„Tante“ dpa macht sich auf in ein neues Zeitalter

by dels on 13. März 2009

DPA lebt noch? Das war mein zweiter Gedanke, als ich heute in der Süddeutschen die Meldung über den designierten dpa-Chef Wolfgang Büchner las. Mit dem Kürzel dpa bin ich zwar als Zeitungsleser groß geworden, in den letzten Jahren habe ich es aber nicht mehr bewusst wahr genommen. Dabei erinnere ich mich immer noch an eine Besichtigung der Agentur in den 80er Jahren. Damals faszinierte mich die Technik in einer Zeit, in der Computer noch kaum verbreitet waren.

Nun verstärkt Jens Schneider in der SZ den Eindruck, dass es am Mittelweg möglicherweise noch immer so aussieht wie 1988. Etwas moderner wird es dort sicher schon zugehen. Aber Schneider hat Recht, Büchner ist eine gute Wahl ist, wenn es um die Modernisierung des Betriebs geht. Er hat mit vielen frischen Ideen den Onlineableger des Spiegels auf der Höhe der Zeit gehalten. Und ich möchte darauf wetten, dass viele Änderungen, die Mathias Müller von Blumencron zugeschrieben wurden, auf seine Kappe gingen.

Nun sind alle gespannt, wie man die dpa in ein neues Zeitalter führen kann. Derzeit steckt die Agentur in einer Krise, wie die Schwetzinger Zeitung schreibt. Immer mehr Regionalzeitungen verzichten aus Kostengründen bereits auf die Dienste der Agentur, die derzeit noch ihren Hauptsitz in Hamburg hat. Auch bei den Internet-Diensten hinke dpa hinterher, kolportieren Medienvertreter. Neben den betriebswirtschaftlichen Baustellen wird wohl die große Herausforderungen darin liegen, der Tante eine inhaltliche und medientechnische Frischzellenkur zu verpassen.

Der Blick Log drückt auf jeden Fall die Daumen und wünscht alles Gute.

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