Interview mit Akerlof: Über die Macht von Vertrauen und Geschichten

by Dirk Elsner on 12. September 2009

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George Arthur Akerlof, der Nobelpreisträger für Wirtschaftswissenschaften und Co-Autor  (zusammen mit Robert Shiller) des Buchs Animal Spirits, hat der NZZ zwei Interviews gegeben. Ein paar Highlights zum ersten Interview, das sich durch Klick auf das Foto ansehen oder hier als Podcast herunterladen lässt:

“Die Leute schauten schon auf die Buchhaltungszahlen, aber basierten ihre Anlageentscheidungen letztlich in einem hohen Mass auf Vertrauen. Man vertraue darauf, dass die Vehikel, in die man investiere, sich positiv entwickelten. Man glaube daran, auch wenn man das zugrunde liegende Problem nicht vollständig analysiert habe.”

Dass die Investoren vor Ausbruch der Krise die realen Zahlen nicht mehr mit der gebührenden Sorgfalt analysierten, habe zur Blasenbildung beigetragen. Die Leute hätten vor Ausbruch der Krise zu viel Vertrauen in ihre Entscheidungen gehabt.

Laut Akerlof sind keine Zweifel an den Entscheidungen aufgekommen, weil eine Geschichte die Runde machte, dass die Wirtschaft sehr gut unterwegs sei. Und aus was für Gründen auch immer hätten die Investoren Anlagen mit allen möglichen exotischen Namen gekauft, weil sie glaubten, dass sie damit einen Gewinn erzielen könnten.

In einem weiteren weitere Interview geht es um Regulierungsbedarf, Staatsverschuldung, Selbstverantwortung und Bankenlöhne. Hier merkt man allerdings, dass sich Akerlof zurückhaltender äußert, weil hier nicht über seine Kerngebiete reden kann.

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