Filmtipp zum langen Wochenende: Der große Crash – Margin Call

by Dirk Elsner on 1. Oktober 2011

Wir befinden uns in einem langen Wochenende zum Tag der deutschen Einheit mit ungewöhnlich fantastischen Wetteraussichten. Filmtipps in einem Wirtschaftsblogs sind ja ebenfalls eher ungewöhnlich (hm, merkwürdiger Übergang). Aber der Film “Der große Crash – Margin Call” scheint ein echtes Muss nicht nur für die Leute zu sein, die sich für die Finanzmärkte interessieren. Ich schreibe scheint, weil ich den Film noch nicht gesehen habe, sondern nur die Trailer und die Filmkritik. Das reicht aber für eine vorläufige Einschätzung, dass ich diesen Film deutlich besser einschätze als den eher enttäuschende Wall Street 2.

„Margin Call“ zeigt den Untergang einer großen Investmentbank und spielt mit dem Vergleich zur Lehman-Pleite. Der Film, so dass Handelsblatt, “illustriert die dramatischen Entwicklungen unter dem Mikroskop und gibt dem Crash von 2008 Gesichter.” Regisseur J.C. Chandor, der auch das Drehbuch verfasste, räumt auch mit der Legende auf, dass angeblich niemand das Desaster kommen sah. Tatsächlich haben, wie im wirklichen Finanzleben, viele die Unwetter schon Jahre vor dem Lehman-Crash aufziehen sehen. Die Welt schreibt in ihrer Rezension:

“Die Wahrheit ist, dass niemand das aufziehende Unwetter sehen wollte, weil alle so schön verdienten, und die Wahrheit ist, dass in einer Unternehmenskultur, wo die wesentlichen Entscheidungen auf der Männertoilette fallen, keiner wie ein Feigling den Fuß vom Gas nehmen wollte, und die Wahrheit ist schließlich das, was Will Emerson mitten in der Höllennacht über seine Vorgesetzten sagt: "Wenn alles vorbei ist, hat keiner von denen auch nur einen Cent verloren."

Hier zunächst der Haupttrailer, unten Links auf weitere Filmausschnitte sowie einige Rezensionen:

 

  • Der große Crash – Margin call – Filmausschnitt 1
  • Der große Crash – Margin Call – Filmausschnitt 2
  • Der große Crash – Margin call – Filmausschnitt 3
  • Hier einige Rezensionen

    HB: „Margin Call“ im Kino Von guten und bösen Bankern: Heute kommt „Margin Call“ in die deutschen Kinos. Das schwierige Vorhaben, die Finanzkrise zu verfilmen, gelingt hier sehr gut. Der Streifen mit Starbesetzung erinnert stark an die Pleite von Lehman Brothers.

    FR: Kurz vor dem Zusammenbruch: Der Thriller „Der große Crash – Margin Call“ ist der bislang beste Film zur Finanzkrise. Er zeigt die 24 Stunden vor deren Ausbruch 2008 und kommt ganz ohne Tote aus. Man solle das nicht persönlich nehmen. Dies seien nun einmal ungewöhnliche Zeiten,

    Welt: Die große Verschwörungstheorie zur Finanzkrise: Der Finanzmarkt ist Gott: Das brillant besetzte Kino-Kammerspiel "Der große Crash" sitzt einem Gerücht auf. Und erzählt doch die Wahrheit über die Krise. Kann ein Film – ein Theaterstück, ein Roman – die Fakten falsch darstellen und dennoch ein

    N-tv: "Der große Crash" ist erschreckend aktuell: Die Weltfinanzen straucheln heftig. Zeit für einen Film über die Lehman-Pleite vor drei Jahren. Denn geändert hat sich seitdem wenig. "Der große Crash – Margin Call" zeigt, wie das System funktioniert. Und wie blauäugig, wie dumm

    Stern: "Der große Crash – Margin Call": Wenig Neues zum Finanzfiasko: Spätestens seit der Finanzkrise 2008 hat die große Welt von millionenfachen Bankgeschäften und riskanten Finanztransaktionen an Glanz verloren. Dieser Bruch bietet auch für Filmemacher einige Themen – so wie jetzt bei "Der große Crash – Margin Call".

    HB: US-Banken Lehman Reloaded: Hollywood schickt heute seinen bislang aufwändigsten Lehman-Thriller in die deutschen Kinos. Der Film spielt mit der Angst: Könnte es ein zweites Lehman geben? Die Wahrscheinlichkeit steigt jedenfalls.

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