Olli Kahn hält seinen Kasten gegen Schalke sauber

by dels on 27. März 2009

Hut ab. Diese Entscheidung des fast designierten Schalke Managers Oliver Kahn war richtig. Kahn hat dem Gelsenkirchener Verein Schalke 04 eine Absage erteilt und wird den wie Sauerbier angebotenen Posten nicht übernehmen. Die offizielle Aussage des Schalker Aufsichtsratschefs Clemens Tönnies gehört zwar zum üblichen PR-Geschwätz dürfte aber als irrelevant anzusehen sein. Nach Aussage von Tönnies sprachen die vielen Verpflichtungen des einstigen Nationaltorhüters gegen eine kurzfristige Zusammenarbeit.

Ich denke, Oliver Kahn hat zwei Dinge gemacht. Er hat sich nach der Lektüre des Artikels von Christoph Biermann Gedanken über seine persönliche Qualifikation für die Aufgabe gemacht. Selbst mit einer Horde ihm zuarbeitender Fachleute wäre diese Führungsaufgabe in keinster Weise vergleichbar gewesen mit der Kapitänsrolle des FC Bayern. Dies wäre weder sein Job noch sein Verein gewesen. Mit Schalke hätte er dort nur verlieren können, auch wenn Franz Beckenbauer ihm diesen “Ausbildungsplatz” nahegelegt hat.

Weiterhin wird sich Kahn Gedanken gemacht haben über die Personalpolitik von Tönnies und Schmusenberg. Das eher auf Öffentlichkeitswirkung denn auf effizientes Management achtende “Traumduo” an Schalkes Spitze muss sich tatsächlich fragen, warum es nicht gelingt, den Managerposten zu besetzen. Im Handelsblatt war zu lesen: “Abgesagt hatten zuvor bereits Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff, Frankfurts Vorstandsvorsitzendem Heribert Bruchhagen, Wolfsburgs Trainer-Manager Felix Magath und DFB-Sportdirektor Matthias Sammer.”

Daneben haben sich viele berufene und unberufene Fachleute gefragt, wie man einen Newbie wie Kahn einen solchen Stuhl anbieten und darum einen so großen öffentlichen Kirmes veranstalten kann. Dies könnte eher darauf hindeuten, dass bei den Blauweißen nicht ein Manager im Sinne der Berufsbeschreibung gesucht wird, sondern ein Medienkaspar. Interessant ist, dass über die Qualifikation von Kahn in einer Intensität diskutiert wurde als sollte die Spitze der SoFFin neu besetzt werden. Die Frage nach der Führungskompetenz von Tönnies und Schmusenberg wurde aber bisher nicht gestellt.

Kahn jedenfalls hat eine gute Entscheidung getroffen und damit Managementqualität bewiesen.

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