Deutsches Rettungspaket: Commerzbank will, Ackermann redet Deutsche Bank stark und will nicht

by Dirk Elsner on 3. November 2008

Nun gibt es also doch keine gemeinschaftliche Aktion mehrerer privater Banken zur Annahme des staatlichen Hilfspaketes. Die Commerzbank hat sich für die Annahme entschieden, die Deutsche Bank fühlt sich stark genug und will auf die Annahme verzichten, vorerst.

Ackermann in Berlin direkt am 2. November 2008

OK, da habe ich mit meinen Vermutungen in den letzten beiden Wochen wohl das Ego von Josef Ackermann genau so unterschätzt, wie die Kapitalausstattung. Auch der Kreditmarkt dürfte damit mit seiner Einschätzung des Risikos der Deutschen Bank anders liegen als das Institut selbst. Dennoch: Die Worte von Herrn Ackermann in der ZDF-Sendung „Berlin direkt“ lassen ihm ein Hintertürchen offen: „Wir werden aus heutiger Sicht nicht mitmachen, weil wir ja stark sind“, sagte Ackermann.

Ackermann hat also die Deutsche Bank wieder stark geredet. Ob das die Märkte ebenso sehen, wird sich heute zeigen. Ich hätte dennoch gern eine Erklärung für die stark gestiegenen Risikoprämien des Instituts.

Unterdessen informierte die Commerzbank über Details ihrer Inanspruchnahmen aus dem Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung (SoFFin). Danach beantragt sie eine stille Einlage über 8,2 Milliarden Euro aus dem Sonderfonds und daneben Garantien für Schuldverschreibungen in Höhe von 15 Mrd. €.

Die Vereinbarung mit dem SoFFin sieht außerdem vor, dass die Commerzbank in den Jahren 2009 und 2010 keine Dividende ausschüttet. Vorgesehen ist, dass die Gesamtbezüge des Vorstandssprechers auf 500 000 Euro begrenzt werden. Die jährlichen Festbezüge der anderen Vorstandsmitglieder lägen derzeit bei 480 000 Euro und damit unter der von der Regierung gesetzten Obergrenze in Höhe von 500 000 Euro. Für 2008 und 2009 soll es außerdem keine Bonifikationen geben.

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