Wer ist eigentlich Michael Glos? Peinlicher Wirtschaftsminister

by Dirk Elsner on 20. Oktober 2008

Die Auftritte von Wirtschaftsminister Michael Glos in letzter Zeit sind für einen Minister wirklich nur noch peinlich. Er half nach meiner Wahrnehmung nicht beim Löschen der Finanzkrise und war in den letzten Wochen medienwirksam abgetaucht. Im Bundestag am vergangenen Freitag zeichnete er sich durch besonders geistreiche Zitate aus (siehe unten). Wenig geschickt lobte er Ackermann für seinen medienwirksamen Bonusverzicht. In einem Interview mit der Welt kritisiert er die Gier der Kleinanleger, weil sie via Internet ihr Geld einer kleinen Bank in Island überwiesen haben, ohne sich über die Risiken einer Geldeinlage im Vorfeld zu informieren.

Ich kann nicht erkennen, wo uns seine Äußerungen substantiell weiterbringen. Besondere Aktivitäten, die er bzw. sein Ministerium entfaltet haben, kann ich ebenfalls nicht erkennen. Da fragt man sich tatsächlich immer häufiger: Wer ist eigentlich Michael Glos und welchen Auftrag hat das Wirtschaftsministerium?

Nachtrag: Nun hat ein Sprecher der Bundesregierung die Äußerungen von Ackermann zum Finanzmarktstabilisierungsgesetz deutlich kritisiert. Von dieser Kritik bekommt Herr Glos zumindest einen Teil ab, weil er huldvoll den Bonusverzicht lobte (siehe oben), aber die Abneigung gegen das Finanzmarktstabilisierungsgesetz nicht kritisierte.

Zitat aus der Rede von Michael Glos im Bundestag am 17. Oktober 2008

„Eines der Vertrauensverhältnisse überhaupt ist normalerweise das Vertrauensverhältnis zwischen einem Bankkunden und seiner Bank. Es gehört zu den Dingen, die gepflegt wurden, die ein Stück bürgerliche Tugenden waren, dass man gut beraten worden ist, man sich darauf verlassen hat und sich die Bank darauf hat verlassen können, dass der Kunde wenn immer möglich zurückzahlt. Da ist sehr viel kaputtgegangen. Das finde ich ganz besonders schlimm. Wie soll denn ein Bankkunde seiner Bank weiter trauen, wenn er weiß, die Banken trauen sich untereinander nicht mehr und benehmen sich untereinander wie konkurrierende sizilianische Clans?“

„Stattdessen ist es besser, mit Klugheit und Voraussicht internationale Regeln zu schaffen, die diese Spekulationsblasen in Zukunft nicht zulassen. Weder neunmalkluge Finanzmanager noch staatlich beauftragte Banker oder Aufseher können die Probleme lösen.“

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