Immaterielle Vermögenswerte als Finanzierungsquelle?

by Dirk Elsner on 19. Mai 2009

Passend zu meiner anwendungsorientierten Artikelserie zum Krisenmanagement in Unternehmen, hat das Handelsblatt einen lesenswerten Artikel zur Verwertung immaterieller Vermögenswerte als Finanzierungsquelle veröffentlicht. Tenor des hier nachlesbaren Artikels: Patente, Marken und andere Schutzrechte können sich unter bestimmten Umständen als Reserve entpuppen, um zusätzliche Liquidität zu mobilisieren. “Ob Lizenzierung, Sale-and-lease-back-Verfahren oder schlichte Beleihung – in beinahe jedem Unternehmen finden sich Vermögenswerte. Dabei wissen viele Firmen noch gar nicht, welchen Wert ihr immaterielles Vermögen hat – schließlich ist dessen Bilanzierung nach § 248 HGB weitgehend verboten, eine objektive Bewertung damit überflüssig.”

So stellt der Artikel Beispiele von Markennamen vor, die Unternehmen verkauft haben, um die Marke anschließend gegen ein laufendes Entgelt zu nutzen. Die Laufzeit solcher Verträge beträgt meist zwischen sechs und acht Jahre. Am Ende der Laufzeit kauft die Firma ihre Marke zurück. Solche Verträge sind allerdings nicht ohne Risiko, denn die Marke als guter Name eines Unternehmens gilt es zu schützen. Dies gelingt nur über komplexe Verträge.

In der Praxis sollte ein Unternehmen zunächst einmal schauen, ob es überhaupt über derart verwertbare Rechte verfügt. Ob diese beleihbar sind, richtet sich letztlich nach der Frage, ob Dritte diese Rechte verwerten können. In dem Artikel ging es z.B. um die Beleihung der Marke Underberg, die eine vergleichsweise hohen Bekanntheitsgrad aufweist. Für den “Maschinenbau Stockelsdorf” dürfte es dagegen unmöglich sein, die eigene Firmenmarke zu beleihen. Außerdem, hat ein Unternehmen erst einmal mühevoll einen eingängigen Namen gefunden und eine Marke aufgebaut, möchte man diesen Namen nicht ohne Not riskieren, denn bei Zahlungsnot droht die Verwertung der Marke. 

Praxisnäher ist es da für die Liquiditätsverbesserung, sich einmal mit den im Unternehmen verwendeten Softwarelizenzen zu befassen. Gerade habe ich einem Kunden meiner Unternehmensberatung empfohlen, zu prüfen, ob er eine sehr teure Spezialsoftware, die er nicht mehr für eine CNC-Maschine benötigt, verkaufen könne. Die Software ist eine Standardanwendung und lässt sich grundsätzlich auch auf anderen Maschinen betreiben. Umgekehrt ist dies natürlich auch für Unternehmen eine Chance, günstig an Lizenzen zu gelangen. Siehe dazu auch diese Artikel im Handelsblatt: “Firmen greifen verstärkt zu gebrauchter Software (26.3.09) und Gebrauchte Software senkt Kosten (8.10.08).

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