Warum die Einschaltquoten aus Peking nicht olympiareif sind

by Dirk Elsner on 17. August 2008

Es lässt sich bereits heute festhalten: Olympia ist in Deutschland medial ein Flop, zumindest bezogen auf die Einschaltquoten. Darüber täuschen auch nicht hübsche Marktanteile hinweg, die unsere öffentlich rechtlichen Programme tagsüber realisieren.

Der Funke springt nicht über auf die deutschen Zuschauer. Sie bleiben ihrem Liebling Fussball treu und freuen sich in nur geringer Zahl an dem wunderbaren Auftritt von Britta Steffen, die das Highlight der ersten Olympiawoche aus deutscher Sicht darstellt.

Überraschend ist die Quotenmisere nicht: Folgende Gründe sehe ich vorläufig für das Desinteresse in Deutschland:

  1. Live-Übertragungen finden zu Zeiten statt, die nicht den Sehgewohnheiten der Deutschen entsprechen.
  2. Die die Spiele im Vorfeld begleitenden Dissonanzen über Zensur und Menschenrechtsverletzungen haben auf viele Zuschauer ähnlich abschreckend gewirkt wie die Doping-Diskussionen auf die Quoten der Tour de France.
  3. Bei Olympia dominieren im medialen Sinne Randsportarten, die aus dem Aufmerksamkeitsfokus der Zuschauer verschwunden sind.
  4. Durch die Doping-Diskussionen steigen die Zweifel an den beeindruckenden Rekorden im Schwimmen oder im 100m-Finale der Männer.
  5. Viele Menschen mögen die sterilen Bilder aus Peking nicht, die sie nur zum Bestandteil einer Inszenierung macht.

Die zum Teil als mäßig bezeichneten sportlichen Erfolge nehme ich nicht in die Begründungen auf, da nur relativ wenig Zuschauer wissen, in welcher Sportart Deutschland  überhaupt mit Medaillenchancen rechnen kann.

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