Ruhen die Finanzmärkte vor dem Sturm?

by Dirk Elsner on 1. Oktober 2008

Die ganz schlechten Nachrichten sind bisher heute ausgeblieben. Allerdings ist der Tag noch lang und kann wieder neue Überraschungen bringen. Derweil werden die Verletzungen gesichtet. So sieht das Handelsblatt heute die europäischen Banken in einer gefährlichen Marktlage und zitiert Analysten, die wie ich mit höheren Wertberichtigungen rechnen als bisher angenommen. Daneben werden Kolateralschäden aus der Industrie gemeldet, wie eine abgesagte Übernahme oder Probleme bei einem Börsengang.

Eine erfrischende Uneinigkeit gibt es bei den Konjunkturerwartungen. Während das Instiut der deutschen Wirtschaft keine Rezession erwartet sondern nur einen Wachstumsrückgang, rechnet Norber Walter, Chefvolkswirt der Deutschen Bank, mit einer Rezession für Europa, die USA und Japan. Aus meiner Sicht, sind Prognosen ohnehin schwierig, weil die konjunkturellen Fundamente derzeit neu angemischt werden.

Die Börsen selbst haben einen Teil der gestrigen Gewinne wieder abgegeben und scheinen mit gespannter Erwartung auf Washington zu starren. Niemanden interessiert dabei offenbar, wie der US-Rettungsplan im Detail aussieht sondern nur, dass er überhaupt verabschiedet wird. Über die Wirkungen der Details werden die Finanzakteure erst danach diskutieren.

Ich fliege morgen mit dem Gefühl in den Urlaub, heute nur die Ruhe vor einem weiteren Sturm gespürt zu haben. Dabei hoffe ich, dass wir uns nicht im Auge eine Hurrikans befinden.

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