ETF meets digital: Schauen die Fintechs eigentlich auf die Silver-Saver?

by Dirk Elsner on 2. Dezember 2014

Am vergangenen Donnerstag hatte ich das große Vergnügen, an der Börse Stuttgart zur Verleihung des ETP Award (das ist eine Art Branchenoscar für die deutsche ETF-Branche) einen Vortrag zum Digital Finance und dem Banking von morgen halten und eine Podiumsdiskussion zu der Zukunft der Geldanlage moderieren zu dürfen. Ein besonderer persönlicher Gänsehautmoment dabei war, dass Börsenurgestein Bernhard Jünemann mich anmoderierte. Aber das ist hier nicht das Thema.

Spannend an diesem Nachmittag bzw. Abend an der Börse Stuttgart war, dass hier erneut etablierte und neue Finanzwelt aufeinander trafen und sich nicht nur über Anlagestrategien im Zeichen negativer Zinsen,sondern auch über neue Technologien austauschten. Dazu gesellten sich am Abend viele interessierte Privatanleger, die den Vorträgen der ETF Profis von Blackrock, Deka, Comdirect, Deutscher Bank, Commerzbank und vielen anderen und den FinTechs lauschten. So konnten sie etwa die Leistungen von Wikifolio (über Stefan Greunz), Moneymeets (Dirk Vonden), easyfolio (Markus Jordan), justetf (Dominique Riedl) oder Financescout 24 (Ralf Johnsen) kennenlernen.

Hier noch ein Video: easyfolio und moneymeets im Gespräch mit der Börse: Neue Wege für die Geldanlage und ein Gespräch mit dem professionellen Vermögensverwalter Manuel Pfeiffer über die Nutzung der Plattform Wikifolio.

Am Rande diskutierten wir in den Pausen, ob eigentlich die Unternehmen der Financial Technologie (= FinTech) ausreichend auf die Zielgruppe der “Silver Saver”  ausgerichtet sind. Aus dem Bauch kamen wir zu der Bewertung, dass die Angebote und Design sich entweder neutral gegenüber einer bestimmten Altersgruppe präsentieren oder auf die junge Zielgruppe der Generation Y ausgerichtet ist. Ein spezielles Angebot für die Generation 55+ haben wir nicht ausmachen können. Eigentlich ist das erstaunlich, denn die Gruppe präsentierte sich als sehr techaffin. Ich mache diese Bewertung mal fest an den Fragen, die sie stellten und auch an der Intensität der Smartphonenutzung.

Tools oder Angebote bzw. Ansprache speziell für ältere Anleger kenne ich bisher aber nicht (was nicht heißen muss, dass es sie nicht gibt). Eigentlich ist das erstaunlich, denn das Marktforschungsunternehmen Garner hatte bereits im vergangenen Jahr festgestellt: “The Future of Technology Belongs to the ‚Silver Surfer‘. Und schon 2010 schrieb Hansjörg Leichsenring im Bank Blog:

“Diese Silver Surfer sind für Banken per se eine der attraktivsten Zielgruppen: Sie verfügen über eine (verglichen mit anderen Bevölkerungsgruppen) höhere Bildung, ein höheres Einkommen und insgesamt auch ein aktiveres Konsumverhalten.

Daneben haben pensionierte Anleger deutlich mehr Zeit, als der ehrgeizige Berufseinsteiger, der nur zwischendurch flüchtig seine Finanzen checkt, aber sonst nicht viel mit Anlagethemen zu tun haben will.

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