Seltener Fund: Journalistische Selbstkritik zur Finanzkrise

by Dirk Elsner on 29. Dezember 2008

Anfang des Monats hat der Blick Log die Frage gestellt, ob Medien Beschleuniger der Finanzkrise und des Wirtschaftsabschwungs sind.

Eine andere Form der kritischen Auseinandersetzung mit der Berichterstattung von Wirtschaftsjournalisten hat Rainer Hank gewählt. Rainer Hank ist Ressortleiter Wirtschaft sowie „Geld & Mehr“ bei der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung und hat u.a. im Beitrag: „Was weiß der Finanzjournalismus über die Krise?“

Zitate daraus, die nicht weiter kommentiert werden müssen:

„Wäre Pathos nicht generell unangebracht, müsste man sagen, in diesem Jahr 2008 seien Glanz und Elend des Wirtschaftsjournalismus offenbar geworden. Wir sind meist schlecht im Vorhersagen, aber dafür gut im Deuten. … Und wir sind grandiose Nachplapperer dessen, was gerade en vogue ist.

„Man mag sich scheuen, Medienleute überhaupt zu den Intellektuellen zu zählen. Aber sie sind zumindest darin einander verwandt, dass sie nachher immer alles vorher schon gewusst haben. Heute geben wir uns sogar noch ein bisschen bußfertig und verzagt.“

„Sage keiner, wir seien nicht bei der Herde gewesen, im Rausch euphorisch und in der Depression ganz besonders apokalyptisch. Prozyklisch nennt man das gerne: einer quatscht es dem anderen nach.“

Eine übersichtliche Sammlung von Beiträgen, die sich mit der Rolle der Medien in der Finanzkrise befassen, ist hier zusammengestellt.


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