, je niedriger die Eigenkapitalquote ist. Wenn der Markt funktionieren würde, würden Banken sich gar kein bzw. nur teures Fremdkapital bei einer niedrigen Eigenkapitalquoten beschaffen können. Das ist aber nicht so, weil derzeit
1. die EZB die Banken zuschüttet mit Liquidität und
2. Gläubiger im Zweifel immer noch darauf vertrauen können, dass große Banken vom Staat rausgehauen werden. Damit bietet der Staat quasi eine kostenlose Kreditversicherung, die durch die Bankenabgabe nur unzureichend internalisiert wird.
Anders ausgedrückt: Wenn es wirklich glaubhaft das Signal gelingt, dass der Staat nicht mehr eingreift, wenn eine Bank, egal wie groß, schief liegt, dann bräuchten wir auch keine Eigenkapitalvorgabe. Aus meiner Sicht ist das aber eine große Illusion.

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Von: Karl-Heinz Thielmann http://www.blicklog.com/2014/12/12/verknappen-hohe-eigenkapitalanforderungen-an-banken-die-kreditvergabe/comment-page-1/#comment-251630 Fri, 12 Dec 2014 06:46:39 +0000 http://www.blicklog.com/?p=40692#comment-251630 Moin Dirk,

da Du meinen Kommentar schon direkt ansprichst, gleich eine Antwort:

a) glaube ich weiterhin, dass bei den Banken nicht das Eigenkapital, sondern die Fehlanreize das eigentliche Problem sind, die kurzfristiges Abzocken belohnen.
Insofern bleibe ich auch bei meiner Kritik an Hellwig und Admati, die ich ja schon vor fast einem Jahr mal hier veröffentlicht habe: http://www.blicklog.com/2014/01/14/banken-konnen-auch-anders-handelsbanken-das-ignorierte-vorbild/

b) schreibst Du: „Admati und Hellwig sehen außerdem, dass eine Erhöhung der Eigenkapitalanforderungen von 3 auf 25 Prozent der gesamten Vermögenswerte einer Bank lediglich eine Umstrukturierung von finanziellen Forderungen in der Wirtschaft bedeuten würde. Es müssten nach ihrer Auffassung keine zusätzlichen Mittel bereitgestellt werden.“ => Das ist doch völlig unrealistisch. Zwar müssten keine zusätzlichen Mittel bereitgestellt werden, aber in einem enormen Umfang (mindestens 3stelliger Millardenbetrag) Forderungskapital in Eigenkapital umgewandelt werden. Wie soll sowas praktisch gehen? Zwangsbankaktien für jeden Kleinsparer?

c) denke ich sind wir uns einig, dass das eigentliche Problem bei der Eigenkapitalquote nicht ist, wie viel Eigenkapital die Banken denn nun haben, sondern wie der Nenner – sprich die „Risikogewichteten Aktiva“ – berechnet werden. Hier herrscht komplettes Chaos, weil sie jede Bank anders bestimmt. Deswegen kann man ehrlicherweise auch nicht sagen, wie viel Kapital im Bankensektor denn nun genau fehlt. Für Banken, die eine realistische Berechnungsweise haben, führen höhere Kapitalanforderungen tatsächlich zu überhöhten Kapitalkosten und diskriminieren sie gegenüber den schwächeren.

Die simple Vorstellung, mehr Eigenkapital würde den Bankensektor sicherer machen, schafft deswegen meiner Ansicht nach nur einen Fehlanreiz, bei der Berechnung der risikogewichteten Aktiva sehr aggressiv vorzugehen. Das Bankensystem wird eher unsicherer als sicher.

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