Wie schlecht geht es den deutschen Banken wirklich?

by Dirk Elsner on 25. September 2008

Heute Nachmittag trifft sich Finanzminister Peer Steinbrück mit führenden Vertretern von Banken und deren Verbänden. Vielleicht werden wir danach ein etwas klareres Bild von der Lage in der deutschen Bankenlandschaft und der Betroffenheit von der Bankenkrise bekommen.

Mir persönlich erscheint es, dass die Banken vor allem das Bankgeheimnis über ihr Wissen legen.

Aus der Abendzeitung wissen wir, dass die Finanzkrise die BayernLB getroffen hat. Die HSH Nordbank muss weitere 500 Millionen abschreiben. Die „Fehlüberweisung“ der KfW an Lehman wird möglicherweise vor einem Untersuchungsausschuß ausgebreitet werden. Immer wieder gibt es Meldungen über Zurückhaltungen in der Kreditvergabe. Die Bundesbank teilt mit: „Insbesondere bei den Großbanken, den Landesbanken und den Genossenschaftlichen Zentralbanken ist eine weitere Belastung des Bewertungsergebnisses zu erwarten.“ Das Handelsblatt weiss, dass die Genossenschaftsbanken auf Lehman-Papieren bis zu einer Milliarde Euro sitzen.

Dies sind nur ein paar Ausschnitte  aus den Meldungen der letzten 24 Stunden. Ein umfassendes Bild ergibt das nicht. Die Ruhe, die aber aktuell die deutsche Politik ausstrahlt, erscheint mir genau so verdächtig wie das Zurücklehnen mit dem Blick auf den US-Rettungsplan.

Spätestens, wenn Ende des Monats die Quartalsbilanzen erstellt werden und in den Wochen danach darüber berichten wird, werden wir mehr Klahrheit über die tatsächlichen Auswirkungen auf die deutschen Institute bekommen. Bis dahin wird in den Banken noch nach Bewertungsspielräumen gesucht und hoffentlich an Maßnahmen gearbeitet werde, um das Schlimmste zu verhindern.

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Melanie Gatzke September 25, 2008 um 12:51 Uhr

Erst mal wundert mich, dass sowenige eine Meinung dazu abgeben.
Dieser Finanzcrash ist nicht aufzuhalten, egal was sie machen. Die wirklichen Zahlen werden wir nach den Wahlen erfahren. Der Rettungsplan greift für den Moment, schon bald werden sie vor dem gleichen Problem stehen. Es geht doch um Summen – die faulen wertlosen Papiere- in der Größenordnung von Billionen, die nie bezahlt werden können.
Das kann nur über ein Konkursverfahren abgewickelt werden. Daran führt kein Weg vorbei, das System ist bankrott.
Diese ganzen Beschwichtigungen, diese ganzen Heimlichtuereien, diese Notmaßnahmen, sind für mich nur ein Beweis mehr, dass keiner weis, wie es weitergeht, das aber jeder den Finanztsunami kommen sieht.
Welches Spiel hinter den Kullissen gespielt wird, das kann man nur ahnen, aber nicht wissen. doch jeder kann 1+1 zusammenzählen.
Es ist aber davon auszugehen, dass die Großen sich retten, der Dumme bleibt der kleine. Die Finanzspritzen verschwinden doch genau bei denen, eine milde Gabe für die Gauner, was sie ungeschoren davon kommen lässt.
Wenn der Staat alles übernimmt, dann droht ihm der Bankrott. also wird er Geld drucken, tonnenweise- auch das führt letztlich in eine totale Geldentwertung. Den Rest kennen wir aus der Geschichte.
Dann Gnade uns Gott.

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