Das Ende der VIP-Logen? Urteil zum Hospitality-Service verdirbt die Häppchen

by Dirk Elsner on 8. Mai 2009

Endlich mal ein Problem, dass nichts mit der Finanzkrise zu tun hat, dafür aber zu einer Finanzkrise führen könnte. Das Handelsblatt berichtete nämlich in dieser Woche ausführlich über die möglichen Konsequenzen mehrere Urteile für den Hospitality-Service bei Sport-Events:

“Hospitality, das Einladen von wichtigen Kunden zu Sport-Events in die Stadien, ist in der Unternehmenswelt längst Alltag. Offensichtlich fällt das Geschäfte machen in entspannter Atmosphäre leichter. Doch was ist erlaubt, was verboten? Die Rechtslage ist unübersichtlich.”

Aktuelles Problem ist der Fall eines Personalleiters, dem zurecht gekündigt wurde, weil er sich eine Eintrittskarte für ein Fußballspiel hat schenken lassen.  In der Folge beleuchtet der Artikel weitere Rechtsfälle und mögliche Probleme, die dadurch entstehen, weil sich die Leistungen in einer Grauzone am Rande der Bestechung befinden sollen. Damit bekommt dieser besondere Service für gute Kunden ein Imageproblem und in der Folge möglicherweise insbesondere die Fußballvereine ein Auslastungsproblem. Dazu heißt es weiter in dem Artikel:

“Deswegen haben die großen Sponsoren ihre Interessenvertretung S 20 nach Berlin vorgeschickt, um dort auf die Bundespolitiker Einfluss zu nehmen. Gespräche mit Innenminister Wolfgang Schäuble und Justizministerin Brigitte Zypries soll es dem Vernehmen nach schon gegeben haben. Über Ergebnisse war aber noch nichts zu hören.

Mit einer schnellen Abhilfe für mehr Rechtssicherheit ist nicht zu rechnen: "Wir sehen hier zwar dringenden Handlungsbedarf", sagt Peter Danckert, der Vorsitzende des Sportausschusses im Deutschen Bundestag. "Aber in dieser Legislaturperiode wird uns das nicht mehr gelingen – zu viele andere Themen stehen noch auf der Tagesordnung."

Der Artikel beleuchtet übrigens nicht die steuerliche Seite, die insbesondere vor der WM 2006 hochkochte. Damals hat man die Probleme der teuren Karten unterschätzt, weil sie als geldwerter Vorteil zu versteuern waren. Zur steuerlichen Problematik von “VIP-Maßnahmen gegenüber Geschäftsfreunden” hier ein ausführlicher Beitrag auf Steuerlinks.de.

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