Wunschanalyse Hewlett-Packard Co.

by sharewise on 22. März 2013

Herzlich Willkommen zu unserer Wunschanalyse in Zusammenarbeit mit Stephan Heibel vom Heibel-Ticker.de Börsenbrief (www.heibel-ticker.de) und Terrell Trowbridge von LRT-Finanzresearch.de. Unsere Mitglieder haben sich diese Woche eine Analyse der Aktie der amerikanischen Hewlett-Packard Co. gewünscht.

Hewlett-Packard Co. – Sentiment:

Prognostiziertes Kursziel kaufen halten verkaufen
15 Mitglieder Ø ca. 15,36 € 10 5
9 Analysten Ø ca. 10,89 € 1 5 3

Hewlett-Packard Co. (WKN 851 301, ISIN US4282361033, Marktkapitalisierung: ca. 44,56 US-Dollar,ca. 34,45 Mrd. €)

  Firmenlogo der Hewlett-Packard Co.

Auch diesmal haben wieder sehr viele Mitglieder an der Abstimmung zu unserer Wunschanalyse teilgenommen. Und auch diesmal gab es dabei wieder ein spannendes Kopf-an-Kopf-Rennen. Gewonnen hat dann letztendlich, mit einem äußerst knappen Vorsprung, die Aktie des angeschlagenen amerikanischen Technologiekonzern Hewlett-Packard Co. Gehen wir daher direkt in medias res und schauen uns die Aktie gemeinsam an!

1.) Fundamentale Analyse

Hewlett-Packard Co. – kleine Unternehmensgeschichte

Die Hewlett-Packard Co. (kurz: HP) wurde im Jahr 1939 von William („Bill“) Hewlett und David Packard, die beide Absolventen der Stanford University waren, mit einem Startkapital von „nur“ 538,00 US-Dollar gegründet („nur“ deshalb, weil 538,00 US-Dollar im Jahr 1939 natürlich – inflationsbereinigt – noch deutlich mehr waren als heute). Das erste Produkt des neu gegründeten Unternehmens war der HP200A, ein Tonfrequenzgenerator, den man in einer Garage in Palo Alto zusammengebaut hatte. Diese Garage ist heute legendär, gilt sie vielen doch als Geburtsort des sogenannten „Silicon Valley“ in Kalifornien und begründete zudem den Mythos von in Garagen gegründeten Startups. Einer der ersten Kunden des neu gegründeten Unternehmens waren übrigens die Walt Disney Studios, die für ihren Trickfilm „Fantasia“ gleich acht dieser Tonfrequenzgeneratoren vom Typ HP200A kauften.

Am 1. April 1959, 20 Jahre nach der Gründung des Unternehmens, expandierte das junge Unternehmen nach Europa. Dazu eröffnete es zunächst am 1. April 1959 eine Niederlassung in Genf (Schweiz) sowie kurze Zeit später, noch im gleichen Jahr, eine Produktionsstätte in Böblingen (Deutschland). Dabei arbeiteten zunächst 18 Mitarbeiter im Hinterhaus einer Strickwarenfabrik nach den Plänen der amerikanischen Muttergesellschaft. Im Jahr 1961 zogen dann schon 150 Mitarbeiter in das neue Werk des Unternehmens in Böblingen, in dem dann im Jahr 1971 schon über 1.000 Angestellte arbeiten konnten.

Ein sehr wichtiges Jahr in der Unternehmensgeschichte der Hewlett-Packard Co. war dann das Jahr 1972. Denn in diesem Jahr brachte die Company mit dem HP-35 den ersten wissenschaftlichen Taschenrechner auf den Markt. Weitere acht Jahre später, nämlich Anfang des Jahres 1980, gab die Hewlett-Packard Co. dann den Bau ihres ersten eigenen PCs bekannt. Im Jahr 1984 brachte der Konzern dann mit dem HP ThinkJet auch noch den ersten, auf thermischer Tintenstrahltechnik basierenden Tintenstrahldrucker für Privatkunden auf den Markt. In der Folge avancierte der amerikanische Technologiekonzern dann schließlich sogar zum größten Computer- und Druckerhersteller der Welt. Zudem schrieb man auch noch Internetgeschichte, denn die am 3. März 1986 von Hewlett-Packard registrierte Internetdomain HP.com war nicht nur eine der zehn ersten .com Domains überhaupt, sondern auch die erste zweibuchstabige Domain überhaupt.

Im Jahr 1999 erfolgte dann eine Aufteilung des Konzerns in zwei unabhängige Unternehmen: während das überwiegend von Privatkunden geprägte Geschäft mit Computern, Druckern und Imaging bei Hewlett-Packard verblieb, wurde das überwiegend von professionellen Kunden (Geschäftskunden) geprägte Geschäft mit chemischer Analysentechnik, elektronischen Bauelementen, Medizinelektronik sowie der Test- und Messtechnik in die neu gegründete Agilent Technologies verlagert. Kurze Zeit später, im Jahr 2002 und damit kurz nach dem Platzen der „Dotcom Bubble“ fusionierte die Company dann mit dem Computer-Hersteller Compaq Computer Corp, der seinerseits zuvor durch mehrere Übernahmen (DEC, Tandem) zu einem bedeutenden Player auf dem Computermarkt aufgestiegen war. Da Compaq seinerseits jedoch große Probleme mir der Integration der übernommenen Unternehmen hatte, wurde dieser Zusammenschluss vom Sohn des Firmengründers hartnäckig, aber letztendlich doch erfolglos bekämpft. In der Folge erwies sich diese Übernahme auch als Fehler, da die westlichen Computer-Hersteller von neu aufkommenden Computer-Herstellern aus Asien, in erster Linie aus China, regelrecht an die Wand gedrückt wurden und bis heute werden.

Leider dauerte es jedoch bis zum Jahr 2008, ehe die Führung des – inzwischen zu einem Großkonzern herangewachsenen – Unternehmens dies erkannte und endlich mit dem Kauf des IT-Dienstleistungskonzerns EDS auf einen anderen Kurs umschwenkte. Für die Übernahme von EDS zahlte Hewlett-Packard dabei jedoch mit knapp 14 Mrd. US-Dollar einen recht hohen Preis. Dennoch übernahm das Unternehmen nur zwei Jahre nach dieser Großübernahme auch noch den Netzwerkspezialisten 3Com für ca. 2,7 Mrd. US-Dollar sowie den Smartphone-Spezialisten Palm Inc. für 1,2 Mrd. US-Dollar. Grund für die Übernahme von Palm Inc. war dabei laut Angaben des Konzerns insbesondere das Betriebssystem WebOS, mit der man erfolgreichen Konkurrenten wie Apple mit iOS zukünftig Paroli bieten wollte. Da dies jedoch nicht wirklich gelang, gab Hewlett-Packard im August 2011 die Einstellung aller seiner WebOS-Aktivitäten bekannt. Unter der Führung des deutschen, ehemaligen SAP-Chefs, Léo Apotheker änderte der Konzern erneut radikal seine Strategie. So wurde zunächst im Februar 2011 der Business-Intelligence-Software-Hersteller Vertica übernommen, um so im Markt für analytische Informationssysteme Fuß fassen zu können. Im August 2011 veröffentlichte CEO Léo Apotheker dann seinen „Masterplan“, mit dem er Hewlett-Packard zu einem Comeback verhelfen wollte. Dieser sah zunächst eine rund 12 Mrd. US-Dollar schwere Übernahme des britischen Softwarekonzerns Autonomy vor. Darüber hinaus wollte Apotheker dann das margenschwache PC-Geschäft verkaufen und sich zukünftig – à la IBM – verstärkt auf das Geschäft mit Dienstleistungen, Servern und vor allen Dingen Software konzentrieren. Alles in allem wäre dies natürlich ein sehr radikaler Schwenk in der Strategie des als „Hardwarekonzern“ bekannten Unternehmens gewesen, aus unserer Sicht jedoch nicht unbedingt der schlechteste. Denn im Hardwaresektor wird man dauerhaft wohl keine Chance gegen die deutlich billigere chinesische Konkurrenz wie z.B. Lenovo haben, wohingegen das Dienstleistungs- und insbesondere das Softwaregeschäft sehr margenstark ist (wie IBM ja bewiesen hat und beweist).

Allerdings konnte sich Léo Apotheker mit seinen Vorstellungen nicht durchsetzen, so dass sich Hewlett-Packard am 22. September 2011 mit sofortiger Wirkung von ihm trennte. Als Nachfolgerin auf dem Posten des CEO wurde die ehemalige eBay-Chefin Meg Whitman bestimmt, die die Entscheidung das PC-Geschäft aufzugeben umgehend zurücknahm. Generell glauben wir jedoch, dass Meg Whitman diese an sich ja richtige Entscheidung letztendlich doch umsetzen wird, nur eben deutlich weniger radikal als es Léo Apotheker geplant hatte, .


Die legendäre HP-„Garage“

 

Hewlett-Packard Co. – zukünftige Ausrichtung des Konzerns

Die Hewlett-Packard Co. war einst ein in einer Garage gegründetes Startup-Unternehmen zweier Pioniere der Computerindustrie. Als solches Startup war man daher zunächst ein „Schnellboot“ und hatte große Erfolge mit Produkten wie z.B. dem Tonfrequenzgenerator HP200A und vielen weiteren, zum Teil legendären Produkten. Allerdings wuchs man in der Zeit seit der Gründung im Jahr 1939 bis heute zu einem Großkonzern heran, der – inzwischen etwas sehr träge geworden – nur noch auf die Entwicklungen an den schnelllebigen Märkten reagiert. So verschlief man Trends wie den Trend zum Smartphone oder den Tablet-PCs nahezu völlig und versuchte dann später, mehr oder weniger alibimäßig, durch zum Teil blinde Zukäufe (Übernahme der angeschlagenen Palm Inc.) verlorenes Terrain aufzuholen. Dies gelang jedoch in keinster Weise, so dass hier durch die Unfähigkeit des ein oder anderen Topmanagers am Ende Milliardenwerte vernichtet worden sind. Auch der deutsche CEO Léo Apotheker hat dabei sicherlich den ein oder anderen Fehler gemacht – so halten wir die Übernahme der britischen Autonomy zwar für grundsätzlich richtig, der dabei gezahlte Preis von ca. 12 Mrd. US-Dollar war jedoch viel zu hoch – aber zumindest hatte er eine Strategie und eine zumindest längerfristig erfolgversprechende noch dazu. Doch leider wollte er diesen Strategiewechsel zu radikal umsetzen und hat dabei vergessen die wichtigen Familienmitglieder in der Spitze des Konzerns „mitzunehmen“, so dass er seinen Weg beenden musste, ehe er ihn richtig angehen konnte. Seine Nachfolgerin im Amt, Meg Whitman, ist daher grundsätzlich nicht um ihr Amt zu beneiden. Denn sie steht derzeit an der Spitze eines lange Zeit erfolgreichen Technologiekonzerns, der in der Vergangenheit jedoch viele Fehler gemacht hat. Darüber hinaus kann sie jedoch keinen radikalen Einschnitte bei dem Unternehmen vornehmen, da dies die „Erben“ der Firmengründer nicht so ohne weiteres mitmachen werden.

Insofern steht zu befürchten, dass Meg Whitman – auch aufgrund der „Erben“ der Firmengründer – nicht immer so entscheiden kann wie sie das eigentlich möchte und müsste. Sie wird daher wohl versuchen, den von Léo Apotheker vorgezeichneten Weg einzuschlagen, diesen jedoch deutlich behutsamer zu gehen. Ob dies am Ende jedoch ausreichen wird, den schwerfällig gewordenen „Supertanker“ wieder auf Kurs zu bringen, ist dabei die ganz große Frage. Fakt jedenfalls ist, dass sich mit Massen-Hardware wie Computern, Digitalkameras oder Druckern dauerhaft keine sonderlich hohen Margen erzielen lassen. Zumal Hewlett-Packard es auch versäumt hat, den Schritt in die von Apple ausgerufene sogenannte Post-PC-Ära mitzugehen. Insofern ist es umso trauriger, wie gut die Aktie der Agilent Technologies Inc. sich in den letzten Jahren entwickelt hat, ganz besonders auch im Vergleich zur Aktie von Hewlett-Packard selbst.

Ob daher die „Erben“ wollen oder nicht, CEO Meg Whitman wird über kurz oder lang nicht umhin kommen, die Geschäfte mit Hardware wie Computern, Digitalkameras oder Druckern zu reduzieren und im Gegensatz dazu die Geschäfte mit Dienstleistungen und Software zu forcieren. Das Problem dabei ist jedoch, dass Hewlett-Packard die von Léo Apotheker angedachte komplette Neuausrichtung leider immer noch nicht wirklich angegangen ist. So hat man mit Vertica zwar ein Unternehmen übernommen, mit dessen Technologie man wirklich gute Chancen hätte, im zukunftsträchtigen „Big Data“-Markt eine prägende Rolle zu spielen, ganz besonders wenn man es schaffen würde die Technologien der ebenfalls übernommenen Autonomy mit denen von Vertica sinnvoll zu verknüpfen und integrieren. Nur will bzw. muss Hewlett-Packard leider auf Drängen der „Erben“ zugleich ein Computerhersteller bleiben und kann somit nicht alle Energie auf solch sinnvolle Aufgaben konzentrieren.

Lange Rede, kurzer Sinn: Hewlett-Packard verfügt auch und gerade heute noch über einige hochinteressante Technologien, mit deren Integration, Verknüpfung und Weiterentwicklung man durchaus auf den Spuren von IBM wandeln könnte. Leider fehlt dem Unternehmen, das durch die „Erben“ der Firmengründer zur Zeit eher ausgebremst wird, jedoch der Mut zu radikalen Schritten. Sicherlich hat der kurzzeitig amtierende deutsche CEO Léo Apotheker Fehler gemacht, insbesondere erscheint uns der Übernahmepreis für den britischen Softwarehersteller Autonomy genauso „absurd hoch“ wie auch für Oracle Gründer Larry Ellison. Aber die seinerzeit von Apotheker grundsätzlich geplante komplette Neuausrichtung des Konzerns wäre eine echte Chance gewesen. So aber bleibt die Hewlett-Packard Co. erst einmal ein träges Technologie-Konglomerat, dem einfach eine klare Fokussierung fehlt. Anders ausgedrückt steht Hewlett-Packard aus unserer Sicht heute da, wo IBM einst im Jahr 2004/2005 stand. Mit dem Unterschied, dass IBM damals den Mut hatte, alte Zöpfe abzuschneiden und sich neu aufzustellen. Dass dann die Einschätzung des damaligen Managements von IBM, wonach sich die PC-Ära dem Ende neige und man sich zukünftig verstärkt auf mobile Endgeräte und mobile Webservices konzentrieren wolle, ein Volltreffer war, war dann sicherlich auch etwas glücklich. Aber hätte man damals bei IBM so mutlos agiert wie zuletzt bei Hewlett-Packard, dann hätte man heute definitiv nicht solch einen Erfolg!

 

Hewlett-Packard Co. – Umsatz- und Gewinnentwicklung zuletzt sowie in naher Zukunft

Kommen wir damit nun zu den Fundamentals, also der Umsatz- und Gewinnentwicklung des Konzerns zuletzt sowie den Umsatz- und Gewinnerwartungen in den kommenden beiden Geschäftsjahren. Im Geschäftsjahr 2009, welches bei Hewlett-Packard zum 31. Oktober endete, erzielte die Gesellschaft einen Umsatz in Höhe von gut 114 Mrd. US-Dollar sowie einen Gewinn je Aktie in Höhe von 3,14 US-Dollar. Im Geschäftsjahr 2010 stand dann letztendlich ein Umsatz in Höhe von gut 125 Mrd. US-Dollar (ca. +10%) sowie ein Gewinn je Aktie in Höhe von 3,69 US-Dollar (ca. +17,5%) in den Büchern. Schlechter sah es im Geschäftsjahr 2011 aus. Denn zwar gelang es der Hewlett-Packard Co. in diesem Geschäftsjahr noch einmal den Umsatz leicht um knapp +1% auf knapp 127 Mrd. US-Dollar zu steigern, zugleich ging jedoch der Gewinn je Aktie um ca. -10% auf „nur“ noch 3,32 US-Dollar zurück. Richtig „horrible“ war dann das Geschäftsjahr 2012 für den einstigen Vorzeigekonzern. Denn im Geschäftsjahr 2012 wies die Gesellschaft ein Umsatzrückgang um knapp -5,5% sowie erstmals sogar wieder einen Verlust je Aktie in Höhe von -6,41 US-Dollar aus. Zwar waren hieran insbesondere nicht cashwirksame und größtenteils einmalige Abschreibungen Schuld (in erster Linie natürlich auf die viel zu teure Übernahme von Autonomy) nichtsdestotrotz quittierte die Börse diese Entwicklung völlig zu Recht mit stark fallenden Kursen.

Doch die Börse hält sich in der Regel bekanntlich nie lange mit der Vergangenheit auf, sondern handelt eher die Zukunft. Nachdem die Aktie der Hewlett-Packard Co. im letzten Jahr noch die mit Abstand schlechteste Aktie im Dow Jones Industrial Average (DJIA) war, ist sie dieses Jahr bisher mit Abstand die beste Aktie im Weltleitindex. Insofern deutet schon diese Entwicklung auf eine wieder deutlich bessere Zukunft des Konzerns hin. Doch deckt sich das auch mit den Analystenerwartungen an das Unternehmen?

Nun, die Geschäftsentwicklung in Q1/2013 (zum 31. Januar 2013) war jedenfalls nicht berauschend gut. So erzielte die Gesellschaft in Q1/2013 einen Quartalsumsatz in Höhe von „nur“ knapp 28,25 Mrd. US-Dollar, was sowohl deutlich weniger als im vergleichbaren Vorjahresquartal als auch deutlich weniger als in Q4/2012 war. Doch es war nicht alles schlecht in Q1/2013. So gelang es dem Unternehmen nämlich immerhin, nach einigen Quartalen mit Verlusten wieder einen Gewinn je Aktie in Höhe von 0,63 US-Dollar zu erzielen, weshalb auch die Quartalsdividende in Höhe von 0,13 US-Dollar weiterhin Bestand hat.

Dennoch glauben wir, dass die Hewlett-Packard Co. im Geschäftsjahr 2013e einen weiteren leichten Umsatzrückgang auf ca. 115 Mrd. US-Dollar (ca. -4%) hinnehmen muss. Zugleich dürften jedoch keine allzu hohen, ja ohnehin nicht cashwirksamen Abschreibungen mehr anstehen (die „Altlasten“ sind bilanztechnisch nun weitestgehend bereinigt), so dass wir dem Konzern einen Gewinn je Aktie in Höhe von 3,25 US-Dollar problemlos zutrauen (pessimistischste Analystenschätzung: 3,20 US-Dollar; optimistischste Analystenschätzung: 3,60 US-Dollar; durchschnittliche Analystenerwartung: 3,45 US-Dollar; unsere Schätzung ist also sehr konservativ). Im folgenden Geschäftsjahr 2014e kalkulieren wir dann wieder mit einem leichten Umsatzwachstum von ca. +3% auf dann wiederum knapp 120 Mrd. US-Dollar sowie einen Gewinn je Aktie in Höhe von 3,75 US-Dollar (pessimistischste Analystenschätzung: 2,46 US-Dollar; optimistischste Analystenschätzung: 4,25 US-Dollar; durchschnittliche Analystenerwartung: 3,58 US-Dollar; hier ist unsere Schätzung also etwas optimistischer).

Damit wird die Aktie der Hewlett-Packard Co. aktuell mit einem KUV von ca. 0,37 bei einer Dividendenrendite in Höhe von ca. 2,3% bewertet. Für das laufende Geschäftsjahr 2013e steigt dann das aktuelle KUV 2013e leicht auf 0,39 bei einem aktuellen KGV von nur ca. 7. Im Geschäftsjahr 2014e weist die Aktie dann wieder ein KUV 2014e von ca. 0,37 sowie ein KGV 2014e von 6 auf. Auf den ersten Blick ist das alles natürlich eine eher günstige fundamentale Bewertung der Aktie. Allerdings hat diese extrem niedrige Bewertung auch gute Gründe, nämlich zum einen in der Geschäftsentwicklung des Unternehmens selbst sowie zum anderen in der extrem schwierigen Führung des Konzerns aufgrund bremsender Effekte durch die „Erben“ der Gründer.

 
Meg Whitman, CEO Hewlett-Packard Co.

 

Hewlett-Packard Co. – fundamental fairer Wert und unser Kursziel für die Aktie

Insofern würden wir der Aktie der Hewlett-Packard Co. auch kein allzu deutlich höheres KGV zubilligen, als das der Markt derzeit schon tut. Im absoluten „Best Case“, nämlich einer insgesamt weiterhin freundlichen Entwicklung an den Aktienmärkten, könnte man hier vielleicht noch ein KGV von bis zu 8 tolerieren. Mehr aber keineswegs! Alles in allem erscheint uns die Aktie der Hewlett-Packard Co. aktuell zwar nicht viel zu teuer zu sein, ein „Schnäppchen“ – wie man auf den ersten Blick annehmen könnte – ist sie aber auch nicht. Wir raten daher aus Sicht der fundamentalen Analyse erst einmal nur dazu, die Aktie – wenn Sie sie denn schon haben – zu halten. Ein Kauf der Aktie drängt sich zur Zeit jedoch nicht auf. Denn im absoluten „Best Case“, den wir jedoch nicht voraussetzen wollen und können, wäre hier maximal noch ein Kursanstieg bis ca. 30,00 US-Dollar möglich.

 

 

 

2.) Charttechnische Analyse 

Die charttechnische Analyse wird in Zusammenarbeit mit den Chartexperten von LRT-Finanzresearch.de erstellt.

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Tageschart Hewlett-Packard Co. (ISIN: US4282361033, WKN 851 301) vs. Tageschart S&P 500

Auffällig bei der Betrachtung des Tagescharts ist der negative Trendkanal welcher das gesamte Jahr 2012 dominierte. Im Dezember 2012 kam es schließlich zu einer Phase der Stabilisierung, in der die Aktie sich über ihrem 20-Tage-Durchschnitt behaupten konnte – und dann die zweite Hälfte des Dezember unmittelbar an der oberen Trendlinie konsolidierte. Mit dem Beginn des neuen Jahres 2013 sprang die Aktie nach oben und der Abwärtstrendkanal war damit nachhaltig nach oben durchbrochen. Die Aktie der Hewlett-Packard Co. stieg bis auf ein Niveau knapp unterhalb der Marke von 18,00 US-Dollar, konsolidierte in etwa auf diesem Niveau bis Ende Februar und sprang dann über diesen charttechnischen Widerstand. Seither bewegt sich der Wert sehr dynamisch weiter nach oben, deutlich über dem nun etablierten Aufwärtstrend sowie darüber hinaus auch über dem 20-Tage-Durchschnitt.

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Wochenchart Hewlett-Packard Co. (ISIN: US4282361033, WKN 851 301) vs. Wochenchart S&P 500

Der Wochenchart zeigt, dass nicht nur 2012 sondern auch das gesamte Jahr 2011 extrem negativ für die Aktie der Hewlett-Packard Co. verlief. Durch die Verbindung der Hochs im Abwärtstrend lässt sich diese negative Bewegung schön verdeutlichen. Einzig von Sommer 2011 bis Ende 2011 (Kreis) schien es in der Abwärtsbewegung zu einer Bodenbildung zu kommen. Dieser Bereich der Bodenbildung wird auch sehr wahrscheinlich auf dem Weg nach oben einen Widerstandsbereich darstellen, bei der die Bewegung der Aktie vermutlich ins Stocken geraten wird. Ebenfalls deutlich wird, wie bereits oben beschrieben, dass Ende des Abwärtstrends,
die Bildung einer Konsolidierungszone sowie darauf folgend der Bruch des Abwärtstrends und damit einhergehend die positive Gegenbewegung.

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Linienchartvergleich Hewlett-Packard Co. (ISIN: US4282361033, WKN 851 301) vs. S&P 500

Der Linienchartvergleich verdeutlicht sehr schön die Abkoppelung der Aktie der Hewlett-Packard Co. (blaue Linie) vom S&P 500 (schwarze Linie) seit Anfang 2011. Nach einer bis dato sehr ähnlichen Bewegung fiel die Aktie innerhalb der letzten beiden Jahren nochmals unter ihre Tiefs aus den Jahren 2008/2009.

 

Fazit & Ausblick

Die Aktie der Hewlett-Packard Co. war zwei Jahre lang signifikant schwächer als der zugrundeliegende Vergleichsmarkt. Seit Beginn diesen Jahres zeigt die Aktie deutliche Stärke und Dynamik. Problematisch ist, dass die besten und risikoärmsten Einstiegsmöglichkeiten nun bereits wieder vorbei sind und die Aktie aktuell in einen Widerstandsbereich (siehe Wochenchart, Kreis) hineinläuft. Potenzial ist selbstverständlich vorhanden und der Markt spielt – zumindest bis jetzt – keine wesentliche Rolle, da die Aktie schon länger abgekoppelt vom Markt läuft. Je nach Anlagehorizont bleibt die Aktie weiterhin interessant. Ein positives Zeichen für Stärke wäre eine angemessene Korrektur im Trend gefolgt von einem neuen nachhaltigen Hoch – der Bereich des Ausbruchs (Linie) knapp unter 18.00 US-Dollar sollte eine gute charttechnische Unterstützungszone darstellen.

 

3.) Sentimenttechnische Analyse

Werfen wir damit nun noch einen Blick auf das Sentiment gegenüber der Aktie. Insgesamt sehen wir auf unserer Plattform derzeit 24 Empfehlungen zu der Aktie der Hewlett-Packard Co. Davon stammen 15 von unseren Mitgliedern und neun von Seiten der Analysten. Unsere Mitglieder sehen dabei die Aktie deutlich optimistischer als die Analysten.

So empfehlen aktuell zehn Mitglieder die Aktie der Hewlett-Packard Co. zum Kauf, darunter auch drei Top100 Mitglieder. Zugleich empfehlen fünf Mitglieder die Aktie zum Verkauf, wobei sich hierunter zur Zeit kein einziges Top100 Mitglied befindet. Das durchschnittliche Kursziel unserer Mitglieder liegt mit ca. 15,36 Euro (ca. 19,85 US-Dollar) deutlich unter dem aktuellen Kurs, dies ist allerdings weniger einer negativen Stimmung gegenüber der Aktie als vielmehr deren kurzfristig starker Kursrally geschuldet. Unsere Mitglieder kamen zuletzt also mit einer Erhöhung ihrer Kursziele der Kursrally der Aktie nicht mehr richtig hinterher.

Ganz anders dagegen das Bild auf Analystenseite. Hier gibt es zur Zeit nämlich nur eine einzige Kaufempfehlung (durch die Analysten von Morgan Stanley) bei fünf Halte- sowie drei Verkaufsempfehlungen (durch die Analysten von Jefferies & Co, die Analysten der UBS sowie die Analysten der Citigroup). Auch liegt hier das durchschnittliche Kursziel mit nur ca. 10,89 Euro (ca. 14,10 US-Dollar) deutlich unter dem aktuellen Kurs, wobei die Kaufempfehlung von Morgan Stanley noch recht aktuell ist und das durchschnittliche Kursziel nach oben zieht.

Alles in allem sehen wir daher vorsichtig optimistische Privatanleger sowie pessimistische Analysten – und das bei einer Aktie, die im letzten Jahr zwar noch die schlechteste Aktie im Dow Jones Industrial Average (DJIA) war, im laufenden Jahr jedoch die mit Abstand beste Aktie im Weltleitindex ist. Insofern ist hier davon auszugehen, dass das Unternehmen über kurz oder lang wohl tatsächlich den Turn-Around schafft und die Börse dies aktuell – in weiser Voraussicht – schon einpreist. Aus sentimenttechnischer Sicht jedenfalls spricht wenig gegen, sondern – ganz im Gegenteil – sogar sehr viel für einen Kauf der Aktie!

 

4.) Zusammenfassung

 

Fassen wir zusammen! Aus fundamentaler Sicht ist die Aktie durchaus fair bewertet, bietet jedoch im „Best Case“ auch noch etwas Luft nach oben bis ca. 30,00 US-Dollar. Auch die Charttechnik spricht derzeit nicht unbedingt gegen einen Einstieg in die Aktie, wenngleich man gerade auch bei dieser Aktie besser an schwachen Handelstagen in Kursrücksetzer hinein einsteigen sollte. Aus sentimenttechnischer Sicht sehen wir dazu keine Euphorie, sondern nur vorsichtige optimistische Privatanleger und tendenziell recht pessimistische Analysten. Alles in allem scheint uns dies alles ein Cocktail zu sein, wie man ihn sich kaum besser erträumen kann. Daher raten wir letztendlich doch an dieser Stelle zum spekulativen Kauf der Aktie der Hewlett-Packard Co, insbesondere an schwachen Handelstagen und sehen für die Aktie ein Kursziel in Höhe von maximal bis zu 30,00 US-Dollar. Dabei eignet sich die Aktie für wachstumsorientierte bis leicht spekulative Anleger mit einem Anlagehorizont von mindestens 12 bis 18 Monaten. Den Stoppkurs zur Absicherung gegen allzu große Kursverluste sollte man bei dieser Aktie jedoch ruhig etwas weiter setzen. Wir raten daher zu einem Stoppkurs knapp unterhalb der charttechnisch wichtigen Marke von 17,00 US-Dollar bzw. konkret zu einem Stoppkurs bei 16,28 US-Dollar.

 

 

Über den Autor

Sascha Huber, Jahrgang 1978 und wohnhaft in Trier, ist schon seit Zeiten des damaligen Neuen Marktes als intimer Kenner der Hightechbranche bekannt. Er betrieb in den Jahren 1998 bis 2001 zusammen mit einem Partner eine der damals führenden Börsenhotlines sowie eines der damals führenden Börsenportale und gehörte damit zu den Ersten, die das Potential von Aktien wie Amazon.com, eBay oder Intershop Communications erkannten. Im Gegensatz zu vielen anderen Experten riet er allerdings rechtzeitig im März 2000 zum Ausstieg aus dem Neuen Markt und warnte sehr frühzeitig vor Luftnummern wie ComROAD, Gigabell oder Infomatec. Mittlerweile gehört er zu unseren aktivsten Mitgliedern und zeichnet sich dabei durch exzellentes Börsen Know How aus. Dabei liegt seine Spezialität unverändert im Hightechsektor, den er aufgrund eines Informatikstudiums auch bestens einschätzen kann.

 

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