Heute hat die Deutsche Bank ihren Zwischenbericht für das 3. Quartal veröffentlicht (hier als pdf Download). Irgendwie habe ich gedacht, auch darüber müsste ich als Blog etwas schreiben, denn fast alle Zwischenberichte der Bank seit Q3 2008 habe ich hier kommentiert. Mittlerweile hat mich aber eine gewisser Gleichmut erfasst, weil jeder etwas über die Deutsche Bank schreibt oder sagen will. Und ehrlich gesagt, bin ich nicht mehr gespannt auf die Kommentare, denn die fallen bei der Deutschen Bank seit Monaten schon nach folgendem Schema aus:
1. Bei hohem Gewinn
Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann hat mit seinem Festhalten an einer Rendite von 25 Prozent für Empörung gesorgt. (Handelsblatt).
2. Bei zu niedrigem Gewinn
Trotz eines erneuten Milliardengewinns kann Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann die Angst der Märkte vor einer bevorstehenden Kapitalerhöhung nicht zerstreuen. (Handelsblatt). Die Börse zeigte sich dennoch verschnupft. (Manager Magazin). Im internationalen Vergleich ist die Zahl auch nicht berühmt. (Handelsblatt). Das Kreditbuch der Deutschen Bank bereitet Anlegern und Analysten Sorge (Handelsblatt).
Ackermann kann also machen, was er will, er bekommt stets Gegenwind von den Marktbeobachtern. Es ist weiterhin leicht und schick, sich an dem zu reiben, was von ihm und aus der Deutschen Bank kommt. So bekommt man leicht den Beifall vom Publikum und höhere PIs. Nein, das ist mir zu langweilig. Mir fällt vor der Veröffentlichung dieses Zwischenberichts nichts ein.
Nur einen Wunsch an die Analysten und Kommentatoren habe ich. Bitte liefert nicht die gleiche Prozedur, wie in jedem Quartal (hier aus der Presseerklärung der Deutschen Bank). Schaut doch nicht nur auf die reinen Ergebniszahlen, deren Veränderungen und deren Zuordnung zu Geschäftsbereichen und tadelt oder feiert je nach Gesinnung. Schaut doch einmal etwas tiefer in den Bericht hinein. Kommentiert Besonderheiten, wie z.B. die Bank mit Abschreibungen und Zuschreibungen auf Kredite und kritische Wertpapierbestände umgeht oder welcher Bewertungsreserven sie nutzt. Manchmal ist es auch spannender herauszufinden, was nicht in dem Bericht steht.
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