Wert Basic Thinking zwischen 30k und 50k Euro

by Dirk Elsner on 7. Januar 2009

btb

BTB-VErkauf: Noch kein Angebot bei ebay

Die Ankündigung von Robert Basic, seinen Blog BTB verkaufen zu wollen, hat offensichtlich zu einer „Minihysterie“ in der Netz- und Medienwelt geführt. Ich verfolge die Diskussion nur am Rande und bin froh, dass Robert der Netzwelt erhalten bleiben will. Mich interessiert vor allem die Frage, was erzielt Robert mit dem angestrebten Verkauf und wie generiert ein Käufer einen Mehrwert aus dem Blog.

Die Überschrift suggeriert zwar, dass ich Ahnung haben könnte vom möglichen Versteigerungserlös, habe ich aber ehrlich gesagt nicht. Denn seriös kann man den Wert nur schätzen, wenn man die Zielsetzung und Potentiale des Käufers bzw. der Interessenten kennt.

Persönlich bin ich sehr skeptisch, ob es einen Käufer gelingen kann, die Marke für sich erfolgreich zu verwerten und davon so zu profitieren, dass daraus ein nachhaltig positiver Cashflow generiert werden kann. Der Erfolg dieses Blogs und damit der Marke hängt doch sehr an seinem Macher und seinem Standing in der Netzwelt. Selbst bei Vermarktungsumsätzen von 100 T€ p.A., was immerhin eine Steigerung im Vergleich zum aktuellen Umsatz von etwa 150% erforderen würde, generiert sich der Wert des Blogs nicht aus dem Umsatz, sondern aus dem Betrag, der nach Kosten übrig bleibt. Seriöse Investoren kalkulieren beispielsweise auf Basis eines EBITDA, also des Ertrags vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen. Dieser EBITDA wird nicht bei 100 T€, sondern deutlich darunter liegen. Wie hoch, weiß nur der Wind bzw. der potentielle Käufer, der ja den Blog betreuen (lassen) muss. Und dies ist nicht für lau zu haben. Ob in Zeiten in denen nicht einmal mit SchülerVZ ausreichend Geld zu verdienen ist, ausgerechnet mit einem Blog jemand jährlich einen positiven EBITDA erzielt, halte ich für unwahrscheinlich.

Es könnte aber jemand mehr bieten, der ohnehin ein ambitioniertes Webprojekt plant und dafür noch einen zugkräftigen Namen für die erforderliche Erstaufmerksamkeit benötigt. Für Freizeitblogger halte ich Werte jenseits der 30k € für utopisch, weil der Blog seinen Platz in den Charts nicht durch seine Domain erreicht hat, sondern durch seinen Betreiber. BTB wird mit Roberts Abgang sofort in den Rankings verlieren. Darüber könnten sich vielleicht Spreeblick und Nerdcore freuen, nicht aber der Käufer.

Ein ambitioniertes Alpha-Projekt könnte zwar mehr als 50k bieten, muss dann aber seinen Investoren erklären, warum es keine günstigeren Methoden gibt, bekannt zu werden. Möglich auch, dass ein echter Liebhaberpreis gezahlt wird, etwa von einem begeisterten Leser, einem Mediengesellschafter oder einem Unternehmen, das die Marke für andere Zwecke verwenden will. Greifen diese zu, dann sind auch Preise deutlich über 50k drin.

Für wirklich nachdenkenswert halte ich die Idee von Lars Wichert, nämlich den Blog zu verlosen. 50 bis 100 € pro Los sind mindestens drin. Die Loskäufer könnten als zusätzlichen Anreiz noch einen Link von der BTB-Homepage für ein paar Wochen erhalten. So können schnell 50 bis 100k und sorgar mehr rauskommen.

Vielleicht hat es sich Robert ja auch anders überlegt angesichts der überwiegend sympathischen Reaktionen der Webgemeinde. Bis 12.30 Uhr jedenfalls konnte man bei ebay noch keine Domain ersteigern. Ach so, sorry, der Text ist noch nicht fertig.

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