NDR-Checker: Bezahlen mit dem Handy ist die Pest!

by Dirk Elsner on 31. März 2015

Da mühen sich hunderte von Firmen und tausende von Mitarbeitern, uns das Bezahlen online und in der realen Welt angenehmer zu machen, und was kommt raus? Dieses Video des NDR-Checkers, der meint Bezahlen mit dem Handy sei die Pest:

Das Dilemma an dem Video ist, es passt. Mobiles Bezahlen ist unangenehm und hat genau die Krankheiten, die Alexi Bexi in diesem kurzen Video aufzählt. Er erzählt das aus Sicht der Nutzer, die sich in den letzten Jahren eine Vielzahl von Visionen ansehen und –hören konnten, wenn sie das interessiert hat. Die meisten hat es nicht interessiert.

Der Leistungserfolg des Bezahlens tritt dann ein, wenn der Gläubiger den geschuldeten Geldbetrag endgültig zur freien Verfügung erhalten hat.  Sehr einfach ist das mit Bargeld möglich. Die Übergabe des gesetzlichen Zahlungsmittels Geldnoten und Münzen befreit mich von meiner Geldschuld.

Mich interessiert aber, wie man man Geldschulden mit Hilfe technischer Hilfsmittel erfüllen kann. Das ist nicht so einfach möglich, denn wie man neben der Barzahlung als gesetzliche Zahlungsform seine Schulden begleichen kann, ist eine Frage der Vereinbarung zwischen Verkäufer und Käufer (siehe dazu Ron Francke: “Erfüllung bei bargeldloser Überweisung”). Und beim mobilen Bezahlen scheint das deutlich komplizierter zu sein, als bei der Bezahlung mit einer Debit- oder Kreditkarte bzw. per Überweisung oder Lastschrift. Das hat viele juristische, regulatorische und technische Gründe, die ich hier nicht vertiefen möchte. Aber ganz offensichtlich schaffen diese Gründe derzeit ein tiefen und breiten Graben zwischen den versprochenen Visionen und der erlebten Praxis.

Jedenfalls in unseren Breitengraden sind wir weiter davon entfernt und zwar sehr weit. Ich hatte das zuletzt in dem “Mobile Payment – Die analoge Brieftasche bleibt vorerst” vertieft. Daneben erlebte ich selbst kürzlich in einem Supermarkt in Kiel eine Episode, die das Video bestätigte. Ein junger Mann hatte tatsächlich nur sein Smartphone und weder Bargeld noch Karten dabei. Weil der Dienst des Anbieters nicht wie versprochen funktionierte  und auch das Personal überfordert war, konnte er seine Ware nicht bezahlen und musste sie liegen lassen. Ich schätze, so wie der der Mann geflucht hat, wird er frühestens in fünf Jahren erst wieder einen mobilen Bezahldienst probieren wollen, wenn überhaupt.

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