Wirtschaftliche Entspannung am Golf in Dubai

by dels on 12. März 2009

Während die Weltbank mit düsteren Prognosen die Welt weiter verunsichert und nach meiner Auffassung ohnehin nur etwas prognostiziert, was schon längst Realität ist, scheint die Hysterie im mittleren Osten abzuflauen. Auch wenn das Handelsblatt titelt „Dubai: Das Ende von Tausendundeiner Nacht“ und über geplatzte Rechnungen schreibt,  sehe ich für das Emirat schon so etwas wie eine Trendwende oder zumindest einen Boden. Auf die Einbrüche, über die FTD schreibt und das Handelsblatt bebildert, hatte ich bereits im Oktober letzten Jahres hingewiesen. Das ist ein alter Hut. 

Mittlerweile scheinen sich die Lichter etwas aufzuhellen. Zwar sind Bauprojekte auf Eis gelegt, wie die Welt am Montag schrieb, aber Spekulationen um die Zahlungsfähigkeit des hochverschuldeten Emirats sind vorerst verstummt. Das Handelsblatt hatte bereits vor zwei Wochen berichtet, dass die Zentralbank der Vereinigten Arabischen Emirate Anleihen für zehn Milliarden Dollar gekauft hat und damit Spekulationen über das Scheichtums den Platz an der Sonne belassen hat.

Immerhin umfasst diese Stützungsaktion 1/8 der Staatsschulden des Emirats, das von den Emiraten zwar die höchste Aufmerksamkeit in der Welt genießt, jedoch weitaus “ärmer” ist als das mit großen Ölreserven gesegnete Abu Dhabi.

Und überhaupt erhält man den Eindruck, wenn man die Schlagzeilen der Gulfnews liest, dass eher in Europa und den USA die Finanzkrise eine Rolle spielt, aber nicht in den Emiraten. So sind in Dubai die Umsätze der Hotels im vergangenen Jahr um 15% gestiegen. Für dieses Jahr erwartet man weiterhin Wachstum, allerdings nicht in der ursprünglich avisierten Jahresrate von 13%.

Das Dubai Economic Council selbst hält Dubai für fundamental stark, wobei ich jetzt nicht beurteilen kann, ob das Council das nicht vielleicht genau so sagen muss, wie der deutsche Wirtschaftsminister. Interessant daneben eine Meldung über das Kundenwachstum der Dubai Islamic Bank um 15% im vergangenen Jahr. Das Ende des Pessimismus könnte auch daran deutlich werden, dass der Staatsfonds Dubai Financial Group die griechische Fluggesellschaft Olympic Airlines erworben hat.

Den Stopp der Abwärtsbewegung bestätigen außerdem die Börsenplätze in den Emiraten. Die starke Abwärtsbewegung der letzten Wochen in Asien, Europa und den USA haben sie jedenfalls ausgelassen und sich seit Anfang des Jahres stabilisiert, allerdings auf dem niedrigen Niveau (vgl. Börsenplätze auf Bloomberg).

Also, wir können ja weiter die Untergangsnachrichten suchen. Ich finde es wird Zeit, nach den Lichtblicken zu schauen.

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