Landesbanken Mashup: Landesbanken tun sich schwer mit Fusionen

by Dirk Elsner on 26. November 2008

Bayerische Landesbank München / BayernLB - Inner Courtyard (I)

Innenhof der BayernLB: Auch hier könnte Licht helfen

Ein Mashup steht für die Erstellung neuer Inhalte durch die nahtlose (Re-)Kombination bereits bestehender Inhalte. Auch die Landesbanken sind aufgerufen, durch ihre Rehkombination neue Inhalte zu schaffen. Sie tun sich aber sehr schwer damit.

Knapp zwei Wochen ist es her, dass die Sparkassenorganisation mit ihrem Plan überraschte, die Landesbankenlandschaft auf zwei oder drei Institute zu konsolidieren. Bereits am Tag nach der Veröffentlichung kam Unordnung in das Gefüge, weil einige Institute nicht so wollten wie die Sparkassenvertreter. Die noch vor 10 Tage einer Fusionslösung abwartende Haltung der Eigentümer der LBBW ist derweil einem echten Interessen an einer Fusion mit der BayernLB gewichen.

In Bayern sieht man das dagegen anders. „Jeder weiß, dass Fusionen die aktuellen Probleme der Landesbanken nicht lösen können“, zitiert das Handelsblatt eine Sprecherin von Bayerns Finanzminister Georg Fahrenschon. Ich wusste dass übrigens nicht. Streitpunkt ist offenbar die Frage nach dem Firmensitz. So will die LBBW in den Fusionsverhandlungen mit der BayernLB darauf dringen, dass Hauptsitz und Steueraufkommen eines fusionierten Instituts in Stuttgart angesiedelt sind. Das nenne ich einen kleinkarierten Streit im Vergleich zu den Kapitalisierungsproblemen der Häuser.

Gestern meldete dann das Handelsblatt, Bayern verneine eine Fusion zwischen BayernLB und LBBW. „Wer glaubt, nur eine Fusion von zwei Landesbanken sei eine Lösung, springt zu kurz“, sagte der neue bayerische Wirtschaftsminister Martin Zeil. Auch Ministerpräsident Horst Seehofer äußerte sich in einem Interview mit dem Handelsblatt zurückhaltend und such nach einer eigenen Lösung:

„Nach einer Restrukturierung, die schmerzhaft wird, ist unsere erste Priorität die Privatisierung der BayernLB. Das weiß Herr Oettinger auch. Wir reden aber auch, wie es Stuttgart wünscht, über eine Fusion mit der LBBW. Aber ich sehe bis jetzt keine Lösung darin, zwei Kränkelnde auf den gleichen Weg zu schicken und zu hoffen, dass sie gesunden. Die Baden-Württemberger waren bislang sehr intransparent über ihre wahre Lage, auch uns gegenüber. Wir müssen erstmal wissen, wie es da aussieht.“

Herr Seehofer beschwert sich übrigens auch darüber, dass die BayernLB wohl Probleme hat, die Mittel vom Soffin zu erhalten, konkretisierte die Probleme allerdings nicht.

Bei der Gemengelage dürfte es interessant sein, was heute die Regierungschefs der unionsregierten Länder zur Zukunft der Landesbanken besprechen. Bei Sondierungsgesprächen im Vorfeld hieß es, „die Probleme werden jetzt von jedem offen auf den Tisch gelegt.“ Es gebe jetzt bei den Landesregierungen eine neue Haltung, Fusionen in dem Sektor auch als Chance für die Bewältigung der Finanzkrise zu nutzen. Offen blieb noch, ob sich die Länderchefs schon morgen auf ein Eckpunktepapier zur Konsolidierung verständigen.

Von verschiedenen Seiten hört man derweil, dass es konkrete Gespräche zwischen der HSH Nordbank und der NordLB geben soll. Aber auch mit der LBBW gibt es offenbar Überlegungen. Hamburgs Bürgermeister Ole von Beust äußerte sich in einem Interview mit dem Hamburger Abendblatt in der vergangenen Woche wie folgt:

„Die Landesbanken haben nur dann eine Zukunft, wenn sie ein Modell der Kooperation miteinander suchen. Was für ein Modell das sein kann, wird gerade mit Nachdruck geprüft. … Es hat Kontakte zu Anteilseignern der Nord LB und auch Gespräche mit Baden-Württemberg über eine Kooperation mit der dortigen Landesbank gegeben. Entschieden ist aber noch nichts.“

Die strategischen Interessen der Landesbanken sind also alles andere als klar. Warten wir mal ab, wie dieses Kapital in den nächsten Tagen weitergeht.

Mehr Informationen:

Spon: Landesbanken: Seehofer will keine Fusion von BayernLB und LBBW

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