Artikel aus dem Tierreich gehören eigentlich nicht zu meiner bevorzugten Lektüre. Allerdings hat mich der Bericht in der Welt am Sonntag über das Leben und Überleben der biologisch vermeintlich schwach ausgerüsteten Termiten fasziniert. Einstiegspunkt ist ein Aufsatz der Fachzeitschrift "Nature" über das Genom von Termiten. Diesen Aufsatz wiederum hat die Zeitschrift Atlantic Monthly zum Anlass für die Frage genommen, ob Termiten uns möglicherweise im Kampf gegen die Erderwärmung helfen können. Dazu schreibt die Welt:
“Der Hintergrund ist, dass Wissenschaftler im Darm der Termiten Bakterien entdeckten, die Holz binnen kurzer Zeit so effizient in Wasserstoff aufspalten können wie bisher kein Verfahren der Biospriterzeugung. Diese Bakterien waren bis dahin im Labor nicht untersucht worden. Man weiß also nichts über diese Produzenten von Biokraftstoffen. In den USA erfolgten die Untersuchungen im Rahmen einer staatlichen Initiative, der Gründung gleich dreier Bioenergy Research Center, die dort in ihrer Bedeutung mit dem Manhattan Project verglichen werden – dem staatlichen Forschungsförderprogramm, das zur Entwicklung der Atombombe führte.
Nach den Berechnungen der Wissenschaftler können die Bakterien im Darm der Termiten ein DIN-A4-Blatt in zwei Liter Wasserstoff umwandeln. Mit dieser erstaunlichen Fähigkeit kommen sie als Produzenten von Biokraftstoffen infrage, die ganze Berge von Altpapier oder aussortiertem altem Bauholz verwerten könnten. Außerdem hoffen die Wissenschaftler um Falk Warnecke vom Joint Genome Institute im kalifornischen Walnut Creek, die den Fachbeitrag in "Nature" verfasst hatten, dass im so überaus produktiven Termitendarm noch andere, bisher nicht bekannte mikrobiologische Prozesse ablaufen, die sich als hilfreich bei der Suche nach neuen Energiequellen erweisen könnten.”
Recherchiert man noch ein wenig dazu im Netz, dann entdeckt man, dass diese Erkenntnis gar nicht so neu ist und z.B. auch in der Wikipedia über Termiten zu finden ist. Auf science-at-home.de erfährt man auch, dass Termiten Methan und Kohlendioxid produzieren. Angesichts dieser Erkenntnisse kann man sich erst einmal fragen, welchen Anteil Termiten an der Erderwärmung tragen, die ja auch durch CO2 verursacht wird.
Woraus bestehen Kohlenwasserstoffe?
Nur aus Wasserstoff?
Natürlich können Bakterien Wasserstoff produzieren. Bilanziert man alle Stoffwechselaktivitäten bei der Zersetzung von Holz im Termitenmagen, kann nicht nur Wasserstoff entstehen. Es entsteht überwiegend Methan und Kohlendioxid.
Wasserstoff ohne Kohlendioxid oder Methan entsteht nun mal nur dann, wenn Wasser der Ausgangsstoff ist.
Deshalb entsteht ja bei vielen der Wasserstoff- und Biofuelverfahren auf Basis organischen Ausgangsmaterials immer CO2. Daher ist es auch logisch, daß Methangaslager immer auch CO2 enthalten. Manchmal soviel, daß die Methanlagerstätte unwirtschaftlich ist. Es gibt auch natürlichen Lagerstätten, die nicht mehr Methan enthalten und nur aus CO2 bestehen.
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