Was soll diese Panik bei HBOS?

by Dirk Elsner on 17. September 2008

So langsam raufe ich mir die Haare, wenn ich heute die Titel zu den Beiträgen über die britischen Hypothekenbank Halifax Bank of Scotland (kurz HBOS) lese. Ist es jetzt chic, Panik zu verbreiten? Das Handelsblatt titelt Jetzt steht Zukunft von HBOS auf der Kippe“, die FAZ setzt nach „Hypothekenbank HBOS in Not“ und die FTD meint „Lloyds TSB soll Aus für HBOS verhindern“

Was ist dabei, wenn Lloyds und HBOS über eine Fusion sprechen? Das haben Deutsche Bank und Postbank sowie Commerzbank und Dresdner Bank auch getan. Hat hier jemand Panik verbreitet oder gar gemutmaßt, es handele sich um Notverkäufe.

Ja, der Vorsteuergewinn von HBOS ist um mehr als 70 Prozent auf 848 Millionen Pfund eingebrochen. Aber 848 Millionen Pfund sind immerhin noch 1 Mrd. Euro Gewinn. Ja, Standard & Poor’s hat das Rating gesenkt. Dennoch, das passiert aktuell fast täglich.

Offensichtlich können wir jetzt eine klassische Medienpsychose beobachten. Es gibt eine mediale Hyperaktivität in Richtung Finanzmärkte. Anscheinend will man über einen Dominoeffekt berichten. Der passt allerdings nicht auf das Beispiel HBOS, auch wenn man die Äußerungen eines Bankvorstands mit etwas Distanz betrachten sollte.

Ich fände es in dieser Situation wichtiger, wenn sich Medien mal ihrer Verantwortung in der Finanzmarktberichterstattung bewußt werden und etwas weniger reißerisch mit der aktuellen Situation umgehen. Denn gerade eine solche Berichterstattung kann eine Bank, übrigens auch ganz normale Unternehmen, in eine Krise stürzen.

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