Gastbeitrag von Jörg Friedrich*
Der Chef von Goldman Sachs Lloyd Blankfein behauptet die sogenannte Investmentbank verrichte “Gottes Werk“. Ob sie dies tatsächlich tut kann bezweifelt werden, die Gewinne von Goldman Sachs sind auf jeden Fall als göttlich zu bezeichnen. Milliardengewinne und hohe Milliardenbeträge an die Mitarbeiter als Bonus. Doch wie verdient eigentlich die Investmentbank Goldman Sachs diese herrausragenden Gewinne, während die meisten anderen Banken immer noch Probleme durch die Finanzkrise haben. Auf Zero Hedge habe ich nun zwei sehr gute Videos einer PBS Reportage gefunden, die versuchen die Gewinne von Goldman Sachs näher zu erklären.
Zum einen wird hier von einer ehemaligen Goldman Sachs Traderin der Investmentbank vorgeworfen, eigentlich im Grunde nicht mal eine Investmentbank zu sein, von einer normalen Bankholding ganz zu schweigen. Denn das meiste was Goldman Sachs verdient, verdient es im Eigenhandel. Über 3/4 aller Einnahmen von Goldman Sachs stammen aus diesem hoch gewinnträchtigen Bereich. Außerdem soll die Bank wohl insbesondere auch die Informationen, die sie durch die Geschäfte ihrer Kunden erhält, durchaus für den eigenen Handel verwenden und sich dadurch einen beträchtlichen Informationsvorsprung verschaffen. Ein Aspekt darunter das Hochfrequenztrading.
Dazu profitiert Goldman Sachs erheblich durch die Hilfen und Stützungen durch den amerikanischen Staat. So wurden während der Finanzkrise nicht nur Wettbewerber wie Bear Stearns oder Lehman Brothers fallen gelassen, sondern man hat Goldman Sachs auch den Zugang zum billigen Geld der FED ermöglicht, indem man die Investmentbank Goldman Sachs, die eigentlich ein Hedgefonds ist, zu einer Bankholding umfirmiert hat. Darüber hinaus hat der Staat so viele Garantien verteilt, das der freie Kapitalmarkt mittlerweile die Bonität von Goldman Sachs ähnlich gut einschätzt wie die der USA selbst. Mit dem billigen Geld der FED und den günstigen Zinsbedingungen auf dem Kapitalmarkt, kann Goldman Sachs natürlich prächtig und nahezu risikolos Gewinne im Eigenhandel einfahren. Nicht von ungefähr wird Goldman Sachs zuweilen auch schon als das Auge der Pyramide bezeichnet.
Teil 1
Teil 2
Die zugehörigen Artikel auf Zero Hedge: Exposing The Story Behind Goldman’s Record Profits
Part 2: The Role Of The Taxpayer
* Der Beitrag ist in Deutschland zuerst im Spekulantenblog unter dieser URL erschienen.
Meiner Meinung ist so ein Verhalten verbrecherisch und man sollte so etwas verbieten.
Dazu kann ich euch Kapitalismus: Eine Liebesgeschite von Michael Moore empfehlen. Ein sehr passender und wirziger Film über die Urheber und Profitgeier der „Finanzkrise“.
Das ist echt ein ziemlich guter und unterhaltender Film! Wir waren mit unserem Erdkunde LK und haben uns die Liebesgeschichte des Kapitalismus angeschaut und das Thema ausführlich besprochen. Sehr bissiger Film vom Top Produzenten Michael Moore! Kann ich wirklich allen empfehlen!
@ Jörg
Hmm, scheint so, als hätte ich das Ganze tatsächlich mißverstanden. Bei der ganzen Surferei kann einem schon manchmal der Sinn für Ironie abhandenkommen. Sorry.
Das andere: Eigenhandel ist ja nicht deswegen risikolos, weil die Refinanzierung praktisch kostenlos ist. Es ist natürlich richtig, daß die Zinsdifferenz zu z.B. treasuries ein (fast) risikoloses Einkommen garantiert, was im Grunde eigentlich zur Erhöhung des bilanziellen Eigenkapitalsaldos dienen sollte. M.E. ist das Sinn und Zweck der ganzen Niedrigzinspolitik!
Man müßte sich mal die Struktur des Eigenhandels ansehen, um abschätzen zu können, inwieweit das Risiko tatsächlich überschaubar ist. Das hat dann aber was mit der Anlagestruktur und wohl auch mit dem Hochfrequenztrading zu tun und nicht mit der gegenwärtigen Tatsache der fast kostenlosen Refinanzierung. Fällt Dir da spontan ein Link ein?
Beste Grüße
@ enigma
Wenn du hier eine Art Bewunderung für Goldman Sachs herausgelesen hast, so hast du meinen Beitrag mehr als missverstanden. Der Beitrag klagt das Verhalten der Bank und des Staates eher an und ist ironisch gemeint, als das er bewundert. So wird im Artikel Frontrunning angedeutet und im Video nochmal klar hervorgehoben und untermauert. Das wäre eine Ausnutzung der eigenen Kunden der Bank und wäre auch als illigal zu bezeichnen. Zweitens wirft er der Bank vor in einer völlig falschen Geschäftsform zu operieren, um so an das billige Geld der FED zu kommen. GS müsste eigentlich als Hedge Fond firmieren, der dadurch dann natürlich keinen Zugang mehr zu dem Geld der FED hätte.
Und das Auge der Pyramide ist in dem Fall auch nicht mystisch gemeint, sondern ein Verweis auf eine bitterböse zynische Interpretation der Bankenrettung durch die Daily Show.
„Mit dem billigen Geld der FED und den günstigen Zinsbedingungen auf dem Kapitalmarkt, kann Goldman Sachs natürlich prächtig und nahezu risikolos Gewinne im Eigenhandel einfahren.“
Merkposten als Argument gegen (Fried)dich.
@ Friedrich, Friederich
Es geht in den USA nur darum „to make money“!!! Das deutsche Wort verdienen(!) zu benutzen ist m.E. eine grobe Mißinterpretation!
Warum kann man die Banken nicht fallenlassen? Na weil die (großen) Banken dafür sorgen, daß die Emission von Staatsanleihen geräuschlos über die Bühne geht. Warum kann man die Versicherer nicht fallenlassen? Na weil die (mehr oder weniger) kleinen Sparer dann einsehen müßten, daß die Sache mit der kapitalgedeckten Lebensversicherung sich nicht erheblich von dem Kopfkissen unterscheidet.
Machen wir uns doch nichts vor: die „Gold“Sachsen sind doch nichts weiter als die ErfüllungsGEHILFEN der verschuldungssüchtigen Staaten, die durch Schuldenakkumulation ihre Wahlversprechen einhalten wollen (müssen). Das ist eine Folge von Demokratie (und davon hatte Mises keine Ahnung).
Kurioserweise widerspricht das allem, was über freie Marktwirtschaft erzählt wird. Von dem, was im Grundstudium Ökonomie über Fristen- und Losgrößentransformation erzählt wird, ist gegenwärtig nichts mehr zu sehen, schon garnicht, daß banking mit so etwas wie Risiko zu tun hat. Ein Blick in die Geschichte und man weiß, daß Staatsfinanzierer IMMER Narrenfreiheit hatten.
Das berührt ja auch die Deutsche Bank. Ohne das Zutun der DB wäre das staatliche „Schuldenmanagement“ in zwei Tagen geplatzt! Und die deutschen Lebens-, Riester-, Rürupverbrecher hätten nur noch erklären dürfen, daß sie „vorläufig suspendieren“ müssen!
Es wäre schön, wenn man in einem seriösen Blog nicht nur Behauptungen aufstellt, sondern diese auch mal begründet! Geschwafel und olle Kamellen kann man auch woanders wegklicken.
Zum „Auge der Pyramide“: eine Mystifizierung der Sachsen ist das Lächerlichste, was man der (seriösen) Mystik antun kann. Die Kuriositäten, die sich im Finanzbereich abspielen, sind doch nicht schwieriger, als das, was jeder halbwegs eingefuchste Internet-Ballerspieler draufhaben muß. Wer hat denn eigentlich den Menschen erzählt, daß der Umgang mit Geld anders funktioniert als mit egoistischen Einbildungen? Kannst du nicht beantworten,schon klar, aber darüber zu schreiben heißt doch nicht, sich nur mit mythischen Behauptungen über die Zeit zu retten!
Nehmen wir mal an, daß du (Friedrich) nicht ein arger (Wüterich) bist. Die (so habe ich es verstanden) Bewunderung deinerseits für die Sachsen ist MEHR als erklärungsbedürftig! Läßt du dich da auf eine Diskussion ein?
Comments on this entry are closed.