Medien-Blick in das Innere der Finanzkrise und ihre Auswirkungen

by Dirk Elsner on 19. Oktober 2008

Die Finanzkrise in all ihren Facetten beschäftigt Menschen und Medien in aller Welt auch an diesem Wochenende.

Gefallen hat mir die Bilderserie in Spiegel Online, wo man sich fragt, wie man eigentlich die Finanzkrise in Bilder fassen kann: Pressebilder: Tops und Flops der Finanzkrisen- Fotografie.

Wir lernen, dass bei Ausstattung der Bundespolizei FBI weiterhin der „Kampf gegen den Terror“ Priorität hat. Interessant, an der Meldung im Spiegel, die Parallele zum 11. September: Das FBI hat bereits 2004 vor der Hypothekenkrise gewarnt. Hätte man auf die Agenten hören sollen? Wäre interessant zu wissen, wovor aktuell noch gewarnt wird.

Während das FBI wohl auf zusätzliche MIttel lange warten kann, wollen die Regierungen auf einer Reihe von Treffen in den nächsten Monaten die neue Finanzverfassung für die Weltfinanzmärkte festlegen. Dazu solle eine regelrechte Gipfelserie einberufen werden. Die FAZ wirft einen Blick auf die mögliche Agenda dieses Bretton Woods II

Gespannt sein darf man, was die  neue Finanzverfassung bringt. Die inhaltlichen Forderungen kommen an diesem Wochenende über Leerformeln nicht hinaus, wie z.B. die Forderung von Jagdish Bhagwati in einem Interview mit dem Handelsblatt: „Wir benötigen eine bessere staatliche Aufsicht über die Finanzbranche – und weniger Einfluss der Finanzindustrie auf die Politik“.

Das Handelblatt blickt gespannt auf die „Stunde der Wahrheit an der Wall Street„. Dort wird es nämlich spannend. Nach Start der weltweiten Rettungsaktionen für die Finanzbranche muss sich zeigen, wie stark die Finanzkrise auf die Wirtschaft durchschlägt. In der kommenden Woche legen zahlreiche Unternehmen Zahlen vor und offenbaren, wie ernst die Lage ist.

Der Bericht im englischen Guardian über 70 Milliarden Dollar an Bonus-Zahlungen an die Manger der abgestürzten Banken sorgt zurecht für Wirbel. Es ist nicht nur unverständlich, wenn man liest, dass sich bei der Citigroup die summierten Bezüge inklusive Boni in den ersten neun Monaten dieses Jahres nach Recherchen des „Guardian“ auf 25,9 Milliarden Dollar summieren, was in etwa der Höhe der Geldspritze aus dem Rettungspaket der Regierung entspricht. Allerdings wird man die Recherche sich wohl etwas genauer ansehen müssen, bevor man sich weiter empört.

Ärger gibt es auch mit der Bonipolitik der gerade geretteten UBS, wie die schweizer NZZ schreibt. Derweil untersucht eine Komission die Fehler der UBS-Spitze.

Die New York Times befasst sich unter der Überschrift „The Guys From ‘Government Sachs’“mit den Verbindungen vom US-Finanzminister, Henry M. Paulson Jr, zu seinem ehemaligen Arbeitgeber, von dem er nun Mitarbeiter akquiriert für die Umsetzung des Bailouts.

Über die Auswirkungen der Finanzkrise auf die Realwirtschaft konnte man schon viel lesen. Das Handelsblatt hat  die Krisenszenarien der Autobauer im Visier.

Derweil hat sich in Deutschland immer noch keine Bank zur Inanspruchnahme des deutschen Rettungspaketes bekannt. Die FAZ vermutet hier: Wer sich als Erster anlehnt, hat den Makel und fasst noch einmal die möglichen Konsequenzen für die Banken zusammen.

Nach den Äußerungen von Ackermann und Blessing scheinen die übrigen Banken aber weiter zu schweigen. Spitzenreiter der Selbstkritik bleibt damit Commerzbank-Chef Blessing.

Mit den Empfehlungen von Warren Buffett in der New York Times, jetzt amerikanische Aktien zu kaufen, befasst sich z.B. der Blog Greftek. Er glaubt, dass die Worte von Einfluss haben, versteht aber nicht die wahre Absicht hinter den Äußerungen. Einer anderer Blog setzt sich weniger kritisch damit auseinander und empfiehlt einfach jetzt Aktien zu kaufen.

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