Geht es dem Unternehmen schlecht, dann “leidet” auch der Finanzvorstand. Diese Binsenweisheit hat jetzt eine Studien der Otto Beisheim School of Management belegt. Eine Pressemitteilung fasst die Ergebnisse zusammen.
Nicht nur bei Vorstandsvorsitzenden steigt bei einem geringen Unternehmenserfolg die Wahrscheinlichkeit einer Entlassung, auch bei Finanzvorständen ist ein solcher disziplinierender Mechanismus zu beobachten. Dies ist das Ergebnis einer aktuell publizierten Studie, welche Prof. Dr. Utz Schäffer von der WHU – Otto Beisheim School of Management gemeinsam mit Prof. Ansgar Richter (PhD) von der European Business School zu dem Thema "Unternehmenserfolg, Wechsel im Vorstandsvorsitz und Disziplinierung von Finanzvorständen" durchgeführt hat.
Die WHU-Studie untersuchte 122 Wechsel von Finanzvorständen bei DAX- und MDAX-Unternehmen zwischen 1999 und 2006. Sie zeigt, dass die herausgehobene Position des Finanzvorstands den Aufstieg an die Spitze des Unternehmens unter bestimmten Bedingungen erleichtert: "Ein typischer Finanzvorstand, dem der Aufstieg gelingt, war recht lange im Unternehmen tätig, dabei meist auch in Positionen mit operativer Verantwortung, und steigt schließlich im Rahmen einer routinemäßig geplanten Nachfolge in die CEO-Position auf", so Prof. Dr. Utz Schäffer, Direktor des Instituts für Management und Controlling der WHU und wissenschaftlicher Beirat der CTcon GmbH.
Der Posten des Finanzvorstandes kann sich aber auch schnell als Schleudersitz ins Karriere-Abseits erweisen. Nicht nur ein Scheitern des CEOs gefährdet die beruflichen Perspektiven des Finanzvorstandes, auch ein schlechtes Geschäftsergebnis wird mitunter direkt dem Finanzvorstand zugeschrieben. Entlassene Finanzvorstände haben zudem schlechte Karten auf dem Arbeitsmarkt: Nur etwa jeder Zehnte schafft es innerhalb eines Jahres in eine vergleichbare Position bei einem anderen Unternehmen; bei freiwillig wechselnden Finanzvor-ständen erreichen dagegen etwa 80% mindestens vergleichbare Positionen.
"Die Studie macht die besondere Bedeutung, die Finanzvorständen heute zukommt, deutlich. Zugleich illustriert sie, wie eng das Schicksal von Finanzvorständen mit dem des Vorstandsvorsitzenden verwoben ist. Für Finanzvorstände wird es daher häufig Sinn machen, den Blick für Karrieremöglichkeiten auch außerhalb des eigenen Unternehmens nicht ganz zu verschließen," so Utz Schäffer.
Weiterer Bericht dazu auf FAZ.Online.
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