Twitter-Spamseuche: Follower ohne zu folgen

by Dirk Elsner on 24. Januar 2010

Der Blick Log nutzt seit geraumer Zeit Twitter (https://twitter.com/blicklog) als Medium, um den Blog selbst (und weniger die Twelt) mit Schlagzeilen aus Wirtschaft, Finanzen, Management und mehr zu versorgen. Das ist deutlich praktischer und geht schneller als die Erstellung einer manuellen Presseschau. In letzter Zeit fällt auf, dass ich täglich zahlreiche Systemmitteilungen von Twitter erhalte von Personen, die mir angeblich folgen. In der Followerliste (http://twitter.com/blicklog/followers) unter Twitter tauchen sie dann aber nicht mehr auf.

Möglicherweise haben bei Twitter die “Spitterer” ihre Strategie gewechselt. Bekannt ist, dass einem mittlerweile immer häufiger Personen folgen, die allein die Absicht bezwecken, Neugierde für die eigenen Tweets zu erwecken. Diese Tweets entpuppen sich häufig als durchsichtiger und dazu noch schlecht gemachter Spam, meist für zweifelhafte Angebote. In der Vergangenheit habe ich diese Spamfollower konsequent geblockt und aus der follower-Liste eliminiert. Das reduziert zwar die Zahl der eigenen Follower erheblich, stört aber nicht, wenn es einem nicht auf die Quantität, sondern die Qualität der Follower ankommt.

Nun haben die Spamer offensichtlich die Strategie gewechselt und versuchen durch kurzfristiges an- und abmelden als follower für Neugierde zu sorgen. Offensichtlich bauen sie darauf, dass man den in der Systemmail genannten Account anklickt. Bei automatisierten Einträgen als follower (ich gehe davon aus, dass dies über die API möglich ist) können so täglich ein paar tausend Klicks generiert werden.

Immerhin ist dies Twitter selbst bereits aufgefallen und sperrt konsequent einige dieser Accounts. Beim Anklicken erscheint dann diese Meldung:

“Sorry, the profile you were trying to view has been suspended due to strange activity.”

Ich selbst habe jetzt die Funktion “Email when someone starts following me” unter Settings mittlerweile deaktiviert. Mir reicht es, wenn ich neue Follower auf meiner Twitterseite entdecke. Natürlich freue ich mich weiter über jeden, der meinem Blog folgt. Aber ehrlich freue ich mich nur über die Follower, die an den Tweets Interesse haben.

Grundsätzlich ist es OK, mit Tweets auf eigene Leistungen hinzuweisen. Wer dies aber ausschließlich macht oder intensiv "Sponsored Tweets" einsetzt, der trägt damit dazu bei, Twitter zu ruinieren. Und Twitter tut gut daran, diesen Spam konsequent und kompromisslos zu bekämpfen (siehe dazu auch “Twitter-Spam” im Blog Twittwoch).

Hinweise zum Erkennen von Spam-Followern gibt der tagseoblog, der übrigens auch empfiehlt die Follower zu blocken, die selbst nichts schreiben.

Twitter selbst hat einen eigenen Account eingerichtet mit Hinweisen auf Spam. Allerdings wird dort nur sehr sparsam gepostet. In der Community selbst scheint Twitter-Spam derzeit kein heißes Thema zu sein. Es sind vergleichsweise wenig aktuelle Blog- und Newseinträge zu dem Thema zu finden sind. Das dürfte sich spätestens dann ändern, wenn die nächste Spamwelle die “Twelt” verseucht.

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