Wissenschaft und Medien

Medien und die Wissenschaft stehen nicht nur abseits der Wirtschaft, sondern nehmen durch ihre Aktivitäten Einfluss auf die Meinungsbildung. Hier sind Artikel zusammengestellt, die die Rolle von Wissenschaft, Medien und Analysten betrachten.

1. Wissenschaft

2. Medien

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1. Wissenschaft

HB: Abschied vom Gleichgewicht: Warum Charles Darwin ein Segen für die Ökonomie ist (16.8.10): Immer mehr Ökonomen sind überzeugt: Ihr Fach braucht grundlegend neue Methoden. Charles Darwin könnte helfen. Der Naturforscher war Fachmann für Wandel und Anpassung – und liefert mit seiner Evolutionstheorie der Wirtschaft frische Ansätze.

FTD: Neue Denker (21): Armin Falk und die experimentelle Ökonomie (10.8.10): Das Modell des Homo oeconomicus musste zuletzt viele Angriffe ertragen. Armin Falk geht einen Schritt weiter. Er will die ganze Vielseitigkeit des Menschen so gut wie möglich berücksichtigen.

FTD:  Neue Denker (16) – Anatole Kaletsky und der Neue Kapitalismus (13.7.10): Ökonomie 4.0: Die Wirtschaftswissenschaften stehen heute zum vierten Mal in ihrer Geschichte vor einem großen Wandel, sagt Anatole Kaletsk.

FAZ: Im Porträt: Raghuram Rajan – Der neue Chicago-Boy (10.7.10): Der Ökonom Rajan will den Kapitalismus vor den Kapitalisten retten. Die Finanzkrise hat er so gut verstanden wie kaum ein anderer. Jetzt ist er überall gefragt.

FTD:  Bei Wirtschaftsexperten tut sich was (25.6.10): In der Krise haben die Ökonomen viel Spott einstecken müssen für fehlende Prognosen und Ratlosigkeit. Jetzt gibt es zarte Signale, dass auch bei uns eine neue Generation heranwächst.

HB: Mainstream-Makroökonomie: Das Ancien Régime schweigt (14.6.10): Die Finanzkrise hat die moderne Makroökonomie in Verruf gebracht. Theorien die den Mensch als rational und die Finanzmärkte als effizient ansahen, dominierten für Jahrzehnte das Fach, sind aber jetzt gescheitert. Kritiker stoßen jedoch bei führenden Vertreter des Fachs auf taube Ohren.

FAZ: Wirtschaftswissenschaften – Wie politisch soll der Ökonom sein? (29.4.10): Die Finanzkrise hat auch die Ökonomen ins Grübeln gebracht. Stellt sich das Fach die richtigen Fragen? Verwenden die Wissenschaftler angemessene Methoden? Ein Jahr haben die Ökonomen nun um ihre Spezialgebiete gestritten. Eine Bilanz.

WF: Finanz-Theorie-Herden? (3.3.10): Die gegenwärtige Finanzkrise, die hoffentlich ihren Höhepunkt überschritten hat, stellt der Theorie effizienter Märkte anscheinend ein schlechtes Zeugnis aus. Zumindest waren die Finanzmärkte nicht robust gegenüber Herdenverhalten. Irrationale Übertreibungen haben zunächst zu einer übertriebenen Sorglosigkeit und dann einer übertriebenen Scheu gegenüber Risiken beigetragen. Das scheint recht klar und wird allenthalben zum Besten gegeben. Weniger klar ist jedoch, ob wir uns in unserer theoretischen Verarbeitung des Geschehens nicht auch wie eine Art Herde verhalten. Doch sei es drum, hier ein paar weitere Bemerkungen zum Thema, das uns auch in 2010 begleiten wird.

New Yorker: Interview with Eugene Fama (13.1.10): This is the second in a series of interviews with Chicago School economists. Read “After the Blowup,” John Cassidy’s story on Chicago economists and the financial crisis. (Subscribers only.)
Read more: http://www.newyorker.com/online/blogs/johncassidy/2010/01/interview-with-eugene-fama.html#ixzz0qqtX3hRe

HB: George Soros: Millionenangriff auf die etablierte Ökonomie (12.1.10): Investorlegende George Soros ist überzeugt, die etablierte Volkswirtschaftslehre braucht eine radikale Runderneuerung. Mit viel Geld fördert er deshalb eine neue VWL – mit erstem Erfolg: Noch nie ging die Zunft so hart mit sich ins Gericht wie auf der ersten Tagung seines Instituts.

HB: Tagung: Volkswirte überdenken ihre Theorien (1.4.10): Welche Lehren muss die Ökonomie aus der Krise ziehen? Auf der Tagung der Royal Economic Society zeichnet sich die VWL der Zukunft ab, denn Experten halten ein Umdenken in der Makroökonomie für unausweichlich. Analytischen Modelle sollen realitätsnäher und komplexer werden.

BL: Schwache Ökonomen und Finanzkrisen (1.4.10): Ist die Finanzkrise eigentlich bereits überwunden. Politiker und Notenbanker lassen sich dafür jedenfalls gern feiern und haben irgendwie vergessen, dass sie der verunsicherten Weltöffentlichkeit vor 18 Monaten eine neue Finanzordnung versprochen hatten. Aber hier soll es gar nicht wieder um die verkorkste neue Finanzordnung gehen, sondern um die Rolle der Ökonomen. Auffällig ist, dass von Ökonomen ob ihrer Analysen und Empfehlungen vergleichsweise wenig Selbstkritik kommt und sie im Gegenteil schon wieder so tun, als sei ganz klar, wo es langgehen solle und was zu tun ist.

Voxeu: Rent capture through financial innovation (25.3.10): How does economic theory need to adjust in light of the global financial crisis? This column presents a new insight on how innovation leads to rent capture, which in turn is a sign of a potential crisis. This stems from asymmetric information in the financial sector. To avoid a repeat of the crisis, policymakers need to increase transparency.

Voxeu: Macroeconomics for the 21st century: Part 2, Policy (28.2.10): What are the implications of combining Keynesian ideas with Walrasian general equilibrium theory in a way that does not assume sticky prices? This column presents the second in a two-part outline of a new paradigm for macroeconomics in the 21st century, focusing on policy. It argues that fiscal policy is not the right response to a financial crisis.

Voxeu: Macroeconomics for the 21st century: Part 1, Theory (27.02.10): What are the implications of combining Keynesian ideas with Walrasian general equilibrium theory in a way that does not assume sticky prices? This column presents the first of a two-part outline of a new macroeconomics paradigm for the 21st century, starting with the theory.

HB: Erfindungen: Die späten Früchte der Forschung (22.2.10): Das historische Beispiel der Großen Depression zeigt: Nicht die Erfindungen selbst, wohl aber ihre Umsetzung in Produkte wurde durch die Krise forciert. Wissenschaft hilft nicht akut gegen Wirtschaftskrisen, warum es sich dennoch lohnt, an ihr nicht zu sparen.

HB: Volkswirtschaftslehre: Streit geschlichtet, Tauziehen bleibt (22.2.10): Das Treffen bot viel Konfliktpotenzial, doch auf dem Podium im Frankfurter IG-Farben-Haus auf dem Campus Westend zeigten sich die Kontrahenten handzahmer als erwartet: Monatelang lieferten sich Volkswirte einen erbitterten Streit über zu wenig Relevanz und zu viel Mathematik. Nun diskutieren sie wieder miteinander.

FTD: Kontrolle für Wirtschaftauguren – Ökonomen von Gottes Gnaden (25.1.10): Im Streit um das Berliner DIW will keiner die Verantwortung übernehmen. Das wirft die grundsätzliche Frage auf: Wer kontrolliert Deutschlands Topökonomen? Transparenz ist an den Höfen der Wirtschaftsauguren jedenfalls ein Fremdwort.

FAZ: Zukunft des Kapitalismus – Wie man den Korken aus der Flasche bekommt (23.1.10): 23. Januar 2010 Wo bleibt die fundierte Kritik an der Wissenschaft der politischen Ökonomie, deren Lehrbücher doch die Drehbücher der gegenwärtigen Krise sind? Wie berechtigt diese Frage ist, wird im widersprüchlichen Echo offenbar, das sie bei führenden Vertretern der Ökonomenzunft auslöst: Es reicht von selbstgerechter Zurückweisung bis zum demütigen Eingeständnis, dass sich die Makroökonomik tatsächlich in einem Erklärungsnotstand befinde. …

WSP: Academic vs. Wall Street Economists (14.1.10): The WSJ recently asked a number of economists whether they thought the Fed’s low interest rates in the early-to-mid 2000s were an important contributor to the credit and housing boom. What the WSJ found was interesting: most business and Wall Street economists (78%) answered yes while just less than half of the academic economists (48%) said yes. One way to interpret this difference is that economists who are closer to the actual financial system may sometimes see better how the low rates actually influence it. Take, for example, the difference between the academic economist Ricardo Caballero and the Wall Street economist Barry Ritholtz on what drove the demand for the riskier assets during the boom. Ricardo Caballero’s story is a structural one dealing with a shortage of safe assets relative to the global demand for them:

HB: Fundamentalkritik: Wie die Finanzkrise die VWL auf den Kopf stellt (11.1.10): Auf der weltweit wichtigsten Tagung für Volkswirte haben selbstkritische Ökonomen eine Runderneuerung ihres Fachs gefordert. Nicht ohne Grund: Kaum ein Ökonom hat die Krise kommen sehen, und die gängigen Modelle können das Geschehen weder abbilden noch erklären.

HB: Wissenswert: Den Finanzsektor haben Makroökonomen in ihren Modellen bislang nahezu vollständig ignoriert (11.1.10, Achtung Paid Content). Dabei übersehen sie Entscheidendes, zeigt eine neue Arbeit.

HB: Ökonomie: Nobelpreisträger Krugman will alte VWL-Weisheiten tot sehen (11.1.10): Der Nobelpreisträger Paul Krugman ist ein scharfer Kritiker der Mainstream-Ökonomie. Moderne Wirtschaftswissenschaft müsse auf einer realistischen Beschreibung menschlichen Verhaltens basieren, forderte Krugman im Handelsblatt-Interview.

HB: Nutzlose Prognosen: Die hohe Kunst des Weghörens (2.1.10): Alle Welt starrt auf Prognosen zur Konjunktur- und Börsenentwicklung – obwohl sie alle wenig taugen. Selbst richtige Prognosen sind mitunter nicht viel wert, dafür sorgen extreme Ereignisse wie die momentane Wirtschaftskrise. Warum sich es nicht lohnt, zuzuhören – selbst bei Forschern, die in der Vergangenheit richtig lagen.

2009

HB: Wenn die Ökonomie strategisch in die Irre führt (7.12.09): Die einfachen Annahmen der wirtschaftlichen Theorie erfassen die Realität heutiger Unternehmen nicht mehr zutreffend.

HB: Ökonomen: Auf der Jagd nach Zahlen-Fälschern (30.11.09): Mit einem lange vergessenen mathematischen Gesetz wollen Ökonomen Kollegen überführen, die in wissenschaftlichen Studien Daten manipuliert haben. Denn längst nicht alle Wirtschaftswissenschaftler sind ehrlich – und die Anreize für Betrüger sind groß.

Voxeu: Do academic scientists share information with their colleagues? Not necessarily (25.11.09): Sharing of information is critical to scientific progress, but scientists have private incentive to avoid disclosing research. This column analyses the benefits and costs of sharing, both one-to-one and with the general scientific community, and assesses how government funding and scholarly competition shape sharing decisions.

HB: Warum wir eine postautistische Wirtschaftswissenschaft brauchen (19.10.09): Die Volkswirtschaftslehre muss sich gründlich reformieren – ansonsten droht das Abgleiten in die Bedeutungslosigkeit. In einem Gastbeitrag fordert Christoph Gran, Vorstandsmitglied des Arbeitskreises Postautistische Ökonomie, mehr Pluralismus und Verantwortungsbewusstsein für seine Zunft.

HB: Keynes-Comeback fällt aus (19.10.09): Staatsverschuldung gehört verboten, Kapitalmärkte sollen in Ruhe gelassen werden. Die Mehrheitsmeinung der Ökonomen ist durch die Krise stark in die Kritik geraten. An eine dauerhafte Renaissance der Gegenseite mögen deutsche Keynesianer allerdings nicht so recht glauben. Zu mächtig scheinen die Netzwerke des „Mainstream“.

HB: Das systemische Versagen der Ökonomen (5.10.09): Schonungslos hat die Finanzkrise eine Reihe von Problemen und Schwächen der modernen Volkswirtschaftslehre offengelegt. In einer neuen Streitschrift bemängeln acht Ökonomen die einseitige Ausrichtung auf die Mikroebene – und fordern eine Neubestimmung ihes Faches.

Voxeu: Capital market theory after the efficient market hypothesis (5.10.09): Have capital market booms and crashes discredited the efficient market hypothesis? This column says yes and suggests a new model that explains asset pricing in terms of a battle between fair value and momentum driven by principal-agent issues. Investment agents’ rational profit seeking gives rise to mispricing and volatility.

Voxeu: ‘No one saw this coming’ – or did they? (30.09.09): Did economists not see this crisis coming? This column says that analysts who used models featuring a distinct financial sector issued fairly detailed, well reasoned, and public warnings of imminent finance turmoil. It argues that mainstream models missed the crisis because they use a “reflective finance” view in which financial variables are wholly determined by the real sector. “Flow of funds” models may be the way forward for anticipating finance-induced recessions.

FAZ: Die „Irrelevanztheoreme“ der Ökonomen – Ist doch alles ganz egal (17.9.09): In der ökonomischen Theorie existiert seit rund 50 Jahren das berühmt-berüchtigte „Modigliani-Miller-Theorem“ – benannt nach den beiden späteren Nobelpreisträgern. Danach ist es unter bestimmten Annahmen völlig irrelevant, ob ein Unternehmen viel oder wenig Eigenkapital hat. Ist das weltfremd?

SZ: Das Fiasko der Ökonomie Ein Jahr nach dem Lehman-Crash (15.09.09) Wozu noch Ökonomen? Genau vor einem Jahr brach die größte Finanzkrise seit achtzig Jahren aus, und niemand hatte sie kommen sehen. Was dies für die Wissenschaft heute bedeutet.

FAZ: Wirtschaftswissenschaften Natural born Economists (3.9.09): Sind Ökonomen schon Egoisten, bevor sie beginnen, zu studieren? Oder studieren Egoisten am liebsten Ökonomie? Drei Wissenschaftler haben versucht herauszufinden, inwieweit das Wirtschaftsstudium die Werte der Studenten prägt.

NYT: PAUL KRUGMAN How Did Economists Get It So Wrong? (2.9.09): The Great Recession was the result not only of lax regulation in Washington and reckless risk-taking on Wall Street but also of faulty theorizing in academia

CEPR: Economists and economics: What does the crisis tell us? (August 2009, pdf)

Welt: Das Geheimnis verlässlicher Wirtschaftsprognosen (24.7.09): In diesen krisenhaften Zeiten sind verlässliche Wirtschaftsprognosen von besonderer Bedeutung. Einigen wenigen Experten gelang es, im Vorfeld der Krise die Entwicklungen präzise zu prognostizieren. Die Zukunft ist demnach wesentlich berechenbarer, als es scheint. Trotzdem bleibt eine große Herausforderung.

Newsweek: The Most Misunderstood Man in America (18.7.09): Joseph Stiglitz predicted the global financial meltdown. So why can’t he get any respect here at home?

Time: Why Are Economists So Bad at Forecasting? (17.7.09)

Economist: The state of economics The other-worldly philosophers (16.7.09): Although the crisis has exposed bitter divisions among economists, it could still be good for economics. Our first article looks at the turmoil among macroeconomists. Our second (see article) examines the foundations of financial economics

Economist: What went wrong with economics – And how the discipline should change to avoid the mistakes of the past (16.7.09)

Economist: Financial economics Efficiency and beyond (16.7.09): The efficient-markets hypothesis has underpinned many of the financial industry’s models for years. After the crash, what remains of it?

WF: Ordnungsökonomik ist Institutionenökonomik  Der gegenwärtige Ökonomenstreit (2.7.09): Die medial ausgetragene Ökonomen-Kontroverse „Ordnungspolitik versus formal-theoretische Ökonomik“ ist so, wie sie in den letzten Wochen aufgebrochen ist, nicht sehr zielführend. Sie erscheint als eine künstlich erzeugte Blase und entspricht im Übrigen nicht dem wettbewerbsorientierten Postulat der Methodenvielfalt. Auch der Vorwurf gegen deutsche ordnungspolitisch orientierte Ökonomen, …

FAZ: Ökonomik-Debatte -Der richtige Dreiklang der VWL (22.6.09): Wie wichtig sind Mathe und Statistik für die Volkswirtschaftslehre? Wie wichtig ist die Ordnungsökonomik? Die hitzige Debatte darüber reißt nicht ab. Jetzt äußert sich Ifo-Chef Hans-Werner Sinn zum aktuellen Methodenstreit.

FAZ: Wissenschaftsdebatte Was ist und was kann Ordnungsökonomik? (18.6.09): Für den deutschen Begriff der „Ordnungsökonomik“ gibt es im Englischen keine überzeugende Übersetzung. Dies bedeute nicht, dass die Forschungsinhalte international nicht anschlussfähig seien, argumentieren die Wissenschaftler.

SZ: Wirtschaftsprognosen  – Minus Dingsbums Komma Sonstwas – “Prognosen sind schwierig, vor allem die, die in die Zukunft gerichtet sind.” (13.6.09)

HB: Baut die deutsche VWL nach internationalen Standards um! (8.6.09):Der folgende Aufruf erschien am Montag, den 8. Juni 2009 im Handelsblatt:Ein Aufruf von 188 Professoren und Forschern der Volkswirtschaftslehre: Nicht wettbewerbsfähige Strukturen in den deutschen Ökonomie-Fakultäten nicht zementieren.

FAZ: Dogmenstreit der Ökonomen – Die Lehren der Anderen (24.5.09): Spezial Die deutschen Ökonomen streiten, ob ihr Fach noch genug Praxisbezug hat. Der Vorwurf ist nicht neu, er stößt nach der Finanzkrise aber auf deutlich mehr Resonanz als früher. Viele tonangebende Ökonomen reagieren bissig auf die Kritik. Sie sollten lieber daraus lernen.

FAZ: Quo vadis, Ökonomik? (22.5.09): Die zur Weltrezession ausgeweitete amerikanische Finanzmarktkrise setzt im öffentlichen Diskurs auch die Wirtschaftswissenschaften unter Legitimationsdruck. In Deutschland hat diese Selbstvergewisserung über Grundannahmen, Forschungsfragen und die zu ihrer Beantwortung eingesetzten Methoden jedoch einen merkwürdigen Sonderweg eingeschlagen: Unter dem Slogan „Austrocknung der Ordnungspolitik“ ist ein Streit über die angemessene Behandlung von Fragen der Wirtschaftspolitik ausgebrochen.

DIW Konjunkturelle Frühindikatoren in der Krise (20.5.09): Weiche Fakten stärker als harte Ausführliche Modelluntersuchungen mit verschiedenen Methoden zeigen, dass der gegenwärtige Konjunktureinbruch mit den verfügbaren Frühindikatoren nicht vorausberechnet werden konnte. Lediglich Befragungsergebnisse konnten darauf Hinweise geben. Diese wiederum taugen aber nichts in „normalen“ Konjunkturlagen.

FAZ: Ökonomik in der Vertrauenskrise (13.5.09): Das öffentliche Ansehen der Ökonomen ist in der aktuellen Krise stark gesunken. Kaum einer der bekannten Prognostiker hat den Absturz der Weltwirtschaft seit 2008 vorhergesehen, weder sein erschreckendes Ausmaß noch seine zerstörerische Dynamik. In den Jahren, als sich das Unheil der Kredit- und Häuserpreisblase in Amerika zusammenbraute, waren kaum kritische Stimmen zu hören. Zwar gab es vereinzelte Warnungen, etwa von Robert Shiller. Auch einige ordnungspolitisch ausgerichtete Ökonomen, die aus Sicht der österreichischen Konjunkturtheorie argumentierten, haben die Fehlallokationen durch zu viel billiges Geld kritisiert. Aber das blieben Außenseiterstimmen. Der Mainstream wollte die Risiken nicht wahrhaben.

FAZ: Schadet es, wenn Ökonomen rechnen können? (11.5.09) Ist die moderne Wirtschaftswissenschaft zu stark formalisiert? Nein, sagt der Freiburger Ökonom Thomas P. Gehrig. Der neue Methodenstreit untergrabe die Glaubwürdigkeit der Volkswirtschaftslehre.

HB: Deutsche Ökonomen zerfleischen sich (4.5.09): 83 überwiegend ältere deutsche Wirtschaftswissenschaftler rechnen in einem Manifest mit der modernen VWL ab. Diese sei zu theoretisch und liefere keine praktisch verwertbaren Ergebnisse. Die Angegriffenen wehren sich: Die Kritik sei povinzell, von gerstern und inhaltlich falsch. Deutsche Fakultäten könnten durch die Debatte im weltweiten Wettbewerb um die klügsten Köpfe des Fachs zurückfallen.

HB: Ökonomenstreit Christian Dustmann: “Deutsche VWL ist verknöchert” (4.5.09): Christian Dustmann, Professor für Volkswirtschaftslehre (VWL) am University College London, widerspricht der Kritik von 83 seiner deutschen Kollegen, die die moderne VWL für zu theoretisch und abstrakt halten. An weiten Teilen der deutschen VWL, so Dustmann, sei die “globale Entwicklung unserer Disziplin leider etwas vorbeigegangen”.

HB: Ökonomenaufruf: Warum wir nicht dabei sind (4.5.09): Vier prominente deutsche Ökonomen erklären im Interview mit Handelsblatt.com, warum sie den Aufruf “Rettet die Wirtschaftspolitik an deutschen Universitäten” nicht unterschrieben haben, und was sie von den wichtigsten Argumenten halten. Lesen Sie, wie Hans Peter Grüner, Justus Haucap, Martin Hellwig und Klaus F. Zimmermann zu der Debatte stehen.

Wirtschaftliche Freiheit: Kein Grund für ein mea culpa: Die Finanzkrise ist keine Krise der Ökonomen (4.5.09): Es gibt angenehmere Zeiten für Ökonomen als Krisenzeiten. Soweit ich mich zurückerinnere, gingen konjunkturelle Abschwungsphasen meistens mit einem gleichzeitigen, temporären Ansehensverlust der Ökonomen einher. Auf zwei Vorwürfe kann man sich in jeder Rezession gefasst machen: Ihr habt diese Krise nicht rechtzeitig vorhergesehen! ist der eine, Ihr habt uns mit Euren Politikempfehlungen erst in diesen Schlamassel gebracht! ist der andere.

FTD: Die abgedrehte Wissenschaft (27.4.09): Die Ökonomen sind mit ihrem großen Forschungsprojekt gescheitert. Im Bemühen, eine perfekte Theorie zu entwickeln, haben sie die Wirklichkeit allzu weit aus dem Auge verloren.

Zeit: Konjunktur-Prognose Ruhe bitte! (23.4.09): Einen Wirtschaftseinbruch von sechs Prozent erwarten führende Ökonomen. Doch damit nähren sie die Krise. Deshalb sollte die Regierung besser keine Prognose nennen

HB: Der neue Keynes (21.4.09): In deutschen Ökonomen-Kreisen ist der Keynesianismus bis heute verpönt. International jedoch erlebt er seit Mitte der 90er Jahre eine Wiedergeburt – aber in ganz neuem Gewand. Lesen Sie, was sich hinter dem Neu-Keynesianismus verbirgt und warum er mit Oskar Lafontaine nichts am Hut hat. Teil vier unserer großen Keynes-Serie. Dazu gehört Stammbaum der Makroökonomie

Welt: Die Krise macht die Wirtschaftsforscher ratlos (20.4.09): In der Wirtschaftskrise erscheinen die Forscher sind ratlos wie selten. Wie daneben die Wirtschaftsexperten zuletzt lagen, zeigen die Korrekturen ihrer Prognosen: 2008 sagten die Fachleute noch 0,2 Prozent Wachstum voraus. Jetzt müssen die Ökonomen die peinliche Fehleinschätzung eingestehen.

FTD: Angriff auf die herrschende Wirtschaftslehre (15.4.09): Die weltweite Krise hat den jüngsten Umbruch in der Wirtschaftswissenschaft beschleunigt: Der Glaube an freie Märkte schwindet, der Ruf nach funktionierenden Ordnungsrahmen wird lauter.

FAZ: Die Ökonomik ist keine zweite Physik (13.4.09): Die Auseinandersetzung um die Rolle der Wirtschaftspolitik, speziell der Ordnungspolitik, an deutschen Universitäten spiegelt eine Entwicklung wider, die sich seit langem in der Ökonomik vollzieht. Sie wird von nicht wenigen, innerhalb und außerhalb des Faches, als Fehlentwicklung gesehen. Im Kern geht es um die Frage, worauf der wissenschaftliche Anspruch des Fachs zu gründen ist. Dominant geworden ist die Vorstellung, die Wissenschaftlichkeit ökonomischer Beiträge sei an den darin zur Anwendung kommenden mathematischen und statistischen Fertigkeiten zu messen. Dies bestimmt die Veröffentlichungspraxis der “führenden” Fachzeitschriften und die Berufungspraxis an den Universitäten.

NZZ: Die trostlose Wirtschaftswissenschaft (11.4.09): Eine Diskussion über die Verantwortlichkeiten in der Krise ist durchaus sinnvoll, und man sollte das Feld dabei nicht den «terribles simplificateurs» überlassen, die mit der «masslosen Gier» und dem «ungezähmten Markt» für sich die Sündenböcke längst gefunden haben. Was also ist wo in der Ökonomie schiefgelaufen und mitverantwortlich an der Krise?

FAZ: In Krisen gehen auch Doktrinen unter (7.4.09): In Wirtschaftkrisen gerät immer auch die herrschende Lehrmeinung der Ökonomen ins Wanken. So war es in den dreißiger Jahren und auch in den Siebzigern. Welche neuen Theorien können sich stattdessen durchsetzen? Zu revolutionär dürfen sie nicht sein. Aber kompliziert. Das verschafft Respekt beim akademischen Nachwuchs.

Spon: Fehlprognosen zur Finanzkrise: Wird schon gutgehen! (7.4.09): Politiker, Ökonomen, Wirtschaftsbosse – fast alle haben die Finanzkrise dramatisch unterschätzt. Ein Blick auf Prognosen vor einem Jahr macht klar: Viele Experten ignorierten Warnsignale. Doch einige waren wahre Propheten. SPIEGEL ONLINE zeigt, wer falsch lag und wer richtig.

HB: Krise setzt Ökonomen unter Zugzwang (6.4.09): „Knapp vorbei ist auch daneben“, heißt eine alte Fußballweisheit. Für Konjunkturforscher wäre „knapp daneben“ dagegen ein riesiger Erfolg. Denn weder Sachverständigenrat, noch Forschungsinstitute oder Konjunkturreferate in Ministerien und Banken haben das Unheil aufziehen sehen, dass sich im Herbst über Deutschland zusammengebraut hat. Die Weltrezession wurde zum Desaster für die gesamte Makroökonomie

FAZ: Die Ökonomen in der Sinnkrise (5.4.09): Den Crash der Weltwirtschaft hat kaum ein Volkswirt vorhergesehen. Wozu brauchen wir diese Wissenschaft noch? Das Fach sucht nach einem neuen Selbstverständnis.

FAZ: Methoden in der Ökonomie Die Welt ist nicht schwarz oder weiß (29.3.09): Es gibt wichtige und spannende Auseinandersetzungen in der volkswirtschaftlichen Forschung. Was erklärt den Umfang der Bewegungen auf den Finanzmärkten? Sind fiskalische Eingriffe in einer Rezession – und wo und in welchem Umfang – vernünftig, und mit welcher Begründung? Welche Maßnahmen helfen gegen Arbeitslosigkeit? Erfahren wir mehr über Arbeitsmärkte mit strukturellen Modellen oder aus “natürlichen” Experimenten? Welche Auswirkungen haben geldpolitische Schocks? Was genau beeinflusst das langfristige Wirtschaftswachstum?

Prof. Friedrich Schneider: Ist die Weltwirtschaftkrise auch eine Krise der Ökonomie oder wer braucht noch die Ökonomen? (17.3.09)

TP: Inflation versus Deflation (15.3.09): In der Beurteilung der weltweiten Finanzkrise haben fast alle Ökonomen völlig versagt. Die gesamte Zunft ist in einer Identitätskrise, da sie Ihre linearen Analysen auf absoluten Zahlen beruhen. Auf die wichtigsten Fragen unserer Zeit haben die Volkswirtschaftler keine Antworten mehr. Die tatsächlichen Ursachen der Weltwirtschaftskrise sowie deren Wechselwirkungen erfordern völlig neue Berechnungsverfahren.

Wiso: Walter Ötsch: Wirtschaftskrise und Wirtschaftstheorie (3/2009, pdf)

  1. Einleitung
  2. Wie Theorien der Wirtschaft auf die Wirtschaft einwirken 68
  3. Der neoklassische Glaube an „den Markt“ 72
  4. Die Krise des neoklassischen Denkens

HWWI: Zwischen Historismus und Neoklassik: Alexander Rüstow und die Krise in der deutschen Volkswirtschaftslehre (03/2009, pdf): Das Unbehagen in der deutschen Nationalökonomie führte zu dem von Alexander Rüstow ab 1926 intensiv betriebenen, am Ende gescheiterten Versuch, eine “geschlossene Front” aller deutschen Theoretiker aufzubauen, um, wie er im Januar 1927 an Eucken schrieb, zur Attacke auf die “Ruinen der Historischen Schule” übergehen zu können. Diese Vorgänge sind lange unbeachtet geblieben oder in ihrer theoriegeschichtlichen Bedeutung nicht richtig gewürdigt worden.

Vox: The macroeconomics debate: A guided tour (26.2.09): This column provides a tour of the main ideas discussed in the Macroeconomic theme of the Global Crisis Debate on VoxEU.org. Bottom line: fighting the current crisis and preventing future crises requires a holistic approach that tackles both short-term macroeconomic policy imperatives and longer-term institutional reforms. It is a false choice to argue that the upcoming summit should focus on one or the other. Fixing this crisis without redressing global imbalances may be setting the stage for the next crisis – a dollar collapse.

WF: Die Ökonomik ist keine zweite Physik Zur Auseinandersetzung um das Fach Wirtschaftspolitik (26.3.09): Die Kontroverse, die um das Schicksal des Faches Wirtschaftspolitik an der Universität zu Köln entstanden ist, spiegelt eine Entwicklung wider, die in der Ökonomik seit langem im Gange ist, die sich aber in jüngerer Zeit durch die Etablierung standardisierter Beurteilungsverfahren, insbesondere bei Berufungen, beschleunigt hat. Wissenschaftliche Exzellenz bemisst sich danach fast ausschließlich nach Zahl und Rang der Veröffentlichungen in ausgewählten Zeitschriften, die nach ihrer Prominenz im Fach (gemessen an Zitationen) gewichtet werden.

HB: Konjunkturforschung unter Beschuss (24.2.09): Soviel Selbstkritik ist selten: Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW), wegen zu optimistischer Konjunkturvorhersagen selbst in die Kritik geraten, geht in die Offensive und zieht gegen das Prognosewesen der Ökonomen zu Felde. Dazu ließ das Institut eigens eine Studie erstellen mit dem vernichtenden Ergebnis: die Prognostiker haben versagt – nicht einmal, sondern eigentlich schon immer.

HB: „Alle Ökonomen haben die Krise unterschätzt“ (23.2.09): Banken und Institute überbieten sich mit düsteren Szenarien für die deutsche Wirtschaft. Die Commerzbank setzte sich am Montag mit einem prognostizierten Einbruch der Wirtschaftsleistung von sieben Prozent an die Spitze der Konjunkturpessimisten. Kommt es noch schlimmer? Ausgeschlossen ist das nicht, haben die Ökonomen das Ausmaß der Krise doch schon vor Wochen unterschätzt, wie jetzt das Ifo-Institut einräumte.

FAZ: Wie viel Mathe braucht die Wirtschaftswissenschaft? (21.3.09): Wirtschaftswissenschaftler wären gerne auch so exakt wie Naturwissenschaftler. Nur die Fachrichtung der Ordnungsökonomik setzt lieber auf verbale Erklärung statt auf Formeln. Ist ein solches Vorgehen noch zeitgemäß? Zwei Ökonomen debattieren. Machen Sie mit!

HB: Heftiger Ökonomenstreit über Horrorprognosen (20.3.09): Die Schwarzmalerei bei den Schätzungen zur Wirtschaftsentwicklung in Deutschland geht inzwischen nicht nur der Bundesregierung auf die Nerven. Auch in der Ökonomenzunft regt sich Widerstand gegen die ständigen Horroszenarien: Der DIW-Chef Zimmermann liest seinen Kollegen ordentlich die Leviten und kassiert dafür heftige Prügel.

HB: Warum Prognosen die Krise verschärft haben (20.3.09): Die immer neuen Horrorprognosen der Forschungsinstitute, Bankanalysten und internationalen Organisationen können auch “brandgefährlich” sein, räumt Klaus F. Zimmermann selbstkritisch ein. In einem Gastbeitrag mahnt der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) seine Zunft zu mehr Zurückhaltung. Denn er ist sich sicher: Der Prognoseabwärtswettlauf hat die Schwere der Wirtschaftskrise noch verschärft.

FAZ: Wie viel Mathe braucht die Ökonomie? (18.3.09): Wirtschaftswissenschaftler wären gerne auch so exakt wie Naturwissenschaftler. Nur die Fachrichtung der Ordnungsökonomik setzt lieber auf verbale Erklärung statt auf Formeln. Ist ein solches Vorgehen noch zeitgemäß? Zwei Ökonomen debattieren.

TBP: Ivory Tower Economics (8.3.09)

Blick Log: Wie Volkswirte und Analysten mit Vorhersage die Entscheidungen in Unternehmen beeinflussen (8.3.09)

Vox: Macroeconomics’ crisis of irrelevance (6.3.09): Standard macroeconomic theory did not help foresee the crisis, nor has it helped understand it or craft solutions. This columns argues that both the New Classical and New Keynesian complete markets macroeconomic theories not only did not allow the key questions about insolvency and illiquidity to be answered. They did not allow such questions to be asked. A new paradigm is needed.

FAZ: Volkswirtschaftslehre Angriff auf den Homo oeconomicus (2.3.09): Wie vernunftbegabt ist der Mensch, und was bedeutet dies für die Wirtschaftspolitik? Die neue Verhaltensökonomik verspricht viel, kann aber nicht alles halten.

Wired: Recipe for Disaster: The Formula That Killed Wall Street (23.2.09)

HB: Finanzkrise und Wirtschaftswissenschaft Der teure Irrtum der Makroökonomie (23.2.09): Die Finanz- und Wirtschaftskrise zeigt das Versagen der modernen Volkswirtschaftslehre. Nicht irgendwelche Außenseiter stellen diese Thesen auf, sondern die Top-Ökonomen George Akerlof und Robert Shiller. In einem neuen Buch fordern sie einen Paradigmenwechsel-und eine Rückbesinnung auf einen bekannten Altmeister.

HB-Weblog: Die Weltfinanzkrise: wo sind die Volkswirte? (23.2.09) Die Weltfinanzkrise ist dramatisch. Die Regierungen suchen mit größter Intensität nach Lösungen. Oder vielleicht doch nicht? Es gibt einen Berufsstand, der sich mit den dabei relevanten Fragen beschäftigt: die Volkswirte.

RM: Finanzkrise: Michael C. Burda über die Verdienste der Ökonomen (26.2.09): Viele Volkswirte haben vor der Finanzkrise gewarnt. Leider hört niemand auf sie, sagt Makroökonom Michael C. Burda.

RM: VOLKSWIRTSCHAFTSLEHRE Vom Sockel gestoßen (19.2.09) Mathematik statt schlauer Worte, lautet der neue Grundsatz der Disziplin. Das ordnungspolitische Denken verliert an Bedeutung. Auch in Köln, der früheren Hochburg ordoliberalen Denkens.

FAZ: Wie wird ein Ökonom berühmt? (10.2.09): Wer in der Wissenschaft Karriere machen will, muss oft zitiert werden. Ob er gut ist, ist zweitrangig. Selbst Ökonomen die ganz oben in den Rankings stehen, bekommen Zweifel an dieser Praxis. Denn die Zahl der Zitate ist oft genug nur ein Spiegelbild des akademischen Herdentriebs: Zitiert wird, was andere auch zitieren.

Blick Log: Nichts los in Davos oder die Ökonomie der Untergangspropheten (2.2.09)

Weisgarnix: Pauli und das Dunkle Zeitalter der Ökonomie (28.1.09):

HB: Makroökonomie: Wir sind keine Supermänner: (26.1.09): Alle Menschen verhalten sich gleich und rational, unterstellen fast alle Makroökonomen in ihren Modellen Dies führt oft zu falschen Schlüssen. Situationen wie die derzeitige Finanzkrise lassen sich so gar nicht modellieren. Inzwischen wächst auch im Fach die Kritik am Postulat des “repräsentativen Agentens”. Aber welche Alternativen dazu gibt es?

FAZ: Der Volkswirt – Gefangen in der Formelwelt (20.1.09):

NYT: An Economist’s Mea Culpa (9.1.09): Ein Ökonom dazu, warum sein Berufsstand die Krise nicht richtig vorhergesehen hat.

FAZ: Der Volkswirt: Gefangen in der Formelwelt (5.1.09)

Humane Wirtschaft: Von den blinden Flecken der Volkswirtschaftslehre (1/2009) (pdf): Die durch Zinsen wachsenden Vermögen und Schulden sollten als schwerwiegendes volkswirtschaftliches Problem wahrgenommen werden.

Zeit: Kassandra-Komplex: Wo die Chefvolkswirte ihre Horrormeldungen hernehmen (31.12.2008)

FAZ: Wirtschaftsbildung in der Schule „Wer nichts von Ökonomie weiß, muss viel glauben” (28.12.08)

FTD: Der blinde Fleck der Wissenschaft (23.12.08)

FAZ: Finanzkrise Irrtum der Endzeitpropheten (21.12.08)

Georg Erber: Prognosen sind schwierig, … besonders wenn sie die Zukunft betreffen

FAZ: Warum die Ökonomen versagt haben

louemol: ein menschlicher Faktor (29.11.08)

Blick Log: Dr. Doom – Nouriel Roubini, der dunkle Prophet? (18.12.2008)

brand eins Plus/minus ein Prozent (11/2008): Auf den Wetterbericht ist mehr Verlass als auf Konjunkturprognosen. Dennoch hält man sie für unentbehrlich.

HB: Finanzkrise und Wirtschaftswissenschaft Wissenschaft mit Motorschaden? (25.8.08): Die Finanzkrise trifft nicht nur Banken und Konjunktur, sondern auch die bisherige ökonomische Theorie. Das zumindest prophezeien eine ganze Reihe von Ökonomie-Nobelpreisträger, die sich jetzt in Lindau trafen. Der VWL-Gipfel machte deutlich: Der Glauben an das reibungslose Funktionieren freier Märkte ist tief erschüttert.

Brand eins: Plus/minus ein Prozent: Auf den Wetterbericht ist mehr Verlass als auf Konjunkturprognosen. Dennoch hält man sie für unentbehrlich (11/2008)

Freitag: Aufstand der Ökonomen und andere Revolten (11.5.07): Der Wille zum Bruch mit der etablierten “neoklassischen” Wirtschaftslehre ist da – allein es fehlen die Alternativen.

Manuskript TH Zürich: Empirische Wirtschaftsforschung im Spannungsfeld zwischen Theorie und Politik (pdf, 2002)


2. Medien

Spon: Rolling Stone” und McChrystal – Mit geladenem Magazin (24.6.10): US-General McChrystal stürzte über ein Porträt in der Presse – ausgerechnet im Musikmagazin “Rolling Stone”. Das Blatt knüpft schon länger mit knallharten Politberichten an alte Recherche-Traditionen an. Und profitiert davon, dass man es chronisch als Pop-Postille unterschätzt.

SZ: Wozu noch Journalismus? Ein Leben voll gefilterter Luft (20.06.10): Instant-Journalismus breitet sich aus. Es gibt eine Kette von Fehlschlägen, in der Politik und den Medien. Konsequenz: Die klassischen Funktionen von Kritik und Kontrolle durch die Medien müssen reanimiert werden.

FTD: Bei der WM wird nicht geplappert (11.6.10): Die Fußball-WM hat eine großartige Begleiterscheinung. Für vier Wochen machen fast alle Talkshows Pause. Ein Blackout in letzter Sekunde, bevor das Land verbal implodiert. Über den Umgang mit Ökonomie in deutschen Talkshows

WOZ: Wirtschaftsjournalismus – Lemminge statt Wachhunde (1.4.10): Hätten die Medien angesichts der tief greifenden Folgen der Finanzkrise nicht alles früher und besser wissen müssen? Die Medienwissenschaftler Kurt Imhof und Mario Schranz üben Kritik.

Telepolis: Kognitive Immunität vor Informationsflut (11.03.10): Medien haben wenig Chancen, für Aufklärung zu sorgen, weil die Menschen nur wahrnehmen, was sie wahrnehmen wollen. Medien mögen die vierte Macht sein, aber sie scheinen nicht als Mittel der Aufklärung zu fungieren, sondern eher Meinungen zu zementieren. Schließlich rezipieren die Menschen nicht nur vorwiegend die Medien, in denen sie ihre Meinung eher wiederfinden, sie wählen auch selektiv aus, was ihnen passt – und ziehen mitunter aus Nachrichten schon einmal heraus, was dort gar nicht geschrieben oder gesagt wurde bzw. überlesen oder überhören begründete Widerlegungen einer Position, die aber trotzdem weiter aufrechterhalten wird. Offenbar gibt es auch wenig erfreuliche Mechanismen, sich vor der medialen Informationsüberflutung zu schützen.

Spiegelfechter: Wachhunde oder Lemminge? Der Journalismus und die Finanzkrise (9.3.10)

OBS: Zum massenmedialen Umgang mit Finanzmarktpolitik (8.3.10): Mit dem „Otto Brenner Preis für kritischen Journalismus“ zeichnen wir seit Jahren mit viel Erfolg und großer Reso- nanz herausragende journalistische Leistungen aus. Die unabhängige und profilierte Jury prämiert intensive Recherchen, die wie Leuchttürme den Blick auf das Besondere, das Außergewöhnliche lenken, die aber zugleich auch auf den journalistischen Alltag aufmerksam machen sollen. Mit „Wirtschaftsjournalismus in der Krise“ legt die Otto Brenner Stiftung jetzt eine Studie zum massenmedialen Umgang mit Finanzmarktpolitik vor, die diese alltäglichen Produkte der journalistischen Arbeit in den Mittelpunkt einer kritischen Analyse rückt. Als kostenloser PDF-Download erhältlich

Spon: Seuchen – Chronik einer Hysterie (8.3.10):Fast ein Jahr lang hielt die Schweinegrippe die Welt in Atem. Eine gigantische Impfkampagne sollte ihr Einhalt gebieten. Dabei handelte es sich nur um einen eher harmlosen Virenstamm. Wie konnte es zu solch einer Überreaktion kommen? Eine Rekonstruktion.

Zeit: Finanzkrise und die Medien – “Kein Journalist kannte die Risiken” (8.2.10): Thomas Glocer, Chef des Wirtschaftsnachrichtendienstes Thomson Reuters, über die Rolle der Presse in der Finanzkrise und billige Analysten in Indien

Economist: Unrepentant bears The end is nigh (again) (1.10.09): Pessimistic commentators remain anything but convinced by the stockmarket rally

FTD: Wenn der Pressesprecher dementiert (31.7.09): In der Wirtschaft mehren sich fragwürdige Dementis. Für einen winzigen Zeitvorsprung verspielen Unternehmen das Vertrauen von Kunden und Aktionären. Nicht nur VW und Porsche sind dafür Beispiele.

Alea Blog: The Persistent Effects of a False News Shock (17.7.09): Paper by Carlos Carvalho, Nicholas Klagge, and Emanuel Moench (FRBNY, pdf): In September 2008, a six-year-old article about the 2002 bankruptcy of United Airlines’ parent company resurfaced on the Internet and was mistakenly believed to be reporting a new bankruptcy filing by the company. This episode caused the parent company’s stock price to drop by as much as 76 percent in just a few minutes, before NASDAQ halted trading.We find that, after three trading sessions, the company’s stock was still trading below the two-standard-deviation confidence band implied by the model and that it returned to within one standard deviation only during the sixth trading session. On the seventh day after the episode, the stock was trading at exactly the level predicted by the asset-pricing model. We also document that the false news shock had a persistent effect on the stock prices of other major airline companies. After the “news” had been identified as false, the stock price rebounded, but still ended the day 11.2 percent below the previous close. We use this natural experiment and a simple asset-pricing model to study the aftermath of this false news shock.

Time: Business Journalism: A Vanishing Necessity? (17.7.09): Why the for-sale sign went up on Business Week

NYT: How the Media Wrestle With the Web(12.7.09): At the deaths of Michael Jackson and Neda Agha-Soltan, traditional news outlets had to make some fast decisions on the credibility of YouTube and Twitter.

SZ: Fakten zählen Journalismus in der Krise (19.6.09): Ein Wachhund, der nicht gebellt hat: Auch der Wirtschaftsjournalismus steckt in der Krise – wie Deutsche und Amerikaner diskutieren.

Blick Log: Über die Blindheit des Wirtschaftsjournalismus …:… oder wie die Wirtschaftspresse die Finanzkrise verpasst hat. So oder ähnlich könnte man die Titelgeschichte der aktuellen “Columbia Journalism Review” übersetzen. Jordan Mejias hat für die FAZ (Printausgabe vom 15.5.) einen Blick den Artikel “Power Problem The business press did everything but take on the institutions that brought down the financial system” Dean Starkman geworfen.  Mejias schreibt dazu:

Wiener Zeitung: Vorsicht, ansteckende Krise! (23.5.09): Das Gerede über die Krise nährt sich ab einem gewissen Zeitpunkt von sich selbst.

Zeitenwende: Die Verantwortung der Medien (21.5.09): Haben die Medien rechtzeitig vor der Finanzkrise gewarnt? Dieser Frage ging Columbia Journalism Review nach und hat in den letzten Jahren über 700 Artikel in den wichtigsten amerikanischen Zeitungen aufgespürt. Die Rede war von Hypothekenbetrug, Derivat-Bomben oder Trauen Sie keiner Ratingagentur. Weshalb kam dann die Finanzkrise dennoch so unvorbereitet?

CJR: The List What the business press did (and didn’t do) while the financial crisis was brewing (6.5.09): Welcome to the List, a comprehensive catalog of relevant stories produced by major business-news outlets on the lending industry and Wall Street during the run-up to the mortgage crisis.

TAZ: “Guardian”-Chefredakteur über Medienkrise “Das alte System ist kaputt” (27.4.09): Guardian”-Chefredakteur Rusbridger sieht das traditionelle Zeitungsgeschäft am Ende – und lobt die Möglichkeiten des Bürgerjournalismus.

Zeit: Sind Inflationswarnungen Panikmache? Keinesfalls! (20.4.09): Die Preise fallen und bestärken jene, die die Inflationswarnungen des Finanzministers für absurd halten. Spätestens im Sommer werden sie eines Besseren belehrt werden.

SZ: Wirtschaftspresse “Sie blökten den falschen Sound” (7.4.09) Im Mainstream daneben: Medienwissenschaftler Weischenberg über die deutsche Wirtschaftspresse in der Krise.

Medium Online: “Wirklich zum Lachen”: (25.3.09): Ausgewählte Statements auf einer Tagung zum Wirtschaftsjournalismus in Köln. Dokumentation der Veranstaltung über diese Seite. Tagungsbericht hier als pdf-Download.

Blick Log: Medienkrise = Werbekrise = selbstgemachte Krise? (6.3.09)

Blick Log: Warum gehen eigentlich positive Nachrichten unter? Konsumausgaben in den USA gestiegen (4.3.09)

Blick Log: Robert Shiller über das Gerede von einer Depression und den Animal Spirits (25.2.09)

NDS:  Über das Zusammenspiel von Medien, Finanzwirtschaft und Politik – auch bei HRE sichtbar (Teil V zur Finanzkrise) (4.2.09)

FTD: Journalisten toppen Banker (31.1.09): Viele deutsche Kleinanleger informieren sich lieber über die Medien, hat das deutsche Aktieninstitut herausgefunden.

HB: Die Blindheit der Profis (12.1.09): Die globale Finanzkrise hat zahlreiche US-Autoren dazu veranlasst, die vermeintlichen Gründe für den Zusammenbruch des Finanzsystems zu erötern. Die meisten ihrer Erklärungen kratzen jedoch eher an der Oberfläche des Problems.

Teleopolis: Apokalyptisches Spießertum und der nach einer geilen Katastrophe gierende Mediendiskurs (2.1.09)

TAZ: Die Wirtschaftsjournalisten in der Krise Seher mit blindem Fleck (30.12.09)

FAZ: Was weiß der Finanzjournalismus über die Krise? (28.12.08)

FAZ: Wirtschaftsbildung in der Schule „Wer nichts von Ökonomie weiß, muss viel glauben” (28.12.08)

Blick Log: Das Versagen der Wirtschaftselite im Krisenmanagement

Blick Log: Der Tag, an dem Wirtschaft stillsteht (18.12.2008)

Blick Log: Medien als Beschleuniger der Finanzkrise und des Wirtschaftsabschwungs? (1.12.08)

Manuskript TH Zürich: Empirische Wirtschaftsforschung im Spannungsfeld zwischen Theorie und Politik (pdf, 2002)

Hinweise und Links

Die Links sind mit großer Sorgfalt zusammengestellt. Dem Blick Log ist dabei bewusst, dass trotz des Umfangs nicht alle Aspekte der Krise beleuchtet werden. Hinweise auf weitere Links nimmt der Blog gern entgegen. Nutzen Sie dazu bitte das folgende Kontaktformular

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