Kredit- oder Bonitätsklemme für Mittelstand

by Dirk Elsner on 16. Februar 2009

Die durch die Finanzmarktkrise ausgelösten Probleme haben schon längst die realwirtschaftliche Ebene erreicht. Ob die Kreditverknappung ihre Ursache in einer Kreditklemme hat oder mittlerweile auf konjunkturbedingte Bonitätsherabstufungen zurückzuführen ist, ist nur für die akademische Diskussion interessant. Für Unternehmen zählt, dass selbst für gute Projekte Banken nur noch zögerlich Kredite vergeben, zitiert die FAZ die Klagen vieler Mittelständler. In der derzeitigen Krise werde jeder Euro zweimal umgedreht.

Hier besondere Punkte, die die Banken derzeit verschlechtern und die dazu führen, dass Investitionen auch bei guter Bonität zurückgefahren werden:

  • Bearbeitungsgebühren erhöht
  • höhere Margen auf Marktzins
  • umfangreichere Nachfragen
  • Bereitstellungsprovision auch für nicht ausgenutzten Teil von Kreditlinien
  • Kredite werden sehr schnell gekündigt, indem die Allgemeinen Geschäftsbedingungen „sehr breit“ interpretiert würden

Die Tipps, die das Beratungsunternehmen Deloitte in dem Artikel gibt, werden Mittelständler nur zum Schmunzeln anregen, denn diese Maßnahmen gehören wohl in vielen Unternehmen seit Monaten zum Standardprogramm und sorgen teilweise selbst für eine Verschärfung der Kreditkrise:

  • Factoring, also der Verkauf von Forderungen.
  • „Cash-Zyklus“ verkürzen: Also den Zeitraum zwischen der Ausgabe von Geld, wenn Lieferanten bezahlt werden, und der Einnahme von Geld, wenn die Kunden die Waren bezahlen. Die Unternehmen sollten also schnell Rechnungen stellen und Zahlungen hinauszögern
  • Lager abbauen, um weniger finanzieren zu müssen.
  • In Kreditverhandlungen mit Banken sehr gut vorbereitet gehen, um mit Offenheit und Transparenz zu glänzen

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