Milliardenspiel Champions Leaque und Marktprognosen zu Bayern München vs. Inter Mailand

by Dirk Elsner on 22. Mai 2010

Bayern spielt heute für die eigene Legende und für den deutschen Fußball. Jeder weiß, dass mit dem Gewinn der Champions League das Team von Van Gaal unsterblich werden kann. Als Anhänger von Werder Bremen macht mich das zwar neidisch, weiß aber auch, das bei einem Marktwertunterschied von 130 Mio. Euro für Werder in absehbarer Zeit ein solches Tripple unerreichbar sein wird.

Ob Bayern die Coup schafft, ist noch längst nicht ausgemacht. Der Wettmarkt Betfair, auf dem die Mitglieder selbst die Quoten und deren Preis bestimmen (und nicht wie sonst üblich ein zentraler Buchmacher), sieht Mailand aktuell mit 60% als Gesamtsieger vorn

Hier der in Wahrscheinlichkeiten umgerechnete Quotenverlauf seit Beginn der Saison:

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Werder Bremen könnte aber dennoch von einem Bayern Erfolg profitieren. Wenn die Münchner bis Ende der Verlängerung ein unentschieden halten, erzielen beide Teams für die 5-Jahres Wertung der UEFA die gleiche Punktzahl. Wegen der Gewichtung der Bayern Punkte mit sechs deutschen Startern im Gegensatz zu Italien mit sieben Startern und des leichten Vorsprungs von 0,155 Punkten wird Deutschland so erstmals Rang drei dieser Wertung erreichen (Regeln der Punktevergabe hier). Damit düfte Deutschland für die Saison 2011/12 einen weiteren Qualifikanten für die Champions League stellen.

Zum Milliardenspiel der Champions League schrieb gestern das Handelsblatt in einem sehr lesenswerten Beitrag über die Ökonomie des “größte Spektakel im weltweiten Vereinsfußball” u.a.:

“Die Champions League ist das größte Spektakel im weltweiten Vereinsfußball – und eine Geldmaschine für den, der auf der Siegerseite steht. Sechs Mrd. Euro beträgt nach Expertenberechnungen der volkswirtschaftliche Effekt für Europas Wirtschaft. Ein Sieg in der Königsklasse sichert allein einem Klub ungefähr 100 Mio. Euro an Einnahmen. Auf der Gewinnerseite stehen auch die TV-Bosse – diesmal die von Pro Sieben Sat 1. Schon beim Halbfinale, München gegen Lyon, schalteten zehn Mio. Zuschauer ein. Kein Sportevent der Welt hatte 2009 mehr TV-Zuschauer. Eine 30-Sekunden-Werbung kostete knapp 200 000 Euro.”

Im weiteren Verlauf dieser sehr lesenswerten Analyse sehen die Autoren die durch die höchste deutsche Spielklasse eingesetzte Entwicklung deutlich kritischer, weil die hohen finanziellen Anreize auch zu einer hohen Verschuldung vieler Clubs geführt hat.

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