Helfen Sie mit beim Kampf gegen die Deflation!

by Jakob Wega on 26. November 2015

Mario Draghi und seine EZB-Kollegen schlafen immer schlechter. Das Deflationsgespenst geht bei Ihnen um. Die Verbraucherpreise wollen einfach nicht steigen, egal wie viel Geld man in die Wirtschaft pumpt. Das raubt unseren Zentralbankern schon jetzt die innere Ruhe; und vielleicht irgendwann auch noch einmal den restlichen Verstand.

Die blöden Konsumenten wollen trotz der niedrigen Zinsen nicht blind Kredite aufnehmen und sich noch mehr sinnloses Zeug kaufen, als sie sowieso schon haben. Und die paranoiden Investoren wollen schon gar nicht produktiv investieren – es sei den in Asien oder USA, aber das nützt der EZB wenig. Der Trick mit der Abwertung klappt auch nicht mehr, weil die Rohstoffpreise noch schneller fallen als der Euro.

Was tun? In einer Situation, in der die Zentralbanker nicht mehr wissen, wie sie wieder zu mehr Inflation kommen, ist jeder Bürger gefragt, ihnen zu helfen. Denn wir alle können uns daran beteiligen, die Kaufkraft unseres Geldes zu vermindern. Ein lobenswertes Beispiel hierfür gab die Deutsche Post mit ihrer Portoerhöhung für Standardbriefe von 62 ct auf 70 ct zum Jahreswechsel. Hiermit kommt endlich einmal ein großes DAX-Unternehmen seiner gesellschaftlichen Verantwortung zur Deflationsbekämpfung ausreichend nach.

Einfach mal für die gleiche Leistung 10% mehr verlangen. Das hilft nicht nur dem eigenen Geldbeutel (bzw. bei der Post dem eigenen Gewinn), sondern lindert auch die Pein unserer Geldpolitiker. Doch nicht nur ehemalige Staatsunternehmen, jeder Einzelne kann etwas im Kampf gegen die Deflation machen und damit Mario Draghi zu einem ruhigeren Leben verhelfen. Im Folgenden sind einige Tipps aufgelistet, wie sie sich jeder an der großen gesellschaftlichen Aufgabe der Deflationsbekämpfung beteiligen kann.

Als Unternehmer:

  • Setzen Sie verstärkt auf Premium-Angebote: Verpacken Sie Ihre Produkte etwas aufwendiger, nennen sie  „limitierte Deluxe Edition“ und erhöhen den Preis um mindestens 30%.
  • Wenn Sie in der Gastronomie tätig sind, können sie ihre Preise dieses Jahr nicht um die üblichen 10%, sondern vielleicht auch mal um 20% oder sogar um 30% erhöhen.
  • Machen Sie nur Sonderangebote für Artikel, deren Preise Sie vorher um mindestens 50% erhöht haben.
  • Dienstleister und öffentliche Unternehmen können sich beteiligen, indem sie sich viele schöne Zusatzgebühren und Erstattungen für fiktive Auslagen ausdenken.
  • Geben Sie Kostensenkungen auf keinen Fall an die Kunden weiter. Gönnen Sie sich lieber eine neue Konzernzentrale in guter Lage in einer Großstadt mit hohem Freizeitwert, wie z. B. in Hamburg Harvestehude oder München Bogenhausen.
  • Sollte dies nicht drin sein, können Sie immer noch durch einen ganz normalen Umzug mit der Firma viele überflüssige Kosten für sich und ihre Mitarbeiter verursachen, die der allgemeinen Deflation entgegenwirken.
  • Motivieren Sie ihre Mitarbeiter nicht mit etwas so schnödem wie Lohnerhöhungen oder kleinen Geschenken. Aufwendige Incentive-Veranstaltungen sind viel besser für die Inflation. Weihnachtsfeiern sind grundsätzlich im teuersten Restaurant durchzuführen.

Als Konsument:

  • Vermeiden Sie Aldi, Lidl und Konsorten. Kaufen Sie lieber mal im guten alten Kaufhaus oder im Bio-Markt ein.
  • Wählen Sie bei sehr ähnlichen Produkten immer das teuerste aus. Nehmen Sie z. B. von den 10 nahezu identischen Sorten Milch im Supermarktregal lieber die Bio-Milch vom angeblichen Kleinbauern für 2,19 € und lassen die für 55ct im Regal stehen.
  • Entwickeln Sie ein ausgeprägtes Statusbewusstsein. Dann geben sie nur wegen der Marke mehr das doppelte wie sonst für ein Produkt aus und fühlen sich auch noch besonders toll deswegen.
  • Wenn sie kein Statusbewusstsein haben oder haben wollen, können Sie immer noch teure Produkte vor sich (oder dem Ehepartner) rechtfertigen, indem Sie viel Wert auf Individualität und Exklusivität legen. Nur deswegen benötigen sie die aufwendigen Sonderausstattungen.
  • Vergessen Sie „Geiz ist geil“. Verschwendung ist noch viel geiler, insbesondere wenn sie mit Krediten finanziert ist. Überhaupt sollte ihre Lektion aus der Finanzkrise sein, dass man den unzuverlässigen Banken kein Geld mehr anvertraut, sondern lieber versucht, möglichst viel Geld von der Bank zu bekommen, bevor sie in der nächsten Krise zusammenbricht. Bedenken Sie immer: Sowohl Gläubiger wie Schuldner verlieren bei der nächsten Finanzkrise, aber die Schuldner haben vorher wenigstens noch den Spaß gehabt!
  • Auf Partys und anderen gesellschaftlichen Anlässen geben gerade in Norddeutschland gerne Leute damit an, wie billig sie bestimmte Produkte bzw. Dienstleistungen erworben haben. Begegnen Sie solchen Zeitgenossen in Zukunft mit einem indignierten Naserümpfen und Kommentaren wie: „Du kannst es Dir wohl sonst nicht leisten?“ Nur so wird die gesellschaftliche Akzeptanz von von niedrigen Preisen langsam unterminiert.

 

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